Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Pflanzenschutz (Leguminosen)

Chemische Unkrautregulierung in Sojabohnen

Mit einer funktionierenden Unkrautregulierung in Sojabohnen ist einer der Grundsteine für einen erfolgreichen Anbau dieser konkurrenzschwachen Kulturart gelegt.

Daher sollte dieser Maßnahme große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im folgenden einige Informationen hierzu:

Auch in Sojabohnen ist die Palette an verfügbaren Herbiziden sehr überschaubar. Allerdings stehen für den Nachauflauf mit Harmony SX und Clearfield Clentiga zumindest zwei Herbizide zur Verfügung.

Schwerpunkt liegt auf Vorauflaufmaßnahmen

Dennoch liegt im konventionellen Anbau das Hauptaugenmerk in der Unkrautregulierung auf dem Einsatz von Vorauflauf(VA)-Herbiziden. Folgende Mittel und Mischungen sind zugelassen und haben sich in der Praxis bewährt:

Für Standorte mit Weißem Gänsefuß und Melde als Leitunkräuter empfiehlt sich folgende VA-Behandlung:

  • 1,5 – 2,0 kg/ha Artist + 0,25 l/ha Centium 36 CS

Stellt vor allem auch der Schwarze Nachtschatten ein Problem dar, sollte auf folgende VA-Mischung zurückgegriffen werden:

  • 0,6 – 0,8 l/ha Spectrum + 0,3 – 0,4 l/ha Sencor Liquid + 0,25 l/ha Centium 36 CS

Vorsicht bei Herbiziden mit den Wirkstoffen Metribuzin und Pendimethalin

Die Mittel Artist sowie Sencor Liquid enthalten den Wirkstoff Metribuzin. Beim Anbau der Sorte ES Mentor (00), Atacama (00), RGT Sciroca (00) sollte der Einsatz dieser Mittel unterbleiben, da hier mit Wachstumsstörungen bis hin zum Totalausfall gerechnet werden muss!

Eine VA-Behandlung mit Stomp Aqua wäre zugelassen und möglich, jedoch besteht hier ein Verträglichkeitsrisiko der Sojabohne gegenüber dem Wirkstoff Pendimethalin, insbesondere nach stärkeren Niederschlägen. Daher sollte die Aufwandmenge von 1,5 l/ha Stomp Aqua nicht überschritten werden und auf eine gleichmäßige, tiefere Saatgutablage von mindestens 5 cm geachtet werden. Für eine gute Wirkung der Bodenherbizide ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit sowie eine nicht zu grob strukturierte Bodenoberfläche von Vorteil.

Möglichkeiten im Nachauflauf

Im Nachauflauf (NA) steht der Sulfonylharnstoff Harmony SX mit eingeschränktem Wirkungsspektrum zur Verfügung. Bis zur Entfaltung des vierten Laubblattpaares der Sojabohne können im Abstand von 10 bis 14 Tagen zwei Mal 7,5 g/ha Harmony SX + Additiv, z.B. Trend, eingesetzt werden. Seit Mai 2018 ist die Anwendung von Clearfield Clentiga mit den Wirkstoffen Imazamox und Quinmerac im Nachauflauf zugelassen. Die Aufwandmenge beträgt 1 l/ha in Kombination mit einem Additiv, z.B. Mero (ebenfalls 1 l/ha).

Eine Bekämpfung von Ungräsern ist in Soja problemlos mit den Mitteln Fusilade Max oder Focus Ultra möglich.

Eine Auflistung der zur Verfügung stehenden Herbizide sowie deren Wirkspektren sind unter folgenden Links des Pflanzenschutzdienstes Gießen zu finden:

Unkrautkontrolle Leguminosen

Gräserbekämpfung Leguminosen


Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag