Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Eiweißinitiative

Perspektiven für die Nutzung und Vermarktung von Körnerleguminosen

Das Bewusstsein für die Vorteile der Körnerleguminosen ist in den letzten Jahren wieder gestiegen. Politische Maßnahmen wie das Greening und die Agrarumweltmaßnahmen der einzelnen Bundesländer machen den Anbau von Körnerleguminosen wie Ackerbohnen und Erbsen finanziell attraktiv. Auch aus phytosanitären Gründen – um Ungräser besser in den Griff zu bekommen und die Fruchtfolge zu erweitern – bauen Landwirte wieder mehr Körnerleguminosen an. Die Anbauzahlen sind seit einigen Jahren entsprechend angestiegen. Die Nachfrage nach GVO-freien Futtermitteln steigt, denn die erheblichen ökologischen und sozialen Folgen im Zusammenhang mit GVO-Soja-Anbau werden von vielen Verbrauchern kritisch beurteilt. Inzwischen sind Ackerbohnen und Erbsen nicht nur für die Tierfütterung interessant, sondern auch die Lebensmittelindustrie hat eine Nische im Markt mit vegetarischen/veganen Produkten entdeckt. Der Markt für Pflanzenproteine wächst derzeit immens.

Obwohl die Nachfrage das Angebot in Deutschland derzeit übersteigt und sich neue Vermarktungswege für die Körnerleguminosen entwickeln, wird der hochwertige Rohstoff immer noch nicht ausreichend vergütet. Lediglich regional, wo sich bestimmte Wertschöpfungsketten im Futter- oder Lebensmittelbereich etablieren, bekommen Landwirte Preise, die sich auch ohne zusätzliche Förderprogramme lohnen.

Erzeugung und Verbrauch von Hülsenfrüchten

Die heimische Erzeugung von Hülsenfrüchten ist in den letzten Jahren bis zum Wirtschaftsjahr 2017/2018 auf rund 530.000 t kontinuierlich angestiegen.
Mit der Trockenheit 2018 sank die Produktion in Deutschland mit einer Erntemenge von 380.000 t deutlich gegenüber den Vorjahren (Abb.1). Eine steigende Nachfrage lässt sich am Import von Hülsenfrüchten erkennen: Von 2016/17 auf 2017/18 hat sich die Einfuhr verfünffacht und ist auch zum Jahr 2018/19 nochmals um 30 % angestiegen. Um die Lücke zwischen Verbrauch und Erzeugung zu schließen wurden im Wirtschaftsjahr 2018/2019 450.000 t Hülsenfrüchte aus dem Baltikum, Polen, der Ukraine und Russland importiert.

Erzeugung, Einfuhr aber auch die Ausfuhr steigen an. Aufgrund der ungünstigen Witterung in 2018/19 übersteigt die Einfuhr die Erzeugung.
Abbildung 1: Erzeugung, Import und Export von Hülsenfrüchten (ohne Soja) in Deutschland in den Wirtschaftsjahren 2014/15 bis 2018/19. Anm.: Hülsenfrüchte für alle Verwendungen, einschl. Futterhülsenfrüchte: Ackerbohnen, Futtererbsen, Lupinen, sonstige ohne Sojabohnen. Quelle: BMEL Statistik - "Versorgung mit Hülsenfrüchten" und "Verarbeitung von Getreide und anderen Komponenten zu Mischfutter“; *) vorläufig

Der Verbrauch von heimisch angebauten Hülsenfrüchten wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen ist seit dem Wirtschaftsjahr 2014/2015 von 344.000 t bis zum Wirtschaftsjahr 2018/2019 auf 729.000 t angestiegen. Der Einsatz in Mischfuttermitteln verdoppelte sich vom Wirtschaftsjahr 2017/2018 zum Wirtschaftsjahr 2018/19 auf rund 189.100 t (Abb. 2). In Mischfuttermitteln wurden im Wirtschafsjahr 2018/2019 131.500 t Erbsen, 36.600 t Ackerbohnen und 21.000 t sonstige Hülsenfrüchte (außer Soja) eingesetzt.

Der Verbrauch steigt kontinuierlich an.
Abbildung 2: Verbrauch von Hülsenfrüchten (ohne Soja) in Deutschland in den Wirtschaftsjahren 2014/15 bis 2018/19. Anm.: Hülsenfrüchte für alle Verwendungen, einschl. Futterhülsenfrüchte: Ackerbohnen, Futtererbsen, Lupinen, sonstige (ohne Sojabohnen). Zahlen für den Nahrungsverbrauch und hofeigenes Futter für 2017/18-2018/19 noch nicht vorhanden. Quelle: BMEL Statistik - "Versorgung mit Hülsenfrüchten" und "Verarbeitung von Getreide und anderen Komponenten zu Mischfutter“; *) vorläufig

Erbsen und Ackerbohnen lohnen sich im Anbau

Die Ergebnisse aus dem Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne zeigen, dass der Anbau von Körnerleguminosen sowohl ökonomisch als auch aus pflanzenbaulicher Sicht lohnend ist (Zerhusen-Blecher et.al., 2018). Jedoch müssen die Erzeugerpreise stimmen. Da bisher der gute Futterwert der heimischen Körnerleguminosen lediglich der hofeigenen Verwertung den landwirtschaftlichen Betrieben zugutekommt, wird auch dort die höchste Menge verbraucht und kommt nicht beim Landhandel an. Futtermischer und Händler bekunden zwar grundsätzlich Interesse an heimischen Körnerleguminosen, sind aber nicht bereit, längerfristige Abnahmeverträge und Preise zu vereinbaren. Sie wählen hingegen die preislich günstigsten Arten aus. Das ist häufig Rapsschrot.

Landwirten, die zukünftig Körnerleguminosen anbauen, diese aber nicht innerbetrieblich verwerten können, ermöglicht unter anderem ein Angebot des Demonstrationsnetzwerkes Erbse/Bohne, mit Viehbetrieben in Kontakt zu kommen. Auf der Seite www.leguminosenmarkt.de können Anbieter und potentielle Abnehmer zusammenfinden.

Innerbetriebliche Verwertung im Mischfutter

Betrieb Aufenanger – Fütterung von 800 Mastschweinen mit Ackerbohnen

Den Eiweißbedarf seiner Mastschweine durch den Einsatz heimischer Leguminosen abdecken, das Futter selbst mischen und die dafür benötigten Komponenten selbst anbauen und wo nötig durch Komponentenbezug aus der Region ergänzen – mit diesen Stichpunkten ist die erfolgreiche Fütterungsstrategie des Bioland-Landwirtes Jörg Aufenanger aus Borgenteich auf den Punkt gebracht. Im Jahr 2011 übernahm der junge Agraringenieur den Betrieb von seinem Vater und stellte auf ökologische Landwirtschaft nach den Erzeugerrichtlinien von Bioland um. Schwerpunkt des Betriebes ist die Mastschweinehaltung. 2011 wurde im Außenbereich der erste Stall mit circa 400 Mastplätzen erstellt, 2015 erfolgte die Erweiterung auf circa 800 Mastplätze.
Optimale Fütterung ist für Jörg Aufenanger ein zentrales Element, um den Betriebserfolg zu steuern: „Hier kann ich an den meisten Schrauben drehen“, ist seine feste Überzeugung. Die flexible Verwertung der auf 43 Hektar selbst erzeugten Futtermittel sowie die guten Möglichkeiten, weitere Komponenten aus der Region zu beziehen, veranlassten ihn, in Lagermöglichkeiten und Mahl- und Mischtechnik zu investieren. Heute stehen ihm Lagermöglichkeiten in der Größenordnung von circa 500 Tonnen zur Verfügung. Die automatisierte Mahl- und Mischtechnik hat eine Verarbeitungskapazität von bis zu zwei Tonnen je Stunde und ist weitestgehend automatisiert. Gefüttert wird zweiphasig: mit circa 50 kg wird das Futter gewechselt und die Tiere werden umgestallt.

Ackerbohnen und zum Teil auch Erbsen sind die Grundlagen für die Eiweißversorgung der Tiere. Einen Teil der Körnerleguminosen baut Jörg Aufenanger selbst an, den Rest bezieht er von Betrieben aus der Region. Regelmäßige Untersuchungen auf Inhaltsstoffe – sowohl der Komponenten wie auch der fertigen Rationen – sichern den Betriebserfolg ab. In der Vormast bis 50 kg kommt Kartoffeleiweiß zum Einsatz, um die Aminosäurenversorgung der jungen Tiere mit wenig Aufwand abzusichern.

