Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Landesdüngeverordnung: Ausnahmen von der Dokumentationspflicht – „Befreiungsgrenzen“

Derzeit ist der Grad der Verunsicherung der Landwirte bezüglich der Düngung sehr hoch. Besonders die Abgrenzung zwischen den nach § 13 der Düngeverordnung ausgewiesenen roten Gebieten und den nicht betroffenen Regionen ist ein sensibles Thema.

Düngebedarfsermittlung

Für die Düngebedarfsermittlung lässt sich jedoch zum Teil Entwarnung geben. Zum jetzigen Zeitpunkt besteht hinsichtlich der Aufzeichnungs- und Dokumentationspflicht zwischen roten § 13 Gebieten und nicht betroffenen Regionen kein Unterschied. Dies kann sich aber im Zuge einer weiteren Novelle der Düngeverordnung, die Mitte dieses Jahres erwartet wird, ändern.

Nährstoffbilanz

Die Nährstoffbilanz wird im § 8 Absatz 6 der Düngeverordnung mit Befreiungsgrenzen versehen. Diese liegen bei einer Obergrenze von 15 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche, allerhöchstens 2 ha Gemüseanbau1 und weniger als 750 kg Stickstoff aus der eigenen Tierhaltung. Durch die hessische Ausführungsverordnung zur Düngeverordnung, kurz AV DüV, wurden diese Befreiungsgrenzen zumindest für Betriebe außerhalb der § 13 Gebiete angehoben: Keine Dokumentationspflicht haben hier Betriebe mit einer Flächenausstattung von maximal 30 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche (LN), weniger als 3 ha Gemüseanbau1 und weniger als 110 kg Stickstoff aus der eigenen Tierhaltung pro Hektar (Tabelle 2).

Allerdings sind die Grenzen innerhalb der roten Gebiete deutlich strenger gefasst. Aufgrund des § 13 Absatz 5 der DÜV wurden zwar die Befreiungsgrenzen außerhalb von roten Gebieten in oben beschriebener Weise angehoben, die Befreiungsgrenzen in sensiblen bzw. roten Gebieten hingegen wurden auf weniger als 15 ha LN, weniger als 2 ha Gemüsebau1 und weniger als 750 kg aus der wirtschaftseigenen Düngung im Betrieb, abgesenkt. Zusätzlich muss in diesen Fällen (Lage innerhalb roter Gebiete) zwischen Betrieben mit und ohne Weinanbau unterschieden werden: Betriebe mit Weinanbau haben innerhalb der roten Gebiete noch einmal deutlich niedrigere Befreiungsgrenzen (weniger als 10 ha LN, weniger als 1 ha Gemüse1 und weniger als 500 kg Stickstoff aus der eigenen Tierhaltung) (Tabelle 1).

Alle Befreiungsgrenzen entfallen, sobald ein Betrieb organische und organisch-mineralische Dünger oder Gärreste aus einem anderen Betrieb aufnimmt und ausbringt.

1 gilt für Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren

 

Tabelle 1:
A) INNERHALB der roten Gebiete – keine Dokumentationspflichten haben die folgenden Betriebe:

mit Weinanbau ohne Weinanbau
  • mit weniger als 10 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche und
  • mit weniger als 15 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche und
  • bis zu 1 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren und
  • bis zu 2 ha Gemüse, Hopfen oder Erdbeeren und
  • weniger als 500 kg Stickstoffanfall pro Betrieb und Jahr aus der Tierhaltung und
  • weniger als 750 kg Stickstoffanfall pro Betrieb und Jahr aus der Tierhaltung und
  • die keine außerhalb des Betriebes anfallenden Wirtschaftsdünger sowie organischen und organisch-mineralischen Düngemittel, bei denen es sich um Gärrückstände aus einer Biogasanlage handelt, übernehmen und
  • die keine außerhalb des Betriebes anfallenden Wirtschaftsdünger sowie organischen und organisch-mineralischen Düngemittel, bei denen es sich um Gärrückstände aus einer Biogasanlage handelt, übernehmen und
  • aufbringen.
  • aufbringen.

 

Tabelle 2:
B) AUßERHALB der roten Gebiete – keine Dokumentationspflichten haben die folgenden Betriebe:

  • mit weniger als 30 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche und
  • bis zu 3 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren und
  • weniger als 110 kg Stickstoffanfall pro Hektar und Jahr aus der Tierhaltung und
  • die keine außerhalb des Betriebes anfallenden Wirtschaftsdünger sowie organischen und organisch-mineralischen Düngemittel, bei denen es sich um Gärrückstände aus einer Biogasanlage handelt, übernehmen und
  • aufbringen.

 

Weitere Informationen zur Hessischen Landesdüngeverordnung und den „roten Gebieten“ finden Sie unter „Rechtliche Regelungen“.


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