Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

42. KW: Pflanzenbau-Infos – Was auf dem Feld ansteht

Region Mittelhessen: Situation im Raps

Die Rapsbestände haben sich sehr unterschiedlich entwickelt: Von Beständen im Keimblattstadium (nach dem Regen am 23. September aufgelaufen) bis hin zu Beständen im 6-Blattstadium. Rapspflanzen im Keimblattstadium können sich trotz hohen Tagestemperaturen sehr wahrscheinlich vor dem Winter nicht mehr ausreichend entwickeln, denn hohe Schwankungen der Tag-Nachttemperaturen führen zu verhaltenem Wachstum. Hier ist über eine Alternativkultur nachzudenken.
Bei Beständen mit Pflanzen im 2-6-Blattstadium sollte folgendes beachtet werden: Ausfallgetreide ausschalten, Erdflöhe bei sichtbarem Blattfraß (10 % der Blattfläche) bekämpfen. Die eventuelle Nachlage von Runway als Herbizidpartner kann noch geschoben werden (bei noch möglichem Umbruch). Eine definitive Entscheidung über einen Umbruch sollten Sie in 2-3 Wochen fällen. Dort, wo in inhomogenen Beständen die großen Pflanzen davonzuwachsen drohen, ein Azol in moderaten Aufwandmengen einsetzen (Folicur, Matador, Tilmor, etc.), kein Carax oder Toprex. Den Einsatz von Kerb/Milestone im Spätherbst nur auf nicht umbruchgefährdeten Flächen einplanen, sonst wird eventueller Nachbau im Frühjahr sehr eingeschränkt.

Terminhinweis: Sachkunde Weiterbildung, Vortragsveranstaltung am 05.12.2018 in Weilmünster, Bürgerhaus von 17.00-22.00 Uhr. Anmeldung unter 0561-7299333 oder pflanzenschutzsachkunde@llh.hessen.de.

Autor/Kontakt: Möller

Region Osthessen: Situation im Raps

Die Rapsbestände präsentieren sich extrem unterschiedlich – vom Keimblattstadium bis zum 6-8 Blattstadium ist alles dabei. Pflanzen, die erst nach dem Regen am 23. September aufgelaufen sind, dürften es schwer haben den Winter zu überstehen. Setzen Sie sich gedanklich also mit einem Umbruch, spätestens im Frühjahr auseinander.
In Gemarkungen mit einigermaßen Regen Anfang September steht der Raps mehr oder minder gleichmäßig im 4-6 Blattstadium. Bleiben diese Bestände definitiv bis ins Frühjahr stehen, bitte folgendes beachten: Ist noch keine Herbizidbehandlung erfolgt, diese zeitnah mit Wirkstoffen durchführen, die im Falle eines Umbruchs keine Probleme mit nachfolgenden Sommerungen verursachen. Wurden Ungräser und Ausfallgetreide noch nicht bekämpft, diese zeitnah mit einem blattaktiven Mittel ausschalten (Einsatz von Kerb, Groove, Cohort etc. in der Vegetationsruhe, schränken den Nachbau im Falle eines Umbruchs ein!). Gräsermittel können z.B. mit Fuego, Fuego Top, Runway kombiniert werden.

Um die Bestände für den Winter zu stabilisieren, eine angepasste Menge eines Azol-Wirkstoffes und Bor zu den Herbiziden hinzugeben. Bevor jedoch weiter in einen Bestand investiert wird, beurteilen Sie, ob er eine reelle Chance hat, das kommende Frühjahr zu erreichen.

Autor/Kontakt: Claus

Region Hessisches Ried: Herbizideinsatz in der Wintergerste

Herbststimmung
Herbststimmung
Der erhoffte Niederschlag Anfang der neuen Woche ist ausgeblieben. Die Wintergerste läuft oftmals auf bzw. befindet sich im 1-3 Blattstadium. Die Bodenoberfläche ist trocken und auch der nächtliche Tau reicht nicht, um eine Durchfeuchtung zu erreichen. Flufenacet muss mit der Feuchte über das junge, weiche Hypokotyl (Keimstengel) aufgenommen werden, um eine Wirkung auf die Ungräser auszuüben. Der Einsatz von Flufenacet sollte sich zum einen an den Einsatzbedingungen (Bodenfeuchte erforderlich) und zum anderen am Entwicklungsstand der Ungräser orientieren. Sind die Ungräser nach einem Regenereignis bereits über das Einblattstadium hinaus entwickelt, werden sie von Flufenacet allein nicht mehr sicher erfasst. Im Falle von Ackerfuchsschwanz sind dann Kombinationen bzw. Spritzfolgen mit dem rein blattaktiven Axial 50 für eine ausreichende Bekämpfung erforderlich. Hier sollten dann alle Ungräser aufgelaufen sein. Im Windhalmbereich kann alternativ mit CTU (Dränauflage beachten) die Last der ACCase-Hemmer bei der Ungräserbekämpfung verteilt werden.

Blattläuse: Kontrollieren Sie Ihre Flächen in den kommenden Tagen und führen Sie nur bei Überschreitung der Schwelle von > 10 – 20 % befallener Pflanzen eine Behandlung (Pyrethroide) durch, sofern die Bestände weit genug entwickelt sind.

Autor/Kontakt: Bickhardt

Region Rhein-Main-Wetterau: Herbizideinsatz in der Wintergerste

Der erhoffte Niederschlag Anfang der neuen Woche ist ausgeblieben. Die Wintergerste läuft oftmals auf bzw. befindet sich im 1-3 Blattstadium. Die Bodenoberfläche ist trocken und auch der nächtliche Tau reicht nicht, um eine Durchfeuchtung zu erreichen. Unter diesen Umständen macht der Einsatz von Bodenherbiziden wenig Sinn. Flufenacet muss mit der Feuchte über das junge, weiche Hypokotyl (Keimstengel) aufgenommen werden, um eine Wirkung auf die Ungräser auszuüben. Wegen der Trockenheit sind bisher nur wenig Unkräuter und Ungräser aufgelaufen. Der Einsatz von Flufenacet sollte sich zum einen an den Einsatzbedingungen (Bodenfeuchte erforderlich) und zum anderen am Entwicklungsstand der Ungräser orientieren.  Sind die Ungräser nach einem Regenereignis bereits über das Einblattstadium hinaus entwickelt, werden sie von Flufenacet allein nicht mehr sicher erfasst. Im Falle von Ackerfuchsschwanz sind dann Kombinationen bzw. Spritzfolgen mit dem rein blattaktiven Axial 50 für eine ausreichende Bekämpfung erforderlich. Hier sollten dann alle Ungräser aufgelaufen sein. Im Windhalmbereich kann alternativ mit CTU (Dränauflage beachten) die Last der ACCase-Hemmer (Axial, Traxos, u.a. Fops) bei der Ungräserbekämpfung verteilt werden. Dies ist vor dem Hintergrund fortschreitender Resistenzentwicklung vorteilhaft.

Autor/Kontakt: Stephan Brand


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