Tabelle 1: Mischungszusammensetzung des Betriebs Aufenanger

Anteil (%) Vormast (25 bis 50 kg) Endmast (ab 50 kg)
Weizen 39 14
Ackerbohnen 20 20
Triticale 0 23
Hafer 10 10
Gerste 25 30
Kartoffeleiweiß 3 0
Mineralfutter 2 2
Sojaöl 1 1

Zum Ende der Mast wird rationiert gefüttert, ein Teil des Kraftfutters wird durch Kleegrassilage ersetzt. Die Fütterung mit Raufutter sieht der Betriebsleiter als eine gute Möglichkeit, die Tiere zusätzlich zu versorgen. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die Schlachtkörperqualität hierdurch besser wird, da die Tiere weniger verfetten. Um mit vertretbarem Zeitaufwand sicher zu stellen, dass allen Mastschweinen permanent frisches Raufutter zur Verfügung steht, hat der Betrieb in diesen Bereich investiert. Zum einen wurde ein Ballenauflöser angeschafft, mit dem auch eingestreut wird. Zum anderen wurden die an den Trenngittern angebrachten Futterraufen durch eine lange, in der Auslaufbegrenzung integrierte Futterraufe, die maschinell befüllt werden kann, ersetzt.

Agrofarm Knau – Futtererbsen für Schweine

Neun Prozent ihrer Ackerflächen hat der Unternehmensverbund Agrofarm Knau eG im vergangenen Jahr mit Erbsen bestellt, die zum großen Anteil als eigenes Futtermittel Mastschweine und im geringen Umfang auch für das Milchvieh dienen. Der Rest geht an die Firma Emsland-Stärke in Golßen, die daraus Proteine für Fischfutter macht, und an Futtermittelhändler vor Ort.

Produktionsleiter Frank Bereuther baut seit 1998 Erbsen an. Die ersten Versuche klappten so prima, dass die Flächen ständig erweitert wurden. „Es stellte sich heraus, dass die Erbse gut zu den Schieferverwitterungsböden in unserer Region passt, weil sie mit der relativen Trockenheit im Frühjahr zurechtkommt“, erklärt Bereuther. Von früher 90 ha Anbau hat er um fast das Dreifache aufgestockt. Begründung: „Wir vermarkten unsere Schweine komplett selbst. Im Dezember 2015 entschlossen wir uns aufgrund der Preismisere, unsere Milch mit garantiert gentechnikfreien Futtermitteln zu produzieren. Bei den Erbsen kommt noch hinzu, dass sie nicht nur gentechnikfrei, sondern auch noch regional produziert sind“, so Bereuther. Das wissen die Kunden zu schätzen.

Die Thüringer nutzen ihre Erbsen innerbetrieblich zur Schweinefütterung der zirka 1.300 Mastschweine – mit sehr gutem Ergebnis. Die Eigenmischung für den Vormastabschnitt in der Schweinemast (von 25 bis 40 kg) enthält 10 % Erbsen. Auch in der Anfangs- und der Endmast konnte in dem Mischfutter ein Teil des Sojaextraktionsschrotes durch die eigenerzeugten Erbsen mit Rationsanteilen von 15 bzw. 20 % ersetzt werden. Ob ausgehend von der guten Verfügbarkeit auch höhere Einsatzraten der Erbsen in den beiden Mastphasen Vorteile bringen könnten, sollte durch einen Fütterungsversuch in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft abgeklärt werden. Dazu kamen die nachfolgend aufgeführten Komponenten zum Einsatz. Als nährstoffseitig sinnvolle Ergänzung zu den betrieblichen Erbsen wurde Rapskuchen eingesetzt, der im Betrieb aus der Milchkuhfütterung zur Verfügung stand. Für eine Absicherung der Gehalte an essentiellen Aminosäuren enthielten die Mineralstoffgemische entsprechend angepasste Anteile.

Tabelle 2: Fütterungsvarianten im Fütterungsversuch

Komponenten Mittelmast Mittelmast – Erbse + Endmast Endmast – Erbse +
Winterweizen in % 37 33 27 25
Wintergerste in % 32 30,5 41 36,5
Sojaex.schrot in % (44% Rohprotein) 11 6,5 3,0
Futtersäure in % 1 1 1 1
Sojaöl in % 1 1 1 0,5
Erbsen in % 15 20 20 27
Rapskuchen 5 5 7,5
Mineralfutter 3,0 3,0 2,5 2,5
Umsetzbare. Energie in MJ 12,9 12,9 12,7 12,8
Rohprotein % 16,0 16,0 15,0 15,3
Lysin % 0,99 1,00 0,91 0,93
Kosten €/dt 20,50 20,26 19,74 19,39

Die Mastschweine beider Fütterungsvarianten wurden gleichzeitig in den Maststall mit Tiefstreu und ad libitum Trockenfütterung eingestallt sowie im Mittel 95 Tage bei ca. 45 kg Einstallgewicht zu schweren Schlachtschweinen gemästet. Die erfassten Mast- und Schlachtleistungen lagen in den erbsenbetonten Varianten auf demselben Niveau wie in den sojabetonten Rationen. Auch waren die Tiere bei bester Gesundheit. Bei den Futterkosten pro Ration waren nur geringe Unterschiede festzustellen. In der Endmast war eine sojafreie Ration mithilfe von Rapskuchen ohne Abstriche bei der Mastleistung möglich. Tabelle 3 gibt einen Ergebnisüberblick.

