Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Pflanzenschutz

Gelbverzwergungsvirus

Im Herbst 2019 konnte in den Analysen von Ausfallgetreide ein hoher Befallsgrad mit Verzwergungsvirus nachgewiesen werden. Blattläuse konnten sich durch Saugtätigkeit an diesen Pflanzen infizieren und den Virus in die frisch aufgelaufene Gerste übertragen.

Wurde keine gezielte Insektizidbehandlung durchgeführt, kann man nun im Frühjahr die Folgen sehen. Infizierte Pflanzen zeigen einen verzwergten Wuchs. Je früher die Infektion stattfand, desto stärker ist die Wuchsbeeinträchtigung.

Ganz deutlich „sieht“ man auch den Saattermin. Frühe Saattermine sind stärker befallen als späte. Gerste reagiert zudem mit einer verstärkten Bestockung auf den Virus. Zwischen den Blattadern sieht man streifige Aufhellungen.

Auffällig in der Befallsstärke ist auch, wie gut das Ausfallgetreide auf der Fläche beseitigt wurde. War die grüne Brücke lange erhalten und wurde zusätzlich pfluglos bestellt, fällt der Befall stärker aus.

Ist der Virus erst einmal in der Pflanze kann man nichts mehr dagegen machen.

Besonderheit im Frühjahr 2020

Der letzte Winter fiel sehr mild aus. Daher sind kaum Blattläuse abgestorben. Meist sind diese Läuse auch mit Virus beladen, so dass von ihnen auch im Frühjahr noch eine Gefahr ausgehen kann. Vor allem, wenn die Gerste sich noch in der Bestockung befindet, ergibt sich eine erhöhte Gefahr mit Gelbverzwergung.

Trotz der kalten Temperaturen der letzten Woche konnte man in geschützten Lagen mit hoher Sonneneinstrahlung erste geflügelte Blattläuse beobachten. Zum Wochenende sollen die Temperaturen wieder ansteigen. Kontrollieren sie daher ihre Flächen.

Wie kontrolliert man am besten? Kontrollieren Sie am besten an sonnigen Tagen in der Mittagszeit – dann erscheinen die Läuse als Schatten auf den Getreideblättern. Finden Sie problemlos Blattläuse (Bekämpfungsschwelle: 10 – 20 % befallene Pflanzen), die zudem mit der Koloniebildung begonnen haben, sollte ein Pyrethroideinsatz erfolgen.

Übersicht: Insektizide gegen Blattläuse als Virusvektoren (PSD des RP-Gießen)

Dieser Beitrag wurde der Pflanzenbau-Beratungsinfo entnommen. Interesse? Dann schreiben Sie eine Mail an: wetterfax@llh.hessen.de


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