Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Sommer 2019: So präsentieren sich die Maisbestände in Hessen

Nach dem Rekordjahr 2018 zeigte sich auch das Jahr 2019 als zu heiß und zu trocken. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war der Sommer 2019 der drittwärmste seit Beginn der Wetterauf-zeichnungen im Jahr 1881. Gewitter sorgten in einigen Gebieten für Niederschlag und entspannten die Situation teilweise etwas, sodass sich das Dürre-Jahr 2018 in dieser Schärfe zum Glück nicht wiederholte.

Die Situation in Hessen

Laut des Deutschen Wetterdienstes wurde in Hessen im Sommer 2019 eine Durchschnittstemperatur von 19,1 °C erreicht im Vergleich zu 16,2 °C im vieljährigen Mittel. Die Niederschlagsmengen lagen mit knapp 160 l/m² um 62 l/m² unter den vieljährigen Mittelwerten der internationalen Referenzperiode. Das Sommerwetter der letzten Wochen hat die Maisabreife deutlich beschleunigt. Die Bestände sind gegenwärtig je nach Wasserversorgung der Standorte recht heterogen. Laut LLH-Pflanzenbauberatung präsentieren sich die meisten Maisbestände in den einzelnen Landkreisen nach einem schwierigen Start inzwischen allerdings überwiegend vielversprechend:

So stehen in den Landkreisen Marburg Biedenkopf, Gießen und im Lahn-Dill-Kreis bspw. überwiegend gute Maisbestände. Die Wuchsdepressionen im Juni haben sich nach etwas Regen im Juli und August zum Teil wieder ausgewachsen. In einigen Lagen, besonders in Richtung Westerwald hat der Mais hingegen stärker unter der Trockenheit gelitten.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg präsentiert sich der Mais überwiegend gut mit guter Kolbenentwicklung. Auf den schwächeren Böden im Raum Upland, Diemelsee und Lichtenfels war die Niederschlagsverteilung sehr unterschiedlich, dadurch sind hier unterdurchschnittliche Erträge zu erwarten.

Auch in der Wetterau, im Süden und Süd-Westen ist die Situation je nach Niederschlagsverteilung und Standort recht unterschiedlich. Auf leichten Böden und bei ausgebliebenen Niederschlägen blieben die Pflanzen im Wuchs zurück. Teilweise blieb die Blüte aus, aber in diesem Jahr sind dennoch nur wenige kolbenlose Bestände zu verzeichnen. Auf guten Böden mit besserer Wasserversorgung hat sich der Mais auch im Süden recht gut entwickelt.

Erntezeitpunkt dem Standort anpassen

Diese Beobachtungen unterstreichen die heterogenen Bedingungen und die dadurch unterschiedliche Entwicklung der Bestände. Die Reifeansprache fällt also in diesem Jahr je nach Region, Standort und Wasserversorgung zum Teil wieder sehr unterschiedlich aus. Daher sollten die Bestände regelmäßig kontrolliert werden, um trotz der schwierigen Bedingungen einen möglichst günstigen Erntezeitpunkt einzuhalten.

Dabei ist die Einschätzung des Bestandes hinsichtlich Kolbenanteil und die Beobachtung der Restpflanzenabreife besonders wichtig. Eine Maispflanze kann noch assimilieren, d.h. sie bildet Zucker und lagert diesen als Stärke im Kolben ein, wenn sie noch ausreichend grüne Blätter aufweist (mindestens die halbe Pflanze ist noch grün). Bei gut entwickelten Beständen kann die Siloreife abgewartet werden, diese ist dann erreicht, wenn der Kolben > 55 %Trockenmasse aufweist (und die Restpflanze etwa bei 23 bis 25 % liegt). Die Trockensubstanzgehalte der Restpflanzen sind aufgrund der Trockenheit inzwischen auf vielen Standorten recht hoch, können aber nach den zu erwartenden Niederschlägen wieder etwas absinken, sodass überwiegend grüne Bestände mit gutem Kolbenansatz nicht vorzeitig geerntet werden sollten, da sie noch Stärke in den Kolben einlagern können. Auf den Standorten mit Trockenstress ist hingegen mit einer schnellen Abreife der Restpflanzen zu rechnen. Diese Bestände müssen zeitnah geerntet werden, um die Verdichtbarkeit des Häckselgutes zu gewährleisten und ein Verholzen der Pflanze zu verhindern.

Weitere Infos zur Silomaisabreife in Nordhessen und Mittelhessen 2019:

https://llh.hessen.de/pflanze/gruenland-und-futterbau/futterbau/mais/aktuelle-silomaisabreife-2019-ernteplanung/


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