Tabelle 3: Mast- und Schlachtleistungen

Variante Eingestallte Tiere in Stück Schlachtkörpermasse in kg Zunahme in g/Tag Muskelfleisch in % Futteraufnahme in kg/Tag
Betriebsration 249 103,3 869 55,68 3,3
Erbse+ 249 107,1 918 56,09 3,1

Potenziale von heimischen Körnerleguminosen in Lebensmitteln

Aus gesundheitlichen Gründen empfehlen Ernährungswissenschaftler, den Verzehr von Lebensmitteln tierischer Herkunft zugunsten pflanzlicher Proteinträger zu reduzieren. Die Diskussion um die „Ernährung – mit oder ohne Fleisch“ ist in aller Munde. Erbsen, Ackerbohnen und Co. sind daher auch für die Lebensmittelbranche inzwischen von großem Interesse. Die Hersteller proteinreicher Nahrungsmittel verzeichnen in den letzten Jahren enorme Umsatzzunahmen. Für die verarbeitende Industrie sind Fleischersatzprodukte sehr lukrativ, weil pflanzliche Rohstoffe preisgünstiger im Einkauf sind als Fleischprodukte, der Verkaufspreis ist aber mindestens genauso hoch.

Ackerbohnen aus dem Norden

Fava-Trading GmbH & Co. KG eine Firmengründung von Landwirten, die neue Absatzwege für Ackerbohnen gesucht und gefunden haben. Fava-Trading wurde 2017 gegründet, begann mit einem Jahresvolumen von 3.000 tAckerbohnen zur Verarbeitung für die menschliche Ernährung und liegt heute bei einer Kapazität bis zu 20.000 t. „Es läuft gut und wir suchen weiter Ware von hoher Qualität“, sagt Geschäftsführer Jan Schulze-Geißler und erklärt, was das bedeutet: „Geringer Lochfraß, Körner von relativ gleichmäßiger Farbe und Größe, höchstens 15 % Feuchte. Um das zu schaffen, müssen die Landwirtinnen und Landwirte sich intensiv mit der Kultur beschäftigen. „Ein Problem der angebotenen Ware sind häufig Löcher vom Ackerbohnenkäfer, lebende und tote Schädlinge. Sie müssen aussortiert werden. Große, exakte Reinigungs- und Sortiermaschinen sind dafür notwendig.“
Aktuell ist Fava-Trading noch sehr exportorientiert. Dabei werden die Bohnen aus dem niedersächsischem Cadenberge in fast alle Regionen der Welt geliefert. Um weitere derzeit gefragte Anwendungen zu bedienen, haben die Firmengründer mit dem Bremer Traditionsmühlenunternehmen Roland Mills United Ende 2019 eine weitere Unternehmung, die Roland Beans GmbH gegründet. Im Angebot sind verschiedene Mehlqualitäten, Schrot, Grits und geschälte Ackerbohnen. Aktuell gibt es eine sehr große Nachfrage nach Protein-Konzentraten und Stärke aus verschiedensten Bereichen der Lebensmittelindustrie, wie der Fleischverarbeitung und Getränkeherstellung. Die Ackerbohnen sind zudem als Zutat für vegetarische und vegane Fleischalternativen und Brot gefragt. „Der Trend geht zu heimischer Ware, oft auch, um das etwas in Verruf geratene Soja zu ersetzen“, erklärt Schulze-Geißler. In naher Zukunft will Fava-Trading auch in den Biomarkt einsteigen. Die Zertifizierung ist für die gesamte Produktpalette im September 2020 vorgesehen. Vorher investieren die Gesellschafter nochmals, um die bestehende Anlage leistungsstärker zu machen. Zu den Ackerbohnen sollen demnächst auch Lupinen, Erbsen und Linsen ins Angebot mit aufgenommen werden.

Rheinische Ackerbohne e.V.

