Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Mäuseschäden erfordern Nachsaaten

In vielen Regionen Deutschlands wird das Grünland nach den Trockenperioden derzeit massiv von Mäusen geschädigt. Vor allem in geschlossenen Grünlandgebieten bspw. auf Standorten ohne Grundwassereinfluss treten häufig Schäden auf.

Mäuselöcher in Grünlandnarbe
Mäuse können die Grünlandnarbe massiv schädigen
Dabei werden hauptsächlich lockere Extensiv-Narben befallen oder Narben, die jetzt durch die Trockenperioden lückig geworden sind. Geilstellen und/oder ungenutzte Ränder von Koppeln, Wegen und Gräben nutzen die Mäuse außerdem häufig als Sichtschutz, daher sollten solche Bereiche regelmäßig beseitigt werden, bspw. durch Nachmahd auf der Weide. Schäden entstehen durch den Fraß der Schadnager an Pflanzenteilen und Wurzeln sowie durch deren Wühltätigkeit. Dadurch entstehen Lücken, in die schnell auch unerwünschte Arten wie Gemeine Rispe, Ampfer u.a. einwandern können. Zusätzlich werden im Boden vorhandene Unkraut- und Ungrassamen durch das Wühlen zur Keimung angeregt.

Die günstigste Jahreszeit zur direkten Bekämpfung ist in der Zeit zwischen Oktober und April gegeben, da während der Vegetationsperiode die Bekämpfung wegen hohen Vermehrungsraten und laufender Zuwanderung weniger wirksam ist. Die Förderung der zahlreichen natürlichen Feinde gehört hingegen zu den möglichen indirekten Bekämpfungsmaßnahmen, die laufend erfolgen sollten. Besonders wirkungsvoll ist das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel. Weitere natürliche Feinde können durch eine vielseitig strukturierte Landschaft gefördert werden. Außerdem hilft es, das Grünland im Vorwinter kurz zu halten.

Die durch die Mäuse entstandenen Lücken sind unbedingt durch eine Nachsaat zu schließen. Eine Nachsaat kann zwar während der gesamten Vegetationszeit durchgeführt werden. Bei starkem Mäusebefall sollte sie aber bereits im zeitigen Frühjahr erfolgen. Um sich gegen die Altnarbe durchzusetzen, ist eine gute Konkurrenzkraft der nachgesäten Mischung erforderlich. Eine Voraussetzung, die vor allem das Deutsche Weidelgras erfüllt. In vielen Bundesländern wird deshalb die Standard-Mischung GV für Nachsaaten empfohlen. Sie besteht aus reinem Deutsche Weidelgras. Neben der Wahl der richtigen Mischung steckt auch in der Sortenwahl ein riesiges Potential. Nicht jede Sorte ist für jeden Standort geeignet! Mischungen, die empfohlene Sorten für Mittelgebirgslagen enthalten, werden daher mit dem „Roten Etikett“ versehen.

Zu den Mischungs- und Sortenempfehlungen.


Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen