Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Dokumentationspflicht nach der Düngeverordnung (DÜV) 2020

Ende April wird die Verabschiedung der DÜV 2020 erwartet. Diese wird sich in einigen Teilen von der DÜV aus dem Jahr 2017 unterscheiden.

Eine wesentliche Änderung wird der Wegfall des Nährstoffvergleiches darstellen, der jedoch mit der Verpflichtung zur Dokumentation der vorgenommenen Düngung einhergeht. Es muss also zukünftig nicht nur die Düngebedarfsermittlung angefertigt werden, sondern auch deren Umsetzung dokumentiert werden. Zur Aufzeichnung der getätigten Arbeit ist man spätestens zwei Tage nach deren Durchführung verpflichtet. Erfasst werden müssen alle stickstoff- und phosphorhaltigen Stoffe, welche auf der Fläche verbracht werden. Hierzu gehören neben den organischen und mineralischen Düngemitteln auch Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate, Pflanzenhilfsmittel oder Abfälle zur Beseitigung nach § 28 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, sobald wesentliche Nährstoffmengen ausgebracht werden. Wesentliche Nährstoffmengen im Sinne der Düngeverordnung ist eine Nährstoffmenge je Hektar und Jahr von mehr als 50 Kilogramm Stickstoff (Gesamtstickstoff) oder 30 Kilogramm Phosphor. Die folgenden Inhalte sollten in den schriftlichen Aufzeichnungen enthalten sein:

  • Eindeutige Bezeichnung des Schlages, der Bewirtschaftungseinheit oder der zusammengefassten Fläche,
  • Größe des Schlages, der Bewirtschaftungseinheit oder der zusammengefassten Fläche,
  • Art und Menge des aufgebrachten Stoffes,
  • aufgebrachte Menge an Gesamtstickstoff und Phosphor, bei organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln neben der Menge an Gesamtstickstoff auch die Menge an verfügbarem Stickstoff (NH4-N).

Von der Verpflichtung ausgenommen sind Betriebe, die weniger als 15 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und höchsten bis zu 2 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren bewirtschaften. Darüber hinaus darf der Anfall eigener Wirtschaftsdünger auf dem Betrieb 750 kg nicht überschreiten, als auch keine – wie auch immer geartete – Beziehung zu einer Biogasanlage bestehen. Sobald von einer Biogasanlage Gärreste bezogen werden, muss dies dokumentiert werden.

Zusätzlich zur Dokumentation kommt die Verpflichtung, den Weidegang, sofern stattgefunden, aufzuzeichnen. Dies beinhaltet die Anzahl der gehaltenen Tiere und der Weidetage für die entsprechende Fläche.


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