Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

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Hortifax – Ihr regelmäßiger Kontakt zu aktuellen Informationen aus dem Gartenbau

Zierpflanzen-Verkaufsstand
Zierpflanzen-Verkaufsstand
Das Hortifax informiert Sie regelmäßig in kurzen Beiträgen über aktuelle Themen zu den verschiedenen gartenbaulichen Bereichen Zierpflanzenbau/Endverkauf, Obstbau/Baumschule, Betriebswirtschaft, Gemüsebau und Pflanzenschutz.
Für Verkäufer im Endverkauf sind die „Fachinformationen für Verkäufer“ besonders interessant. Sie enthalten wertvolle Hinweise für ein fachgerechtes Verkaufsgespräch.
In einem allgemeinen Teil gibt es Hinweise auf fachübergreifende und ganz aktuelle Themen sowie interessante Termine und Veranstaltungen.
Das Beratungsteam Kassel erstellt das Hortifax und versendet es monatlich per Mail oder per Fax. Es ist für 14,50 € (netto) im Jahr zu beziehen.
Ansprechpartner ist Mechthild Borchert, Beraterin für Zierpflanzenbau und Endverkauf (siehe Kontakt). Hier können Sie das Abonnement oder auch ein kostenloses Probeabonnement bestellen.

Beispielhaft soll hier das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Oktober 2017 einen Überblick über die Themen geben.

  • Allgemeines
    Pflanzenschutz-Sachkunde-Fortbildung im Rahmen der Kasseler Gartenbautage 2018
  • Betriebswirtschaft
    Wirtschaftliche Krisenpotentiale frühzeitig erkennen
  • Pflanzenschutz
    Raupen an Primeln; Botrytis an Primeln; Fungizidbehandlungen im Herbst in Violen und Primeln
  • Zierpflanzenbau/Endverkauf
    Poinsettien-Kultur: Nicht-parasitäre Ursachen für eine Gelbfärbung der Blätter;
    Adventliche Warenpräsentation; Präsentation für den Herbst ausbauen;
    Arbeitsorganisation: Gibt es Möglichkeiten, das Problem der hohen Arbeitsbelastung zu entschärfen? (Hier Teil 1:  Sinnvolle Prioritäten setzen, Mengen produzieren;
    Teile 2 und 3 in weiteren Rundbriefen)
  • Kurze Anmerkung zum Schluss: Kundenbindung am Telefon

Leseprobe

Auch die folgende Leseprobe von Heiko Kähny, Betriebswirtschaftsberater des LLH am Standort Kassel, ist aus der Hortifax-Ausgabe Oktober 2017

„Wirtschaftliche Krisenpotentiale frühzeitig erkennen

Wirtschaftliche Krisen werden in Unternehmen oft erst dann wahrgenommen, wenn sie schon weit fortgeschritten sind. Neben externen Faktoren wie demografischen Entwicklungen, Kaufkraft der Kunden etc. gibt es aber auch interne Ursachen. Diese können z. B. zu hohe oder falsch eingesetzte Investitionen sein. Auch die fehlende Kontrolle des wirtschaftlichen Erfolgs im eigenen Unternehmen ist häufige Ursache.

Die Salden der Geschäftskonten reichen als „Barometer“ der wirtschaftlichen Stabilität bzw. des Erfolgs meist nicht aus. Es zeigt sich immer wieder, dass erst dann reagiert wird, wenn deutliche Auswirkungen auf die Salden der Geschäftskonten auftreten. Die Kontokorrentkreditlinie reicht nicht mehr aus, die Schulden bei den Lieferanten steigen, Löhne werden später ausgezahlt etc. Dann ist die Liquiditätskrise bereits erreicht. Im Rückblick stellt sich regelmäßig heraus, dass einige Gelegenheiten zum Gegensteuern gegeben waren, aber verpasst worden sind.

