Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Feldmausschäden halten sich in Hessen in Grenzen

„Notstand im Grünland“, „… ein noch nie dagewesenes Maß an Zerstörung“, „Tierischer Totalschaden“: Die Schreckensnachrichten über die Mäuseschäden in Niedersachsen reißen nicht ab. In Hessen zeigt sich die Lage weniger dramatisch. Zwar sind mehr Feldmausschäden (besonders auf überwachsenem Grünland) festzustellen, als dies 2019 der Fall war, insgesamt bewegen sich die Schäden aber im Rahmen. Festgestellt werden muss jedoch, dass der Schaden besonders ausgeprägt auf ungepflegten Flächen ist, die zu lang in den Winter gegangen sind. Unter dem langen Aufwuchs konnten sich die Mäuse von Fressfeinden ungesehen über die Fläche bewegen, Futter suchen und vermehren.

Mittlerweile scheinen einige der Löcher nicht mehr belaufen zu sein. Verantwortlich für den tendenziell eher rückläufigen Mäusebesatz, könnten die langanhaltenden und ergiebigen Regenfälle der letzten beiden Wochen gewesen sein. Wer es genau wissen möchte, kann den Befallsgrad auf seinen Flächen auch mittels Lochtretmethode ermitteln. Hierbei werden auf einer Fläche von 250 m2 alle Löcher zugetreten. Nach 24 Stunden wird kontrolliert, wie viele Löcher wieder von Mäusen geöffnet wurden. Fünf bis acht geöffnete Löcher entsprechen einem Besatz von etwa 80 bis 120 Mäusen/ha.

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Jetzt schon Saatgut bestellen

Die Nachfrage aus den stark betroffenen Regionen lässt die Preise steigen und beschränkt das Angebot. Einige Landhändler haben ihre Kunden bereits kontaktiert und auf den sich zuspitzenden Gräser-Saatgut-Markt hingewiesen. Aufgrund der anziehenden Nachfrage sind steigende Preise und eine Verknappung des Angebotes, insbesondere im Bereich des Qualitätssaatgutes, zu erwarten. Daher sollte zumindest eine gewisse “Basismenge“ bereits jetzt geordert werden. In den meisten Fällen reichen 10 kg/ha aus, um Wild- und andere Nach-Winter-Schäden zu beheben und einen hohen Anteil wertvoller Futtergräser im Bestand zu erhalten. Sinnvoll ist es, die Menge auf zwei Nachsaaten aufzuteilen. Im Frühjahr (März bis Mai) dient sie der Schadenregulierung, im Herbst (August bis Oktober) der Bestandsverbesserung. Denn nur in der Trockenheit lassen sich Ungräser, wie die Gemeine Rispe effektiv bekämpfen. Mittels Striegel wird sie dann aus dem Bestand gekämmt, um im folgenden Arbeitsgang in den entstanden Lücken die Nachsaat zu etablieren.

Rotes Etikett: Nur empfohlene Sorten kommen in die Tüte!

Die empfohlene Nachsaatmischung GV mit rotem Etikett, enthält alle drei Reifegruppen des deutschen Weidelgrases, die jeweils durch mindestens zwei Sorten vertreten sein müssen. Sie enthält also mindestens sechs empfohlene und auf Ausdauer geprüfte Sorten. Ausdauer, Ertragssicherheit und Qualität sind die Maßstäbe, anhand derer die Mischungen gemessen werden. Die frühen Weidelgräser sind dabei wichtige Strukturlieferanten, die einen frühen ersten Schnitt ermöglichen. 2019, als sich der erste Schnitt aufgrund eines jahreszeitlich späten Temperatureinbruchs um zwei Wochen verschob, waren diese Bestände mit die ersten, die erntereif waren. Die Ausdauer der geprüften Sorten zeigte sich besonders in 2018. Als die Dürre für massive Ausfälle sorgte, waren es die ausdauernden Sorten, die die Trockenheit überlebt hatten und sich deutlich schneller wiederbegrünten.

Daher lautet die Empfehlung: Jetzt GV mit rotem Etikett kaufen (ca. 10 kg/ha).


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