Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

Winterraps: Gelbschalen aufstellen und Käferzuflug überwachen

Aktuell sind zwar noch keine optimalen Bedingungen für einen Käferzuflug in den Rapsbeständen. Trotzdem sollte jetzt die Zeit genutzt werden, um die Gelbschalen in der Fläche auf Vordermann zu bringen. Im vergangenen Jahr war der erste Käferzuflug schon um den 27. Februar. Wer diesen Termin verpasste, weil noch keine Gelbschalen in der Fläche waren, hatte zum Teil große Rüsslerschäden im Bestand zu verzeichnen.

Bei Temperaturen im Boden ab 5°C und Lufttemperaturen ab 9°C in Verbindung mit hoher Sonnenintensität besiedelt der große Rapsstängelrüssler den Raps. Ähnlich verhält sich auch der Gefleckte Kohltriebrüssler. Sobald diese Bedingungen erfüllt sind, können Schädlinge potentiell in die Fläche einfliegen. Somit sollten Sie sicherstellen, dass bevor diese Witterungsverhältnisse eintreten, die Gelbschalen aufgestellt sind.

Folgende Faktoren beeinflussen das Auftreten von Schädlingen:

  • Günstige warme Standorte mit einem hohen Rapsanteil in der Fläche: hier ist davon auszugehen, dass bei günstiger Witterung ein Zuflug erfolgt.
  • Hoher Rapsanteil in der Fläche bedeutet auch einen verstärkten Zuflug auf den Rapsflächen.
  • Wenig Raps in der Fläche, kalte Böden, Höhenlage und eher windige Standorte, hier kann der Zuflug noch sehr verhalten sein.

Folgende Punkte sollte man beachten:

  • In vergangenen Jahr stand sehr wenig Raps in der Fläche, ob und wie sich diese Tatsache auf das Schädlingsaufkommen auswirkt, bleibt abzuwarten und mittels Gelbschalen zu überwachen.
  • Im letzten Frühjahr wurde vielfach der erste Behandlungstermin zur Bekämpfung der Rüsselkäfer verpasst oder er kam zu spät. Dadurch konnten sich Populationen aufbauen.
  • Wie stark sich die Trockenheit im Sommer negativ auf die Populationen ausgewirkt hat, kann man z.Z. noch nicht abschließend bewerten.
  • Der gefleckte Kohltriebrüssler kann durchaus auch größere Strecken zurücklegen, als nur zum nächsten Schlag. Das kann zur Folge haben, dass in Regionen, in denen wenig Raps in der Gemarkung steht, es zu einem verstärkten Zuflug von Schädlingen in den Flächen kommen kann.
  • Rechtzeitig Gelbschalen aufstellen und Zuflug kontrollieren.

Gelbschale richtig aufstellen

Der Erfolg der Bekämpfung von Rapsstängel- und Kohltriebsrüsslern hängt entscheidend vom Behandlungstermin ab. Denn um den Zuflug, sowie die eventuell überschrittene Schadschwelle auf den eigenen Flächen besser abschätzen zu können, sollten, sobald die Temperaturen wieder ansteigen, Gelbschalen (Wasser + Spülitropfen und mit Gitter) in den Beständen aufgestellt werden. Um eine bessere betriebs- bzw. schlagspezifische Handlungsentscheidung gegen die ersten Rapsschädlinge in Frühjahr treffen zu können, sollten mindestens 2 Gelbschalen pro Schlag aufgestellt werden. Die Schalen sollten möglichst an unterschiedlichen Schlagseiten mit einem Abstand von 10 – 20 m zum Feldrand aufgestellt werden. Die Gelbschalen sollten während ihres Einsatzes immer in einer Höhe von ca. 10 cm über dem Bestand geführt und zweimal wöchentlich kontrolliert werden. Zusätzlich können, für eine noch bessere Aktivitätskontrolle, Gelbschalen auf Flächen aufgestellt werden, die Raps als Vorfrucht hatten. Denn die Larven der Schädlinge überwintern auf diesen Flächen im Boden, schlüpfen dort und fliegen dann in die aktuellen Rapsschläge ein.

Schädling Schadschwelle
Großer Rapsstängelrüssler 5-10 Käfer in 3 Tagen in Gelbschale
Gefleckter Kohltriebrüssler 10 Käfer in 3 Tagen in Gelbschale

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