Die Krise beginnt aber bereits viel früher. Die sogenannte Liquiditätskrise ist oft das Ergebnis einer schleichenden Entwicklung, die sich schon seit Jahren vollzogen hat. In diesem Stadium ist die Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. Die Zeit zur Einleitung und Umsetzung von wirksamen Maßnahmen ist knapp.

Viel Zeit wird für nicht produktive Berichte an Banken und die Verhandlung mit weiteren Gläubigern benötigt. Wenn dann auch noch das Personal reduziert werden muss, hat der Unternehmer verstärkt im Betrieb als Ersatz für fehlende Arbeitskräfte einzuspringen. Weiterhin schränkt die persönliche Stresssituation des betroffenen Unternehmers (incl. Beschäftigte und Familie) die Entwicklung auch kreativer Maßnahmen deutlich ein.

Eigentlich würden in dieser Situation alle unternehmerische Ressourcen zum Entwickeln und Umsetzten von Strategien benötigt.

Warum so lange warten?

Wie in der Medizin gibt es die Chance, mögliche Krankheiten (hier ökonomisch bedenkliche Entwicklungen) frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Sicher kann hiermit nicht alles behoben werden, aber die Chance, in Ruhe die jeweils richtige Entscheidung zu treffen und umzusetzen, steigt deutlich.

 Die „wirtschaftliche Früherkennung“ als Vorsorgeprogramm ist bei einem Gartenbau-unternehmen die Analyse der eigenen betrieblichen Daten, insbesondere der Gewinn- und Verlustrechnung und der Kapitaldienstfähigkeit. Meist geschieht dies anhand der Buchführungsergebnisse, kombiniert mit Ergebnissen betrieblicher Aufzeichnungen.

Ein einfacher Weg der Früherkennung ist z. B. die Teilnahme am Kennzahlenvergleich innerhalb der Branche. Der Betriebsvergleich im Gartenbau wird vom Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau, Hannover durchgeführt. Informationen hierzu gibt es unter https://www.zbg.uni-hannover.de/zbgbvg.html

Hier können die Entwicklungen des eigenen Unternehmens mit den Ergebnissen branchentypischer Unternehmen in drei Kategorien (Mittel, 1. Drittel, 3. Drittel) verglichen werden. So können Stärken wie auch Schwächen des teilnehmenden Unternehmens erkannt bzw. eingegrenzt werden.

Der Kennzahlenvergleich ist ein gutes Hilfsmittel zur Erkennung von Optimierungspotentialen – auch von bereits erfolgreichen Unternehmen. Bemerkenswert ist, dass erfolgreiche Gartenbauunternehmen den Kennzahlenvergleich gerne nutzen.

Bei der Erhebung und Eingabe der Daten wird der Unternehmer auf Wunsch in Hessen von der Gartenbauberatung des LLH unterstützt. Die Daten werden anonymisiert zur Auswertung weitergegeben und vertraulich behandelt. Dies ist ein kostenfreier Service. Die Buchführungsdaten werden seitens des Unternehmers mit Informationen zu z. B. Strukturdaten ergänzt.

Es muss nicht bis zur Erstellung des steuerlichen Jahresabschlusses gewartet werden. Auch im laufenden Jahr können die monatlichen betriebswirtschaftlichen Abschlüsse analysiert werden, z. B. um die Quartalsergebnisse mit dem Vorjahr zu vergleichen. Fragen nach der Entwicklung von Kennzahlen wie nach dem Umsatz, dem Spezialaufwand Eigenproduktion, dem Wareneinkauf, dem Personalaufwand etc. werden beantwortet.

Die Ergebnisse geben Ihnen die Chance, die Unternehmensentwicklung im Blick zu behalten und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Der Vorteil einer „Früherkennung“ ist, dass Sie ggf. Maßnahmen durchführen sowie deren Wirkung beobachten und korrigieren können. In einer Liquiditätskrise fehlt meist dieser Spielraum. Nutzen Sie Ihre Chance.“


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