Der Verein Rheinische Ackerbohne kümmert sich seit 2017 engagiert um den Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten mit Ackerbohnen – vom Tierfutter bis hin zum Einsatz in der menschlichen Ernährung. Der Verein hat auf regionaler Ebene in hohem Maße das geschafft, woran es den Ackerbohnen und anderen Leguminosen bundesweit noch fehlt: Für Landwirte stabile Absatzwege zu schaffen und die Ackerbohne für die verarbeitende Lebensmittelwirtschaft interessant sowie beim Verbraucher bekannt zu machen. Es gibt inzwischen viele Produkte mit dem Logo der Rheinischen Ackerbohne, von Eiern über Milch und Fleisch (Ackerbohne als heimisches Futtermittel) bis zum Brot. Großen Erfolg verbucht die Zusammenarbeit mit derzeit fünf Bäckereiketten, die ein Ackerbohnenbrot aus 40 Prozent Ackerbohnen und 60 Prozent Dinkel beziehungsweise Emmer anbieten. Es hat reichlich Ballaststoffe und Eiweiß, aber nur wenig Fett. Das Bohnenmehl bringt viele technologische Vorteile mit, was bei den Kunden sehr gut ankommt. Brote mit Ackerbohnenmehl in der Backmischung bleiben saftig und länger frisch.

Erbsen für die Protein- und Stärkeherstellung

Die Firma Emsland Group hat ebenfalls das Potenzial heimischer Leguminosen erkannt. In zwei Werken des Unternehmens werden bis zu 160.000 t Erbsen aus heimischen Vertragsanbau zu Erbsenstärke, Erbsenproteinisolat und Erbsenfaser aufbereitet, woraus sich zahlreiche Anwendungen in Lebensmitteln eröffnen. Das auf vegane Produkte spezialisierte Unternehmen Amidori verarbeitet überwiegend heimisches Erbsenproteinisolat in Fleischersatzprodukten wie etwa Burgern, Cevapcici und Kebab.

Weitere Informationen

Ziel des modellhaften Demonstrationsnetzwerks Erbse/Bohne ist es, Anbau und Verarbeitung dieser beiden Kulturen in Deutschland zu unterstützen sowie Nachfrage und Angebot zusammen zu bringen. Auf der Webseite finden Interessierte zahlreiche Informationen rund um die Körnerleguminosen.

Weitere Informationen zu potenziellen Abnehmern von Körnerleguminosen finden Sie unter https://www.demoneterbo.agrarpraxisforschung.de/index.php?id=112


Quellen

BMEL STATISTIK, 2020: Tabellen „Versorgung mit Hülsenfrüchten“ und „Verarbeitung von Getreide und anderen Komponenten zu Mischfutter“ online: https://www.bmel-statistik.de
[abgerufen am 15.02.2020]

BUCHTER, HEIKE; PAUER NINA; ROHWETTER, MARCUS: „Was kommt nach Fleisch“, Zeit, 19. September 2019

DIERIG, CARSTEN: „Das Ende der Fleischproduktion, wie wir sie kennen“ online: https://www.welt.de/wirtschaft/article201563964/Beyond-Meat-US-Unternehmen-will-in-Europa-produzieren.html [abgerufen am 15.02. 2020]

ERBERSDOBLER, HELMUT F., BARTH, CHRISTIAN A.; JAHREIS Gerhard, Ernährungs-Umschau international,| 9/2017: Körnerleguminosen in der Humanernährung Nährstoffgehalt und Proteinqualität von Hülsenfrüchten online: https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/Freie_PDF/EU09_2017_M500-M505.pdf [abgerufen am 15.02. 2020]

FOKUS, 31.08.2019, S. 64-74: Das neue Fleisch

NÜRNBERG INSTITUT FÜR MARKTENTSCHEIDUNGEN E.V. (früher GfK), 2017: Voll im Trend – Konsum in Deutschland https://www.nim.org/compact/fokusthemen/voll-im-trend-konsum-deutschland [abgerufen am 15.02. 2020]

GABOR STEINGAST- DER PODCAST 2019: „Warum sollte man Weizen und Soja noch durchs Schwein drücken“ vom 15.08.2019 online: https://www.gaborsteingart.com/podcast/httpsdasmorningbriefing-podigee-io-267-neue-episode/?wp-nocache=true [abgerufen am 15.02. 2020]

CHRISTOPH JUBIEN, Raiffeisen Warenzentrale Rhein-Main eG. (mündl., Sept. 2019)

ZERHUSEN-BLECHER, PETRA; STEVENS, KATRIN, SCHÄFER; BERNHARD CARL; BRAUN, JÜRGEN 2018 (online: https://demoneterbo.agrarpraxisforschung.de/fileadmin/user_upload/Bilder/Artikel_Wirtschaftlichkeit_2016_2017_190121.pdf [abgerufen am 15.02. 2020]


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