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Z-Saatgut Ackerbohne: Bundessortenamt reduziert Mindestkeimfähigkeit

Ähnlich wie im vergangenen Jahr ist die Versorgungslage mit Körnerleguminosen Z-Saatgut angespannt (siehe auch den vorigen Beitrag „Ackerbohne: Aussaat 2020“). Daher hat das Bundessortenamt zum wiederholten Mal die Mindestkeimfähigkeit für Ackerbohnen Z-Saatgut von 80 % auf 70 % herabgesetzt. Dies gilt allerdings nur für bestimmte Sorten und für eine Saatgutmenge in Höhe von 2.000 t, für die eine Saatgutanerkennung möglich sein wird. Betroffen sind die Ackerbohnensorten Birgit, Fanfare, Fuego, Taifun und Tiffany. Stand 05.02.2020 wurden bereits knapp 1.400 t mit verminderter Keimfähigkeit als Z-Saatgut anerkannt.

Dies heißt zum einen, dass die Chance besteht, beim sonst eventuell schon ausverkauften Saatguthandel doch noch Z-Saatgut für genannte Ackerbohnensorten zu bekommen. Zum Anderen entstehen beim Einsatz solchen Saatgutes Schwierigkeiten durch die geringe Keimfähigkeit. Die sowieso schon hohen Saatstärken pro ha bei Ackerbohnen erhöhen sich dadurch weiter. Außerdem wird es noch schwieriger, eine halbwegs gleichmäßige Pflanzenverteilung pro m² zu erreichen. Daher kann es Sinn machen, die angestrebte Körnerzahl pro Quadratmeter herabzusetzen und einen Gemengepartner wie Hafer oder Körnererbse zu ergänzen. Des Weiteren sollten die Keimbedingungen möglichst optimal sein, bei ungenügender Triebkraft eventuell auch über eine Reduktion der angestrebten Saattiefe auf 5 cm. Dies muss dann beim Blindstriegeln berücksichtigt werden.

Siehe auch die offizielle Meldung des Bundessortenamtes: https://www.bundessortenamt.de/bsa/saatgut/ausnahmeregelungen-inverkehrbringen-von-saatgut/