Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Aktuelle Silomaisabreife 2019 & Ernteplanung

Die aktuellen Ergebnisse der Silomaisabreife in Nordhessen/Mitte zeigen in der vergangenen Woche eine deutliche Beschleunigung der Silomaisabreife. Einzelne, besonders trockene, Standorte zeigen jetzt deutlich absterbende Restpflanzen. Bisher trifft das jedoch nur einen geringen Flächenanteil im Beratungsgebiet und sollte nicht zu einer verfrühten Ernte der noch überwiegend grünen Bestände führen.

Die Bestände mit hohem Anteil vertrockneter Restpflanzen sollten zuerst unten in das Silo gefüllt werden; dadurch wird hier eine hohe Verdichtung ermöglicht und die Nacherwärmungsgefahr deutlich verringert.

Kolbentrockenmassegehalte

Maiskolben an Pflanze
Zur Bestimmung des optimalen Erntetermins ist eine genaue Bestandesansprache notwendig
Die Kolbentrockenmassegehalte sind in den vergangenen acht Tagen um ca. 8 % (1 % pro Tag) angestiegen. Im Schwalm-Eder-Kreis liegen die früheren Standorte meist bei ca. 50 %. Bei 50 % TM im Kolben spritzt in jedem Fall noch Milch aus dem Korn.
Die Körner sollten in der Längsrichtung durchtrennt werden, dann wird die sogenannte Milk Line (trennt den flüssigen vom festen Teil des Korns) sichtbar. Angestrebt werden sollten 55-60 % TM im Kolben (Flüssigkeit spritzt dann nur noch ganz wenig am Spindelansatz), dann ist von einer vollen Stärkeeinlagerung auszugehen. Da die Temperaturen in der jetzigen Woche deutlich unter den Werten der vergangenen Woche liegen, ist von einer etwas langsameren TM Zunahme im Kolben auszugehen (etwa 4-5 % pro Woche).

Trockensubstanzgehalte der Restpflanzen

Die Trockensubstanzgehalte der Restpflanzen liegen aufgrund der Trockenheit jetzt meist schon auf hohem Niveau. Standorte mit hoher Bodengüte/guter Wasserversorgung haben hier Vorteile; hier ist nur ein geringer Anstieg im Wochenverlauf festzustellen. Die Werte liegen auf diesen Standorten mit 23 % noch voll im „grünen“ Bereich. Die Bestände auf diesen Standorten können auf jeden Fall bis zur max. Stärkeeinlagerung stehen bleiben.
Knappere Standorte mit angespannter Wasserversorgung liegen hier schon zwischen 26 und 29 % TM. Die meisten Pflanzen dieser Standorte sind jedoch noch überwiegend grün; zum Teil etwas „fahl grün“, was ein Beginnen des Absterbens anzeigt. Solange die Pflanzen noch überwiegend grün sind, findet weiter Photosynthese und damit eine Umwandlung/Einlagerung vom erzeugten Zucker in Stärke in die Kolben statt. Nach Niederschlägen nehmen die Pflanzen wieder Wasser auf und die sehr hohen TM Gehalte sinken auch hier wieder etwas ab. Auch diese Bestände sollten nicht vorzeitig geerntet werden, um möglichst viel Stärke in die Silage zu bekommen.

Die Bestände sollten immer mindestens 5 m vom Rand und an mehreren Stellen beurteilt werden.

Wenn die Pflanzen die Stärkeeinlagerung beendet haben, ist bei anhaltender Trockenheit von einer schnellen Abreife der Restpflanzen auszugehen! Die Bestände können dann innerhalb weniger Tage vertrocknen, dies ist besonders auf leichten Böden zu beachten! Dann sollte die Ernte umgehend erfolgen!

Anhand der Tabelle ist ersichtlich, dass eine Reifebeurteilung nur anhand des Gesamttrockenmassegehaltes zu falschen Schlüssen, nämlich in diesem Jahr zu einer zu frühen Ernte führen würde!
Beispiel Standort Sebbeterode: mit 33 % Gesamttrockenmasse aber nur 46 % TM im Kolben würde hier bei sofortiger Ernte ein erheblicher Stärkezuwachs verschenkt werden.

Frühe Bestände mit ca. 50 % Kolben-TM: Ernte ab Ende KW 37 – KW 38 planen (Restpflanzenabreife fortlaufend beobachten)
Mittlere Lagen mit ca. 45 % Kolben-TM: Ernte in der 38. KW planen
Spätere Bestände/Höhenlagen mit ca. 40 % Kolben-TM: Ernte ab der 39. KW möglich – weitere Abreifeentwicklung beobachten

Anlage eines „Vorsilos“

Wenn aufgrund von Futtermangel ein s.g. „Vorsilo“ angelegt werden muss, sollten die frühesten Bestände, optimaler Weise auch Sorten mit früher Reifezahl/Stärkeeinlagerung vorzeitig gehäckselt werden. Die Menge sollte so bemessen werden, dass das Hauptsilo möglichst min. 4 Wochen verschlossen bleiben kann.
Auf eine schmale Siloanlage, die einen hohen Vorschub ermöglicht, ist zu achten!
Wenn das Silo schon nach kurzer Zeit wieder geöffnet werden soll, ist der Einsatz von speziellen Siliermitteln anzuraten. Siliermittel der WR 2 die für diesen Zweck geeignet sind + ggf. mit chemischer Komponente wirken hier am sichersten.


Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Grünland- und Futterbau-Fax des LLH. Bei Interesse finden Sie weitere Infos unter: https://llh.hessen.de/pflanze/gruenland-und-futterbau/gruenland-und-futterbau-fax/


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