Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Zweiter Schnitt ist erntereif

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass der zweite Schnitt idealerweise vier bis fünf Wochen nach dem ersten Schnitt erfolgt. Dazu wurde an drei Standorten im südhessischen Odenwald am 8. Juni eine erneute Reifeprüfung durchgeführt.

Das Deutsche Weidelgras blüht bereits vielerorts
Das Deutsche Weidelgras blüht bereits vielerorts
Die Hauptgräser zeigen Ähre und Rispe im zweiten Aufwuchs
Die Hauptgräser zeigen Ähre und Rispe im zweiten Aufwuchs

Der erste Schnitt erfolgte vielerorts zwischen 4.und 8. Mai.
Einige Betriebe ernteten den zweiten Schnitt bereits in der ersten Juniwoche.
Die am 11. Mai teilweise ausgiebigen Regenfälle bis 65 mm in Südhessen standen dem zweiten Aufwuchs zur vollen Verfügung.
Die Eisheiligen führten zwar stellenweise zu Nachtfrösten, haben die Vegetation aber kaum gehemmt.
Nach wie vor zeigt die phänologische Uhr einen Vorsprung der Natur. Auch die Schafskälte der letzten Tage hält das Wachstum kaum auf. Auf allen drei Probeflächen zeigten sich Rispen und Ähren der Hauptgräser. Das Deutsche Weidelgras stand in voller Blüte.

 

Grassilageernte 2020 – 2. Schnitt Reifeprüfung am 8. Juni

Ort Schnitt-datum TM % Protein % TM Rohfaser %
TM
Zucker % TM NEL/kg
TM
Zu / PK VK 35 % TM
Erläuterungen:

PK = Pufferkapazität (Menge an benötigter Milchsäure bis pH 4 erreicht wird)
Z/PK  = Verhältnis Zucker zu Pufferkapazität (Säuerungsvermögen)
VK = Vergärbarkeitskoeffzient (TM% + (8*Z/PK)
VK-Beurteilung: <35 = schwer silierbar, 35 – 45 = mittelschwer silierbar, >45 = leicht silierbar 

Tallagen bis 150 m Höhenlage
Höchst-Dusenbach
(ERB)
150 m
8.6. 19 12,7 25,7 19,6 6,71 4,2 69
               
Standorte zwischen 150 und 300 m Höhenlage
Birkenau
(HP)
230m
8.6. 21 16,7 24,6 13,5 6,72 2,5 55
               
Erbach
(ERB)
235 m
8.6. 21 15,8 25,1 14,6 6,78 2,2 53
               
Zielwerte     15-19 22-24   >6,3 >2 >45

Die heißen Tage kurz vor Pfingsten führten zu einer kritischen Trockenheit in der oberen Bodenschicht der Grasnarbe. Die nutzbare Feldkapazität sank auf unter 40 %. Das bedeutet Trockenstress für die Vegetation. Betriebe mit Höhenlagen bis 250 m haben in der ersten Juniwoche den optimalen Schnittzeitpunkt gewählt. Der zwischen dem 4. und 6. Juni gefallene Niederschlag von 30 mm (Erbach) bis 55 mm (Birkenau) kann so gut vom dritten Aufwuchs genutzt werden. Die Rohfasergehalte zwischen 25 und 26 % zeigen, dass auch in diesem Jahr eine nur vierwöchige Wuchsdauer für den zweiten Schnitt ausgereicht hat. Je nach Intensität der N-Düngung zum zweiten Aufwuchs liegen die Rohproteingehalte zwischen 13 und 17 %. Die Zuckergehalte befinden sich unverändert auf einem sehr hohen Niveau zwischen 13 und 19,6!!! %.

Fazit und Zusammenfassung:

  • optimaler Schnittzeitpunkt 2020 für intensiv geführtes Grünland 4 bis 5 Wochen nach ersten Schnitt
  • wie im ersten Aufwuchs, sehr hohe Zuckergehalte
  • Rohproteingehalte wesentlich von N-Düngung zum zweiten Aufwuchs beeinflusst
  • hohe Energiegehalte wie im ersten Schnitt möglich; Schnittzeitpunkt entscheidend!

Video Reifeprüfung Grünland – Südhessen

 


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