Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Biodiversität

Neue Empfehlungen für Blühmischungen

Aus den Erfahrungen und Erkenntnissen des Anbaujahres 2019 hat die AG Blühflächen die Zusammensetzung von Blühmischungen überarbeitet.

Einjährige Blühflächen

Einjährige Blühflächen sollen Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen Nahrung (v.a. Pollen) bieten. Gleichzeitig bieten die Flächen in Ackerbauregionen vielen Tieren wertvolle Deckung, wenn im Sommer die Druschfrüchte abgeerntet sind. Ackerbaulich ist die Wahl der Arten wichtig, um Fruchtfolgekrankheiten (z.B. Kohlhernie durch Kreuzblütler) zu vermeiden. Schwer bekämpfbare Arten (z.B. Buchweizen in Zuckerrüben) sollten in entsprechenden Fruchtfolgen nicht ausgesät werden. Malven, Mariendistel u.a. sollten gar nicht ausgesät werden, um später einen erhöhten Herbizidaufwand zu vermeiden.

Mischungsvorschlag sowohl für Greening-Honigbrache als auch HALM (C.3.1), einjährig für Rapsfruchtfolgen (keine Kreuzblütler) oder auch Fruchtfolgen mit Zuckerrüben (kein Buchweizen)

Trivialname Botanische Bezeichnung Gewichtsprozent in der Mischung
Ringelblume Calendula officinalis 5,00
Koriander Coriandrum sativum 10,00
Fenchel Foeniculum vulgare 8,00
Sonnenblume Helianthus annuus 15,00
Saat-Esparsette Onobrychis viciifolia 11,00
Phacelia Phacelia tanacetifolia 10,00
Inkarnatklee Trifolium incarnatum 7,00
Alexandriner Klee Trifolium alexandrinum 7,00
Persischer Klee Trifolium resupinatum 3,00
Sommerwicke / Saatwicke Vicia sativa 7,00
Dill Anethum graveolens 5,00
Echter Schwarzkümmel Nigella sativa 5,00
Serradella Ornithopus sativus 7,00

Die Mischung kann z.B. mit geringen Anteilen Rotklee (< 5 %) sowie Buchweizen (15 – 20 %) z.B. unter Verzicht auf Sonnenblumen für Fruchtfolgen ohne Zuckerrüben variiert werden.

Mehrjährige Blühflächen

Mehrjährige Blühflächen sind sich weitestgehend über einen langen Zeitraum (HALM C.3.2.: 5 Jahre; Greening Honigbrache-Mehrjährig: 3 Jahre) selbst überlassen (Sukzession). Je nach Ausgangslage des Standortes können sich Problempflanzen (u.a. Ampfer, Kratzdistel, Quecke) ausbreiten und die ackerbauliche Eignung herabsetzen. Der ökologische Vorteil einer „ungestörten“, mehrjährigen Fläche für Insekten und Wild ist grundsätzlich positiv. Häufig werden in der Praxis dafür sogenannte „Ehda“-Flächen genommen, die vergleichsweise aufwendig zu bewirtschaften sind: u.a. Kleinstflächen (Keile), Flächenteile mit Waldschatten, magere Flächen. Diese Flächen müssen vor einer Ansaat frei von Problempflanzen sein.

Gute Erfahrungen gibt es u.a. mit folgenden Mischungen:

  • Lebensraum 1 Hessen Regio, Saaten Zeller
    • Mischung von 55 Arten, erfüllt die Kriterien nach HALM C.3.2. (5 Jahre), nicht aber die der Greening Honigbrache
  • Blühmischung Hessen HALM (C.3.2.), mehrjährig, Rieger-Hofmann GmbH, Wildsaaten
    • Auf Nachfrage ist diese Mischung in einer erweiterten Form erhältlich, so dass die Anforderungen der Greening Honigbrache-Mehrjährig ebenfalls erfüllt werden.

Aussaat

Pflanzenbaulich sind Aussaattermine, ähnlich der Maisaussaat, je nach Region von Mitte bis Ende April zu bevorzugen. Der Boden sollte erwärmt sein, um ein rasches Auflaufen der Blühmischung zu gewährleisten. Da der Einsatz von Herbiziden, Striegeln und Hacken wegfällt, gilt es bei der Aussaat von Blühmischungen ein optimales Saatbett herzurichten. Es sollte feinkrümelig und abgesetzt sein. Die Saat sollte flach (Lichtkeimer) abgelegt werden. Ein Anwalzen ist in der Regel sinnvoll. Sind die Bedingungen witterungsbedingt für eine Saat ungünstig, sollte die Aussaat verschoben werden. (ggf. Rücksprache mit der Bewilligungsstelle). Lieber eine spätere Saat als eine misslungene.

Fragen, Rückmeldungen und Ideen zum Thema Blühflächen beantworten wir gerne unter agbluehflaechen@llh.hessen.de.

Weitere Informationen rund um das Thema:


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