Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Landwirtschaftliche Fachschulen

Alsfelder Studierende testen GPS-Lenksysteme

Welche Herausforderungen und Möglichkeiten hält das Precision Farming (der „Präzisionsackerbau“) bereit? Auf einem Praxistag der Firma Reichhardt in Hungen informierte sich das zweite Semester der Einjährigen landwirtschaftlichen Fachschule Alsfeld zu diesem Thema.

Studierende der Einjährigen landwirtschaftlichen Fachschule AlsfeldNachdem die technischen Grundlagen des Precision Farming im Unterricht erarbeitet wurden, konnten sich die Studierenden bei der Firma Reichhardt aus erster Hand über den aktuellen Stand der Technik im Bereich GPS-Lenksysteme und ISOBUS informieren und das praktische Arbeiten mit diesen Systemen erleben. Begrüßt wurden die Studierenden durch Frau Reichhardt, der Verantwortlichen für das Marketing, die den Praxistag auf dem Hofgut Ringelshausen mit einer Vorstellung der Reichhardt-Gruppe begann. Das Hungener Unternehmen ist bei namhaften Herstellern in der Land- und Baumaschinentechnik seit über 30 Jahren als Entwicklungsspezialist für integrierte maßgeschneiderte elektronische Lösungen bekannt. Landwirte und Lohnunternehmer vertrauen auf die Produkte und Kompetenzen im Precision Farming.

GPS-Lenksysteme auf dem Vormarsch

Mit der neuen SMT-Fertigung in Lautertal-Engelrod positioniert sich Reichhardt als Elektronikpartner für verschiedene Industriezweige. Der Vormittag stand im Zeichen mehrerer Kurzvorträge in denen die Herren Schmidt (Vertrieb) und Moll (Kundendienst) den Teilnehmern den grundsätzlichen Aufbau der Satelliten-Navigationssysteme, die am Markt verfügbaren Lenksysteme und deren Genauigkeit sowie die Funktion der ISOBUS-Gerätesteuerung näher brachten. Anhand praktischer landwirtschaftlicher Beispiele wurde deutlich, dass die GPS-Systeme heute über alle Betriebsgrößen hinweg wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden können. Weiterhin können ganz neue Bewirtschaftungsstrategien, wie die Aussaat in Beeten oder das Arbeiten mit permanenten Fahrgassen (Controlled Traffic Farming), aufgrund einer Positionsgenauigkeit von 2 bis 5 cm umgesetzt werden. Die Wirtschaftlichkeit der vorgestellten GPS-Systeme wurde von den Studierenden rege diskutiert. Hier war von den Fachleuten zu hören, dass einerseits die zunehmende Verbreitung der Systeme und andererseits die gemeinschaftliche Nutzung der Korrektursignale im RTK-CLUE-Netzwerk zu deutlichen Einsparungen geführt haben. RTK CLUE setzt sich aus einem Verbund beliebig vieler RTK Basisstationen zusammen und ermöglicht es einzelnen regionalen Betreibern, wie Landhändlern oder dem Maschinenring Hessen, die hochgenauen RTK Korrekturdaten den Nutzern in ihrem Gebiet zu individuellen Konditionen bereitzustellen.

Selber ausprobieren

Am Nachmittag ging es dann in die Praxis. An der ersten Station konnten die Teilnehmer mit Hilfe eines ISOBUS-Versuchsstandes die Kopplung von Traktor und ISOBUS-Anbaugerät ausprobieren und die Funktionen des Anbaugerätes nach eigenen Vorstellungen auf einen bereitstehenden Joystick belegen. An der nächsten Station wurde über die GPS- oder Ultraschall-gesteuerte Geräteführung informiert. Einen ganz besonderen Eindruck hinterließen die im Traktor verbauten Lenksysteme egal, ob diese über das Lenkrad des Traktors oder über hochgenaue Proportionalventile direkt in die Lenkhydraulik der Traktoren eingriffen. Alle Traktoren fanden sicher ihren Weg über den aufgebauten Testparcour.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Einsatz entsprechender Lenksysteme in Zukunft in den Betrieben zunehmen wird. Begleitet wurden die Studierenden durch die Lehrkräfte Helmut Dersch und Sebastian Götz.


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