Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Düngebedarfsermittlung bei Zweitkulturen

In vielen Viehbetrieben ist die derzeitige Futtersituation angespannt. Bedingt durch die frühe Ernte und die teilweise noch nicht erfolgte Rapsaussaat, sind nun Flächen für den Zweitfruchtanbau verfügbar. Wer die zusätzlichen Vegetationstage des Septembers nun mit einer zweiten Kultur noch effektiv nutzen möchte (der Pflanzenaufwuchs wird also von der Fläche entfernt), muss zuvor eine Düngebedarfsermittlung (DBE) durchführen.

Diese DBE kann mit dem gleichen Formular wie im Frühjahr angefertigt werden. Die Höhe der Düngung richtet sich nach dem Bedarf der angebauten Kultur. Hierzu werden Richtwerte in Tabelle 1 aufgeführt. In Tabelle 1 sind auch die anzunehmenden Durchschnittserträge enthalten, deren Differenz zu dem betrieblichen Mittelwert mit Zu- bzw. Abschlägen beim Bedarfswert führen kann.

Tabelle 1
Düngebedarf Zweitkultur Durchschnittsertrag (dt/ha) N Bedarfswert

(kg/ha)

Ertrags-differenz Zuschläge/Abschläge kg N/ha
Hafer GPS 80 100 +/- 10 +/- 10
So Gerste GPS 60 80 +/- 10 +/- 10
Hirse 80 100 +/- 10 +/- 10
Mais GPS 80 100 +/- 10 +/- 10
Feldgras 40 90 +/- 5 +/- 5
Kleegras 40 40 +/- 5 +/- 5

Die in Tabelle 1 genannten Erträge sind bei optimalen Aussaat- und Wachstumsbedingungen erreichbar. Bei verspäteter Aussaat im September sind Abschläge zu berücksichtigen.

Was ist aber zu tun, wenn organische Dünger ausgebracht wurden, aber die Aussaat des Winterrapses aus witterungsbedingten Bedingungen nicht vorgenommen werden konnte? Um den ausgebrachten Stickstoff der organischen Düngung möglichst optimal nutzen zu können, sollte eine düngebedürftige Kultur angebaut werden. In diesem Fall kann dies nur eine Zwischen- und/oder Futterzwischenfrucht oder Wintergerste sein, die für einen nennenswerten Entzug sorgen können.

Düngebedarfsermittlung Ackerland

Düngebedarfermittlung „DBE“ Ackerland

Die Nachlieferung von Stickstoff aus dem Boden, die aus dem Humusgehalt resultiert, die der organischen Düngung des Vorjahres und die Vorfrucht können für die DBE der ZWEITKULTUR ignoriert werden. Der Nmin Wert kann aus den weiter untenstehenden Abbildungen entnommen werden.

Tabelle 2
Zwischenfrüchte oder Zwischenfrucht-mischungen Leguminosenanteil Nutzung Aussaatzeitpunkt Stickstoffbedarf in kg/ha
reines Ackergras*) 0 % Nutzung im Aussaatjahr Juli/August nach Bedarf
reines Ackergras*) 0 % Gründüngung bis 15.09. 40 – 60
reine Leguminosenbestände 100 % Gründüngung bis 15.09. 0
Klee-/Luzernegras/alle Mischungen oder Reinbestände 0 – 100 % Nutzung im Aussaatjahr bis 15.09. nach Bedarf
Klee-/Luzernegras über 70 % Gründüngung bis 15.09. 0
Klee-/Luzernegras unter 70 % Gründüngung bis 15.09. 20 – 30
Senf, Ölrettich, Raps 0 % Gründüngung bis 15.09. 40 – 60
Mischungen ohne Leguminosen 0 % Gründünung bis 15.09. 40 – 60
Mischungen mit Leguminosen über 70 % Gründüngung bis 15.09. 0
Mischungen mit Leguminosen unter 70 % Gründüngung bis 15.09. 20 – 30
Winterraps 0 % Nutzung im Folgejahr bis Anfang September 40 – 60
Wintergerste (nach Getreidevorfrucht 0 % Nutzung im Folgejahr bis 01.10.**) 20 – 40

Nach der Vorfrucht Mais, Zuckerrüben, Raps, Kartoffeln, Feldgemüse und/oder Leguminosen besteht bei keiner Folgekultur ein Düngebedarf, es sei denn es wird eine Zweitkultur angebaut und der Landwirt kann mittels einer Nmin Bodenuntersuchung eine Düngebedürftigkeit nachweisen.

*) zu Ackergras gehören nicht: GPS Triticale, GPS Roggen, GPS Weizen; GPS Sommergerste hat bei Nutzung im Ansaatjahr einen Bedarf

**) Aussaat Termin Wintergerste

Nmin-Werte nach Ernte 2018

Nmin-Werte nach Ernte 2018


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