Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Freizeitgartenbau/Gartenakademie

Die Kirschenernte mit Netzen schützen

Schon ab Ende Mai reifen die ersten Süßkirschen in den Gärten. Sie sind lecker und daher auch bei Vögeln und Wespen sehr beliebt, die uns gerne die Ernte streitig machen.

Kleinere Bäume lassen sich mit Netzen gegen Vögel schützen, bei größeren Bäumen muss man einzelne Äste einnetzen.

Die grünen, grobmaschigen Vogelschutznetze sind zwar leicht und preisgünstig, allerdings nicht sehr haltbar. Darüber hinaus stellen sie eine gefährliche Falle für Vögel dar, die sich mitunter darin verfangen und qualvoll verenden.

Ein wenig besser sind daher die schwarzen oder blauen Netze mit kleinerer Maschenweite, die zumindest die Vögel fernhalten, nicht aber die Wespen.

Um erfolgreich Wespen und auch Kirschfruchtfliegen, den „Wurm der Kirsche“ von den Früchten fernhalten zu können, benötigen Sie feine Gemüsefliegennetze mit einer Maschenweite von 1,35 x 1,35 mm. Gegen die neuerdings zunehmend auftretenden Kirschessigfliegen benötigt man extrafeine Netze mit 0,8 x 0,8 mm Maschenweite.

Unten müssen alle Netze gut verschlossen werden.

Zu welchem Zeitpunkt sollte eingenetzt werden?

Die Kirschfruchtfliegen legen ihre Eier auf den Kirschen ab, wenn die Fruchtfarbe nach Gelb umschlägt. Vögel erwarten den ersten roten Schimmer und die erste Süße und Kirschessigfliegen stechen ein wenig später die reifenden Kirschen an.

Welche Netzgröße wird benötigt?

Das Netz muss groß genug sein, um den Baum bis zum Stamm einzuschließen. Dabei ist auch an den Zuwachs denken. Zur ausgemessenen Kronenhöhe sollte man noch die halbe Kronenbreite dazurechnen zzgl. einem halben Meter Puffer, damit das Netz unten geschlossen werden kann.

So reicht ein Netz mit 4,25 m für einen Baum mit 4 m Gesamthöhe, (davon 1 m Stamm) und 3 m Breite. Eine Latte hält das Netz über dem Gipfeltrieb.

Langfristig eine lohnende Investition

Wem die Anschaffungskosten i. H. v. etwa 60 bis 70 € pro Baum zu hoch erscheinen, der möge bedenken, dass die Schutznetze nicht nur vor Vogelfraß und Insektenbefall schützen, sondern auch vor Schäden durch Witterungsereignisse wie Hagel, Starkregen und Sonnenbrand. So macht sich ein Netz oft schon bei 10 -15 Kilo Kirschen bzw. Obst bezahlt, die bzw. das man nicht kaufen muss.

Zudem ist die Anschaffung eine nachhaltige Investition, da die UV-stabilen Gewebe bei sachgemäßer Anwendung und Lagerung durchaus viele Jahre halten. Alleine dadurch reduziert sich der Preis für den Schutz der Ernte auf durchschnittlich 4 bis 5 € pro Jahr und Baum.

Darüber hinaus kann ein Schutznetz öfter im Jahr angewendet werden: beispielsweise Mitte Mai bis Anfang Juni auf den frühen Kirschsorten, Anfang bis Ende Juni auf den mittelfrühen und anschließend auf den späten Kirschsorten. Danach kann es ggf. auf vorhandenen Sauerkirschenbäumen, später auf den Aprikosenbäumen und noch später auf Birnen oder Feigen eingesetzt werden.

Schutznetze können in unterschiedlichen Größen fertig konfektioniert inkl. Reißverschluss bestellt werden. Eine individuelle Konfektionierung ist meist nicht sehr viel günstiger und lohnt sich i. d. R. nur bei Sondergrößen.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie im Internet unter dem Stichwort „madenfreies Obst“.

Und so netzt man richtig ein …

 


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