Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Rost auf Mäh- und Weideflächen

Seit dem Spätsommer lässt sich in diesem Jahr vermehrt Rostbefall auf Weide- und Mähflächen erkennen. Betroffen sind in erster Linie die Hauptfuttergräser, allen voran das Deutsche Weidelgras.

Milchkühe auf der Herbstweide, auch hier tritt Rost auf
Milchkühe auf der Herbstweide, auch hier tritt Rost auf

Die Sporen der Rostpilze infizieren die Wirtspflanze bei passenden Bedingungen (milde Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, Blattnässe über mehrere Stunden). Die derzeit auftretende Taufeuchte und die zu erwartende milde Witterung werden eine weitere Ausbreitung begünstigen. Besonders gefährdet sind geschwächte Grünlandbestände, vor allem bei knapper Grundnährstoff- und Kalkversorgung.

Auswirkungen des Rostbefalls

  • leicht verdauliche Kohlenhydrate in den Pflanzenzellen werden verbraucht
    – Futterwert sinkt
    – Verdaulichkeit sinkt
    – Silierfähigkeit wird stark beeinträchtigt (Nahrung für Milchsäurebakterien fehlt)
  • Kühe meiden befallenes Gras (Geruch, Geschmack), Futteraufnahme auf Weide/Futtertisch sinkt
  • Gesundheitsbeeinträchtigungen beim Rind möglich, z.B. Reizungen der Schleimhäute bei Weidetieren
südexponierte Hangfläche, Deutsches Weidelgras mit Rost
südexponierte Hangfläche, Deutsches Weidelgras mit Rost

Maßnahmen bei Rostbefall auf Schnittflächen

  • Pflegeschnitt im Herbst –> Aufwuchs verwerfen oder Siliermittel nutzen
  • Verschleppung vermeiden –> befallene Fläche als letztes ernten
  • befallene Flächen im Wandkalender (2022) vermerken und im Spätsommer früher mähen
  • befallene Flächen bedarfsgerecht düngen (NPK)
    – Rost breitet sich in höheren Beständen besonders aus
    – ein N- und K-Mangel begünstigt nachgewiesen eine Infektion mit Rost
  • Einsatz von geprüftem Saatgut für die Nachsaat (Rostresistenz ist Prüfmerkmal des Bundessortenamtes)

 Maßnahmen bei Rostbefall auf Weideflächen

  • laktierende Kühe von der Fläche nehmen, ggf. Nachbeweidung mit Rindern
  • Jungrinder beobachten und in jedem Fall mit z.B. Getreideschrot zufüttern (Energiebedarf decken)
  • Weidereste nachmähen oder mulchen
  • weideangepasste Düngung in den Folgejahren

 

Dieser Beitrag stammt aus der Beratungs-Info Grünland Futterbau Hessen Süd.
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