Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Bieneninstitut Kirchhain

Bienenschutz im Zusammenhang mit der Thiamethoxam-Notfallzulassung

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine Notfallzulassung zur Beizung von Zuckerrübensaatgut mit dem Wirkstoff Thiamethoxam erteilt. Die Zulassung gilt befristet und unter strengen Auflagen vom 1. Januar bis 30. April 2021.

Der Einsatz des Beizmittels Cruiser 600 FS beschränkt sich in Hessen auf einige in Südhessen gelegene Hotspots, insbesondere in den Landkreisen Limburg-Weilburg, Hochtaunus, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Offenbach, Groß-Gerau und der kreisfreien Stadt Darmstadt.

Der enthaltene Wirkstoff Thiamethoxam ist für Bienen hochgiftig, allerdings sollte es bei sachgerechter Anwendung zu keinen Kontakten kommen. Daher sind in den betroffenen Gebieten keine akuten Bienenschäden zu erwarten. Gleichwohl könnte es bei der Aussaat des gebeizten Saatguts zu Anwendungsfehlern oder nach dem Auflaufen der Zuckerrüben zur Ausscheidung wirkstoffhaltiger Wassertröpfchen (Guttation) kommen, die von wassersuchenden Bienen aufgenommen werden. Um dem vorzubeugen, sollten Imker für ein gutes Wasserangebot in der Nähe ihrer Völker sorgen, ggf. durch Aufstellen einer Bienentränke.

In jedem Fall sollten Imkerinnen und Imker ihre Bienenvölker aufmerksam beobachten. Starker und ungewöhnlicher Totenfall, viele krabbelnde und orientierungslose Bienen oder ein starker Bienenschwund in den Völkern sind zu überprüfen. Um einen Giftschaden sicher beurteilen zu können, sollte unverzüglich eine Bienenprobe genommen werden.

Bitte beachten Sie hierzu das aktuelle Video „Hinweise zur Bienengefährlichkeit von Thiamethoxam in Zuckerrüben“ sowie das Arbeitsblatt „Giftschaden am Bienenvolk“. Hilfestellung vor Ort können die für sie zuständigen Bienensachverständige und Imkerberater bieten. Darüber hinaus steht ihnen gerne das Beratungsteam des Bieneninstituts als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter: 06422 9406 63 oder online über das Kontaktformular zum Beratungsteam.

Die Kontaktdaten zum Hessischen Pflanzenschutzdienst finden Sie unter: https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/. Allgemeine Informationen zu Bienenvergiftungen, der Probennahme und die Untersuchung auf Bienenvergiftungen bietet das Julius Kühn-Institut (JKI): https://bienenuntersuchung.julius-kuehn.de/.

 


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