Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Hinweise zur Mais-Aussaat 2021

Die Maisaussaat steht kurz bevor. Hier geben wir Ihnen Tipps zum Aussaatzeitpunkt, zur Bodenbearbeitung und zur Anlage von Jagdschneisen.

Bodenbearbeitung und Aussaat

Momentan liegen die Bodentemperaturen ca. 2-3°C unter den Werten der Vorjahre. Aufgrund der aktuell deutlich unterdurchschnittlichen Boden und Lufttemperaturen bieten sich für viele Standorte noch nicht ideale Aussaatbedingungen an. Wird der Mais bei zu niedrigen Bodentemperaturen gesät, verzögert sich die Auflaufphase.

Aktuelle Bodentemperaturen werden am genausten auf einer eigenen Fläche mit einem Thermometer gemessen, dann werden auch die standortbedingten Besonderheiten (pfluglos mit Zwischenfrucht, Herbstfurche, Frühjahrsfurche) mit erfasst. Entscheidend hierbei sind die durchschnittlichen Bodentemperaturen. Ermitteln Sie Ihre Werte über den Tagesverlauf und bilden sie einen Durchschnittswert.

Exemplarische durchschnittliche Bodentemperaturen für drei Standorte

  Schauenburg-Elgershausen in Nordhessen
22.04.21 23.04.21 24.04.21 25.04.21 26.04.21 27.04.21 28.04.21
Brache 5 cm: 9 10 10 10 10 11 11
10 cm: 10 10 10 10 10 11 11
Bestand 5 cm: 8 8 8 8 8 9 9
10 cm: 8 8 8 8 8 8 9
Bad Hersfeld in Osthessen
22.04.21 23.04.21 24.04.21 25.04.21 26.04.21 27.04.21 28.04.21
Brache 5 cm: 11 11 11 11 11 11 11
10 cm: 11 11 11 11 11 11 11
Bestand 5 cm: 9 9 9 9 9 9 9
10 cm: 9 9 9 9 8 9 9
Twistetal-Mühlhausen Nordhessen
22.04.21 23.04.21 24.04.21 25.04.21 26.04.21 27.04.21 28.04.21
Brache 5 cm: 9 10 10 10 10 11 11
10 cm: 9 10 10 10 10 10 11
Bestand 5 cm: 8 8 8 8 8 9 9
10 cm: 8 8 8 8 8 8 9

Weitere Standorte finden Sie unter https://isabel.dwd.de/

Auf der Seite „Kachelmannwetter“ können die durchschnittlichen Bodentemperaturen (-5 cm) für einige hessische Standorte angesehen werden. Hier kann man auch die Entwicklung der letzten Tage beobachten.

Durch einen zügigen Feldaufgang mit schneller Jugendentwicklung verringert sich das Ausfallrisiko durch Schädlinge und Auflaufkrankheiten.

Folgende Punkte tragen zum schnellen Feldaufgang und guter Jugendentwicklung bei:

  • Die Bodentemperatur sollte bei der Aussaat mindestens 8°C besser 10°C mit möglichst steigender Tendenz (Aussaat zu Beginn einer warmen Phase) betragen.
  • Gepflügte Böden erwärmen sich schneller als pfluglos zu bestellende Flächen.
  • Keine Bodenbearbeitung/ Aussaat bei zu feuchten Bodenverhältnissen durchführen.
  • Ausreichender Feinerdeanteil im Saathorizont durch passende Bodenbearbeitung schaffen (ohne Verdichtungen).
  • die richtige Tiefenablage: bei Böden mit höherem Tonanteil sind 4-5 cm anzustreben bei sandigen Standorten 5-6 cm. Die exakte Saatkornablage ist schlagspezifisch einzustellen und kontinuierlich zu kontrollieren, auch die korrekte Ausbringung der Unterfußdüngung. Aufgrund der momentan überall ausreichenden Bodenfeuchte sollte die Aussaattiefe eher am oberen Rand der Empfehlungen eingestellt werden.
  • Eine Unterfußdüngung mit NP Dünger verbessert bei der aktuell kühleren Witterung die Jugendentwicklung.

Anlage von Jagdschneisen

Vielerorts versuchen Landwirtschaft und Jäger gemeinsam Lösungen gegen starke Schwarzwildschäden zu entwickeln. Hierbei können Jagdschneisen den Bejagungserfolg z.B. an Waldrändern aber auch in großen Schlägen deutlich erhöhen. Falls Sie bereits bei der Aussaat solche Schneisen anlegen bzw. dort keinen Mais legen wollen, können Sie diese im Agrarantrag als Mais mit einzeichnen. Ein Vermerk auf die Anlage der Schneisen im „Bemerkungsfeld“ kann bei einer Kontrolle Irritationen vermeiden. Achten Sie zudem auf das Anwendungsverbot von Pflanzenschutzmitteln im nicht mit Mais bestellten Bereich.

Vorsilo für Silomaisernte 2021 planen

Falls sich Futterlücken beim Silomais im Spätsommer abzeichnen, kann durch den Anbau von frühen Sorten auf entsprechend dazu passenden Standorten ein Teil des Silomais vorzeitig geerntet werden. Dieses “Vorsilo“ kann dann ggf. unter Einsatz von Siliermitteln rel. früh wieder geöffnet werden.

Dieser Beitrag stammt aus der Beratungs-Info Pflanzenproduktion des LLH.

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag