Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Häufig gestellte Fragen zu den roten Gebieten

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den „roten Gebieten“ (Hessische Ausführungsverordnung zur DüV)

Untersuchung von wirtschaftseigenen Düngern

  1. DüV 13 (2) Nr. 2: Welche Messmethoden und Labore sind zugelassen, um wirtschaftseigene Dünger untersuchen zu lassen?

Aktuell gibt es keine Einschränkungen bei den „anerkannten“ Laboren. Die Analysemethoden sollen im VDLUFA-Methodenbuch, Band II, 1 enthalten sein. Das bedeutet: Quantofix, Teststreifen, etc., eigenständige Analysen, oder NIRS am Güllefass gelten als „nicht anerkannt“

  1. DüV 13 (2) Nr. 2: Wie lange sind die Ergebnisse gültig?

„DüV§13 (2) Nr. 2: „…vor dem Aufbringen…“.

Eine zeitliche Einschränkung gibt es nicht, die Ergebnisse sollten aber nicht älter als zwei Jahre sein.

  1. DüV 13 (2) Nr. 2: Gilt bei aufgenommenen Düngern die Analyse des Abgebers?

Wenn die aufgenommenen Düngemittel unverändert bleiben, ist ein Analyseergebnis, welches vom Abgeber bereitgestellt wird, zu akzeptieren.

  1. DüV 13 (2) Nr. 2: Gibt es eine Übergangszeit bis die ersten Analyseergebnisse vorliegen? (Wer jetzt zu Zwischenfrüchten düngt, kann u.U. noch keine Ergebnisse vorliegen haben.)

Die Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung (AVDüV) gilt seit dem 30.08.2019, es gibt keine Übergangsfristen.

  1. DüV 13 (2) Nr. 2: Wer trägt die Kosten für die Analyse?

Zu Analysekosten trifft die AVDüV keine Regelung. Der Düngemittelanwender ist für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften nach DüV und AVDüV verantwortlich. Gebühren für Laboranalysen werden üblicherweise von der Auftrag erteilenden Person geschuldet.

Nährstoffbilanz nach DÜV in roten Gebieten

  1. DüV 13 (2) Nr. 12: Wie sollen gesonderte Nährstoffvergleiche erstellt und plausibilisiert werden? Ist es für viehhaltende Betriebe mitunter praktikabler, den ganzen Betrieb auf 40 kg/ha abzusenken?

Durch Zusammenfassung der Ergebnisse der Vergleiche für jeden Schlag bzw. Bewirtschaftungseinheit für die Flächen inner- und außerhalb der roten Gebiete. Somit müssen zwei „virtuelle“ Betriebe gerechnet werden (Betriebsflächen inner-und außerhalb)

„Die Verteilung der im Betrieb gehaltenen Tierarten nach Anlage 1 Tabelle 2 obliegt dem Betriebsinhaber.“

  1. DüV 13 (2) Nr. 12: Ist der abgesenkte Kontrollwert erst bei noch nicht begonnenen Düngejahren bindend?

Der abgesenkte Kontrollwert ist mit dem Inkrafttreten der AVDüV einzuhalten und mit den Vorjahressalden zu ermitteln.

  1. DüV 13 (2) Nr. 12: Ist es theoretisch möglich, „gemischte“ Bewirtschaftungseinheiten zu bilden?

Bewirtschaftungseinheiten mit Schlägen innerhalb und außerhalb von Gebieten nach §13 sind möglich.

  1. DüV 13 (2) Nr. 12: Das Düngejahr 2018 ist schon vergangen, und je nach dem, wann das Düngejahr 2019 begonnen wurde, auch dieses. Muss ein Betrieb einen Kontrollwert über 40 kg ausgleichen, der sich aus bis zum 30.8.2019 gesetzeskonformen Kontrollwerten zwischen 40 und 50 kg ergibt?

Ja, die Kontrollwerte der Vorjahre sind bei der Berechnung zu berücksichtigen.

  1. DüV 13 (2) Nr. 12: Wenn Flächenbilanzen/aggregierte Flächenbilanzen verwendet werden: in Wasserschutzgebieten müssen laut WSGVO in der Bilanzierung höhere Verfügbarkeiten bei organischen Düngemitteln angerechnet werden. Dies führt bei gleicher Bewirtschaftung im Vergleich zur Bilanzierung nach DüV zu höheren Ergebnissen beim Kontrollwert.

Für die Erstellung des NV gelten die Regelungen nach der DüV.

  1. DüV §13 (2) Nr. 12: Ist es richtig, dass der erste, dreijährige Schnitt, der unter 40 kg liegen muss, das Düngejahr 2018 bzw. 2017/2018 beinhaltet, auch wenn die AVDüV erst zu Beginn bzw. im Laufe des Düngejahres 2019 bzw. 2019/2020 in Kraft getreten ist?

Nach rechtlicher Klärung werden die bisher errechneten Salden für die Errechnung des Kontrollwertes herangezogen.

  1. DüV §13 (2) Nr. 12: Wenn dem so ist, greifen die Befreiungstatbestände (30 ha + 3 ha + 110 kg + keine Wi.Dü.-Aufnahme) dann auch ab dem Jahr 2017/2018?

Die neuen Vorgaben für die Befreiung von der NV-Erstellungspflicht gelten nicht rückwirkend, sondern erst ab dem Inkrafttreten der AVDüV.

Abstandauflagen

  1. DüV 13 (2) Nr. 5: Gibt es eine verbindliche, für jede Person zugängliche Kartierung von Gewässern? Ist diese identisch mit der HALM-Gewässerkulisse (HWG-DLM25-Gewässer)?

Es wird auf die mit der Wasserverwaltung in Abstimmung befindlichen Darstellungen für die Regelungen nach dem Hess. Wassergesetz verwiesen. (www.Geoportal.hessen.de)

Ausnahmeregelungen für die AVDüV

  1. AVDüV §2 (1): Gibt es eine Liste der „günstigen“ Agrarumweltmaßnahmen? Eine Gegenüberstellung, welche Agrarumweltmaßnahme welche höhere Auflage ersetzt? Gibt es ein Antragsformular?

Aktuell gibt es keine Liste mit Agrarumweltmaßnahmen nach §13 (4).

  1. DüV §13 (3): Stellt das RP Kassel eine Bestätigung über die Vorlage von Nährstoffvergleichen, die eine Befreiung aufgrund des Kontrollwertes <35 kg N/ha rechtfertigt, aus? Gibt es ein Formular, eine Art Begleitschreiben?

Die Einsender werden eine Nachricht über den Eingang des NV erhalten. Es ist nicht beabsichtigt ein Formular oder Begleitschreiben zu standardisieren.

  1. DüV §13 (3): Ist eine Befreiung auf Grundlage der letzten drei vorliegenden Nährstoffvergleiche bereits möglich, wenn diese <35kg N/ha liegen?

Wenn der aktuelle NV einen Kontrollwert von 35 kg N/ha nicht überschreitet, kann der Nachweis erbracht werden, dass die Vorschriften der AVDüV nicht beachtet werden müssen.

  1. DüV §13 (3): Wie weisen Betriebe, die nach §8 (6) DüV (z.B. weniger als 15 ha Fläche) keinen Nährstoffvergleich machen müssen, nach, dass sie einen Saldo< 35 kg N/ha haben, um von den Regelungen befreit zu werden? Müssen/Sollten sie einen NV machen?

In diesen Fällen ist ein NV zu erstellen.

Zuordnung

  1. AVDüV § 1 u. §2: Wer ist die zuständige Stelle gem. §2 und 3 AVDüV?

Zuständige Stelle ist das RP Kassel.

  1. Werden die betroffenen Schläge im FNN in einer separaten Spalte (ähnlich Erosionsklassen) ausgewiesen?

Der Layer „rote Gebiete“ kann 2020 bereits in Form einer Karte auf die HELENA (Programm für die „Gemeinsame Antragstellung“, das der Landwirt verwendet) eingespielt werden.


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