Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Maiszünslerbekämpfung: Vorbeugende Maßnahmen im Herbst

Das Auftreten des Maiszünslers hat in unserer Region eine immense Bedeutung erlangt. Allerdings war der Besatz dieses Jahr bedingt durch die trockene und heiße Witterung gefühlt etwas niedriger als der Schnitt der Jahre. Trotzdem sind Flächen zu finden mit 20 bis 60 % befallenen Pflanzen.

Mit Zünslerlarven befallener Maisstängel
Mit Zünslerlarven befallener Maisstängel
Die Larve überwintert in den Maisstoppeln
Die Larve überwintert in den Maisstoppeln

Schneidet man Pflanzen der Länge nach auf, sieht man, dass auch zunächst optisch gesunde Pflanzen einen Befall aufweisen können. Durch teilweise frühen Zuflug findet man auch Zünslerlarven im unteren Maisabschnitt, der nicht vom Häcksler erfasst wird.

Die frühe Maisernste und die trockene Witterung sollten genutzt werden, um mit einer mechanischen Bekämpfung den Zünslerdruck zu reduzieren.

Die Larve überwintert in den Maisstoppeln. Im Frühjahr (i.d.R. im Mai) des Folgejahrs verpuppt sich die Larve und Ende Mai/Anfang Juni erscheinen die ersten Falter. Das Vermehrungspotential eines weiblichen Falters liegt zwischen 300 und 1200 Eiern. Diese werden in Gelegen von ca. 40 Eiern an den Blattunterseiten abgelegt und ca. 14 Tage später schlüpfen daraus die Larven. Da die Maisanbaudichte in unserer Region deutlich zugenommen hat, sollte dieser Entwicklung Rechnung getragen werden.

Um das Schadpotenzial dieses Insektes nachhaltig so gering wie möglich zu halten, sollte auf die Stoppelbearbeitung großen Wert gelegt werden. Insbesondere dort, wo durch die Nähe von Biogasanlagen eine intensivere Maisfruchtfolge gefahren wird! Der größte Bekämpfungserfolg der Larven wird mit dem Mulchen der Stängel und einer wendenden Bodenbearbeitung erreicht.

Bei pfluglosen Betrieben sollte auf eine möglichst feine Zerkleinerung der Maisstoppeln mit dem Mulcher geachtet werden. Durch diese Maßnahme wird die Larve bzw. ihr Winterlager zerstört.

Neben dem klassischen Schlegelmulcher wird auch alternativ der Sichelmulcher zur Zerkleinerung eingesetzt. Sichelmulcher schneiden Stängel ab, spleißen sie aber wenig auf.

Bohrlöcher der Larven
Bohrlöcher der Larven
Fraßgänge der Larven
Fraßgänge der Larven

Eine weitere Alternative stellt die weniger kostenintensive Messerwalze dar. Sie spleißt zwar auch, ähnlich wie ein Mulcher, die Stängel auf und fördert die Verrottung, vernichtet die Larven aber nicht ausreichend. Damit sind die Wirkungsgrade deutlich schlechter als beim Mulcher.

Im Anschluss sollte eine möglichst intensive Durchmischung des Bodens stattfinden. Ein weiterer positiver Effekt dieser Maßnahme ist die Förderung der Strohrotte und die Reduzierung des Fusariumrisikos im nachfolgenden Winterweizen.

Der Pflug zählt jedoch nach wie vor zu den sichersten mechanischen Bekämpfungsmaßnahmen, da er die Larven unter der Erde verschüttet und somit abtötet. Die Pflugfurche sollte nach Möglichkeit noch im Herbst erfolgen. Mit diesen Maßnahmen können die Maiszünslerpopulationen effektiv reduziert und die Befallsausbreitung im Folgejahr eingedämmt werden.


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