Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

Drahtwurmbekämpfung

Besonders bei Sommertrockenheit und Partien, die nach der Krautabtötung längere Zeit bis zur Ernte im Boden liegen, tritt ein Befall auf. Durch eine Drahtwurmbekämpfung wird vor allem der Anteil vermarktungsfähiger Ware erhöht und der Sortieraufwand reduziert.

Drahtwurm in einer Pflanzkartoffel
Drahtwurm in einer Pflanzkartoffel

Insbesondere in Südhessen hat sich die Schnellkäferpopulation in den letzten Jahren stark verändert. Von den 5 bedeutsamsten Schnellkäferarten, deren Larven als Drahtwurm bezeichnet werden, hat sich die eingewanderte Art Agriotes sordidus besonders gut entwickeln können. Mit einem kurzen Entwicklungszyklus von nur 2 bis 3 Jahren, gegenüber 5 bis 7 Jahren der anderen Schnellkäferarten kommt es somit wesentlich häufiger zu „Drahtwurmjahren“.

Bei der sehr trockenen Witterung 2018, aber auch 2019 fielen meist nur einzelne Flächen mit stärkerem Drahtwurmbefall auf. Dies kann sich jedoch 2020 wieder komplett ändern.

Aktuell steht kein regulär zugelassenes Mittel zur Verfügung, welches den Drahtwurmbefall mit hohen und sicheren Wirkungsgraden reduzieren kann.
Dieses Jahr wurde wieder, wie in den vergangenen Jahren auch, eine Notfallzulassung nach Art. 53 für das Präparat Attracap (Metarhizium brunneum, entomophager Pilz) zur Drahtwurmbekämpfung erteilt. In Versuchen lagen die Wirkungsgrade bei max. 60 %. Erfahrungen der letzten Jahre sind:

  • Wirkung schwankt stark mit großer Streuung.
  • Eine Behandlung ist nur bei schwachem bis mittlerem Befall empfehlenswert.

Zur Bekämpfung sind somit alle produktions- und pflanzenbauliche Aspekte mit einzubeziehen.  Dazu zählen eine regelmäßige und intensive Bodenbearbeitung, weitgestellte Fruchtfolgen und Sorteneigenschaften.

Wenn Kalkstickstoff (250-400 kg/ha) vor dem Häufeln ausgebracht wird, kann auf stark befallenen Flächen eine Teilwirkung gegen den Schädling erzielt werden. Um den Wirkungsgrad zu erhöhen muss die Kalkstickstoffdüngung in die Fruchtfolge integriert und jährlich auf Befallsflächen ausgebracht werden.

Zusätzlich wird durch eine konsequente Unkraut- und Ungrasbekämpfung im Frühjahr die Attraktivität der Fläche für die Eiablage der Schnellkäfer reduziert und der Befallsdruck kann dadurch gemindert werden.

Zugelassene Mittel und Empfehlungen gegen den Drahtwurm sind unter folgendem Link zu finden:

https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/ackerbau/pflanzenschutzempfehlungen-ackerbau/kartoffeln/beizung/spezialfall-drahtwurm/


Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen