Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

Ackerbohne: Aussaat 2020 – Keimfähigkeit testen

Für das kommende Frühjahr muss aller Voraussicht nach mit einer eingeschränkten Z-Saatgutverfügbarkeit im Bereich Ackerbohnen gerechnet werden, da durch schlechte Keimfähigkeiten (KF) die Anerkennungsquote von Z-Saatgut geringer als in anderen Jahren ausfallen dürfte.

Die, durch die ungünstigen Erntebedingungen erwarteten, schlechten KF haben sich bei am Landwirtschaftszentrum Eichhof durchgeführten Keimproben an Ackerbohnen von verschiedenen Praxisbetrieben zum Teil bestätigt. Bei 12 aufgelegten Keimproben lag die mittlere KF bei 84 %, mit einem Schwankungsbereich von 52 bis 100 % (Abb 1). Gezählt wurde abschließend 14 Tage nach Auflegen der Probe.
Da die Proben unter optimalen Temperatur- und Wasserbedingungen (Zimmertemperatur mit regelmäßiger Wässerung) durchgeführt wurden, und keine „Bodenbedeckung“ durchstoßen werden musste, ist damit zu rechnen, dass unter realen, bzw. insbesondere ungünstigen Keimbedingungen, das Ergebnis schlechter aussehen kann.

Die Graphik stellt die Keimfähigkeit von 12 Ackerbohnenproben in Prozent dar

Abb 1: Keimfähigkeit von 12 Ackerbohnenproben

Es empfiehlt sich also, den eigenen (gereinigten) Nachbau zu beproben, um entscheiden zu können, ob Z-Saatgut bestellt werden muss. Dies sollte ab einer KF von unter 75 % (wenn die Probe unter ähnlich guten Bedingungen wie oben beschrieben durchgeführt wurde) in Erwägung gezogen werden.

Keimprobe Ackerbohnen unter Laborbedingungen
Keimprobe Ackerbohnen unter Laborbedingungen
Beschädigte Ackerbohnen mit aufgequollener bzw. abgehobener Schale
Beschädigte Ackerbohnen mit aufgequollener Schale
Entscheidungskriterien sind neben rein ökonomischen Überlegungen, vor allem die mit vorhandener Saattechnik technisch maximal ausbringbare Menge an Saatgut und in diesem Zusammenhang auch das Tausendkorngewicht (TKG) der Ackerbohnen.

Hierzu eine beispielhafte Rechnung:
Bei einer angestrebten Anzahl keimfähiger Körner in Höhe von 50 kf. Kö./m², einem TKG von 500 g und einer KF von 65 % ergäbe sich eine Aussaatstärke in Höhe von 385 kg/ha.

Außerdem sollte die Tatsache Berücksichtigung finden, dass bei schlechter Keimfähigkeit eine gleichmäßige Pflanzenverteilung auf den Quadratmeter noch weniger möglich ist, als dies sowieso der Fall ist. Dies kann wiederum lückige Pflanzenbestände hervorrufen, in denen das Unkrautunterdrückungsvermögen bzw. die mechanische Regulierbarkeit verschlechtert werden. Da allerdings auch Ackerbohnen Z-Saatgut mit einer Keimfähigkeit von „nur“ 80 % vermarktet werden darf, sollte die KF des eventuell zu kaufenden Z-Saatgutes zuvor erfragt werden.


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