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Hinweise zur Ackerbohnenernte

In 2021 ist auf Grund der meist guten Wasserversorgung zum ersten Mal seit 2017 wieder ein späterer Erntetermin von Ackerbohnen anzunehmen.

Abb. 1: unterschiedliche Abreifegrade in Ackerbohnen
Abb. 1: unterschiedliche Abreifegrade in Ackerbohnen

Die Abreife der Bestände differenziert dabei teilweise relativ stark, je nach Aussaatdatum und Krankheitsbefall (Abb. 1). Es finden sich erntereife sowie noch relativ grüne Ackerbohnen. Außerdem ist auf Flächen, auf denen die Unkrautregulierung mechanisch stattgefunden hat, teilweise ein erhöhter Unkrautbesatz festzustellen. Dieser ist sicher auch auf die diesjährig nicht ganz optimalen Bedingungen für diese Art der Unkrautregulierung zurückzuführen. Insgesamt sollte in der Breite mit einem eher überdurchschnittlichen Ertrag gerechnet werden können, wenn die Bestände denn einigermaßen beerntbar sind. Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte, den Drusch betreffend, aufgeführt:

Erntereife von Ackerbohnen

Ackerbohnen werden in der Regel bei Kornfeuchten zwischen 14 % und 20 % gedroschen. Dabei sollten mindestens 90 % der Hülsen schwarz, sowie die Stängel nicht mehr grün sein (Abb. 2 – 4). Zu viele grüne Stängel können Probleme beim Einzug in den Drescher oder in den Dreschorganen selbst verursachen. Bei Feuchtegehalten unter 16 % steigt die Gefahr von erhöhtem Bruchkornanteil, was insbesondere bei der Saatgutproduktion zu vermeiden ist. Bereits bei einem Bruchkornanteil zwischen 2 und 3 % kann davon ausgegangen werden, dass ein nicht unerheblicher Anteil des Erntegutes optisch nicht sichtbare Beschädigungen erlitten hat. Diese mechanischen Schäden können dann zu einer Beeinträchtigung der Keimfähigkeit bzw. Triebkraft führen. Wenn noch zu viele grüne Stängel im Bestand sind, muss hier ein Kompromiss zwischen Kornfeuchte und Anteil grüner Stängel gefunden werden.

Abb. 2: erntereifer Ackerbohnenbestand mit mittlerem Unkrautbesatz
Abb. 2: erntereifer Ackerbohnenbestand mit mittlerem Unkrautbesatz
Abb. 3: erntereifer Ackerbohnenbestand mit sehr geringem Unkrautbesatz
Abb. 3: erntereifer Ackerbohnenbestand mit sehr geringem Unkrautbesatz
Abb. 4: nicht ganz reifer Ackerbohnenbestand (zu viele grüne Stängel)
Abb. 4: nicht ganz reifer Ackerbohnenbestand (zu viele grüne Stängel)

Da Bohnen im Optimalfall bei Kornfeuchten kleiner 15 % gelagert werden sollten, muss man entweder einen solchen erhöhten Bruchkornanteil dulden (z.B. bei innerbetrieblicher Verwertung), oder die etwas feuchter gedroschene Ware nachtrocknen (bei Saatgut oder Verkaufsware). Rotordrescher gewährleisten auch bei Körnerleguminosen einen schonenderen Drusch. Weitere Informationen zur Lagerung und Aufbereitung von Ackerbohnen finden Sie im Beitrag Lagerung von Ackerbohnen .

Vermeidung von erhöhten Ernteverlusten

Je trockener das Erntegut ist, desto höher ist auch die Aufplatzneigung der Hülsen. Unter solchen Bedingungen sollte in den Morgen- oder Abendstunden gedroschen werden, da die Hülsen so durch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit etwas elastischer werden, sofern es der Unkrautbesatz zulässt. Außerdem muss versucht werden, die Pflanzen möglichst wenigen Erschütterungen durch das Schneidwerk auszusetzen. Die Haspel kann vorsichtig, gleich der Fahrgeschwindigkeit, mitlaufen. Durch eine zügige und gleichmäßige Fahrt wird gewährleistet, dass ein schonender Drusch durch hohe Strohmengen stattfindet. Ernteverluste, die hauptsächlich am Schneidwerk stattfinden, liegen in der Praxis zwischen 10 und 30 %. Hier kann also nochmal aktiv auf den zu realisierenden Ertrag Einfluss genommen werden.

Besatz mit Windenknöterich und Ackerwinde

Abb. 5: Ackerbohnenbestand mit sehr starkem Windenknöterichbesatz
Abb. 5: Ackerbohnenbestand mit sehr starkem Windenknöterichbesatz

Insbesondere ein stärkerer Besatz mit Windenknöterich (Abb. 5) oder Ackerwinde kann beim Drusch erhebliche Probleme verursachen. In solch einem Fall sollte der Erntetermin nicht zu früh gewählt werden, um auch bei den Unkräutern einen möglichst hohen Reifegrad zu erreichen. Wenn die Ackerbohnenpflanzen durch diese rankenden Kräuter zu stark aneinanderhängen, kann auch der Einsatz von Seitenmessern Sinn machen. Prinzipiell können sich dadurch zwar auch die Schneidwerksverluste erhöhen, diese würden aber auch durch ein Hängenbleiben des Schneidwerks in den verrankten Pflanzen verursacht werden.

Mähdrescher Einstellung

Detaillierte Informationen zur Einstellung des Mähdreschers finden Sie auf der Website des Demonet Erbse/Bohne .

Da der Originaltext schon einige Jahre alt ist, muss die dort beschriebene Aufplatzneigung etwas relativiert werden, da durch neuere Sorten in der Züchtung an diesem Problem gearbeitet werden konnte. Da die meisten anderen Kulturen geerntet sein sollten, spricht aber auch nichts dagegen die Ackerbohnen bei optimalem Reifegrad zu dreschen.