Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Ökologischer Pflanzenbau

LSV Öko-Kartoffeln 2018: Wetter spiegelt sich in den Ergebnissen

Das Kartoffeljahr 2018 war, wie selten zuvor, geprägt durch extreme Trockenheit und Hitze. Diese Witterungsbedingungen hinterließen nicht nur in der Ertragsbildung, sondern auch in der Kartoffelqualität ihre Spuren. Durch die enorme Aufheizung der Dämme im Sommer reagierten empfindliche Sorten mit Zwiewuchs, Kettenwuchs oder auch mit Keimung der Tochterknollen. Dazu ließ die Hitze und Trockenheit die Stärkegehalte in den Knollen deutlich ansteigen.

Wetterextreme bremsten Knollenentwicklung

Dabei fing das Kartoffeljahr 2018 gar nicht so schlecht an: Ausgiebige Niederschläge im Januar in Verbindung mit einer ausgeprägten Bodenfrostperiode im Februar bis Anfang März führten zu einer guten Bodenstruktur. Auch die Pflanzbedingungen waren recht gut, auch wenn stärkere Niederschläge Mitte April den ein oder anderen Pflanztermin noch einmal nach hinten verschoben hatten.

Die hohen Temperaturen führten aber auch zu einem sehr frühen Auftreten des Kartoffelkäfers. Erste Käfer waren bereits Mitte Mai in den noch jungen Beständen zu finden. Anfang Juni war der Larvenbefall so hoch, dass auch auf vielen Praxisschlägen eine Bekämpfung erfolgen musste. Der Sortenversuch wurde am 05. und am 11. Juni jeweils mit 2,5 l/ha Neem Azal behandelt.

Im weiteren Vegetationsverlauf stiegen die Temperaturen ab Mitte Juli bis Anfang August z.T. deutlich über die 30°C-Marke. Den Kartoffelpflanzen war der Hitzestress deutlich anzusehen. Regen hatte es regional sehr unterschiedlich – meist nur nach Gewitter – gegeben. Die Sonneneinstrahlung setze nicht nur dem Laub zu, sondern führte auch zu einer enormen Erwärmung in den Dämmen. Die Dammtemperaturen lagen nicht selten über 25°C. Besonders auf leichten Böden erwies sich die Dammformung als schwierig. Häufig rutschten die Dammflanken ab mit der Folge, dass freiliegende Knollen an den Dammflanken besonders durch die Hitze gefährdet waren und Verbräunungen zeigten.
Hitze und Trockenheit brachten das Knollenwachstum zum Erliegen. Empfindliche Sorten reagierten dann nach Regen auf die sich plötzlich ändernden Wachstumsbedingungen mit Zwiewuchs und Kindelbildung. Außerdem wurde in diesem Jahr auch ein Wiederaustrieb nach Krautregulierung aus dem Blattapparat und auch aus den Tochterknollen beobachtet.

Knollenbeschädigungen durch Kluten
Knollenbeschädigungen durch Kluten
Durch die trocken-heißen Wachstumsbedingungen wurde verstärkt Stärke eingelagert. So stieg der Stärkegehalt z.T. deutlich über den für die Kocheigenschaft „normalen“ Bereich an. Stärkegehalte von über 16% waren bei festkochenden Sorten keine Seltenheit. Positiv anzusehen war die Tatsache, dass auch bis zum Vegetationsende fast keine Krautfäule auftrat. Die auch als „Schwächepilz“ bekannte Alternaria, die meist in Jahren auftritt, in denen die Pflanzen schon durch andere Krankheiten oder Witterung gestresst sind, spielte im vergangenen Jahr keine nennenswerte Rolle. Dies führte zu einem natürlichen Absterben.

Durch die hohen Stärkegehalte in den Knollen nahm auch die Beschädigungsempfindlichkeit und damit auch die Neigung zu erhöhter Schwarzfleckigkeit zu. Auch die vielen Kluten verschärften die Erntesituation weiter. Schalenfeste Knollen wurden beim Roden durch die Kluten regelrecht „abgeschmirgelt“. Eine Rodung der frühen Sorten war z.T. nur nach vorheriger Bewässerung möglich.

Versuchsaufbau und Durchführung

Der Sortenversuch am Standort Frankenhausen wurde am 24. April gepflanzt. Gut vorgekeimte Knollen und Tageshöchsttemperaturen um 20°C ließen die ersten Pflanzen bereits nach 16 Tagen auflaufen. Auch die Befürchtung, dass die feuchten Rodebedingungen des Vorjahres zu einem erhöhten Befall mit Nassfäule führen und sich dies in mehr Fehlstellen niederschlagen würde, war unbegründet. In der Folge entwickelten sich die Bestände bis Ende Mai zügig. Der Kartoffelversuch stand nach Winterweizen mit Zwischenfrucht Ölrettich. Eine Nmin-Untersuchung vom 04. Mai ergab einen sehr hohen Stickstoffgehalt von 173 kg N/ha auf 0-60cm Bodentiefe. Weitere Standortangaben zum Versuch finden Sie in Tabelle 1.

Tabelle 1: Standort- und Anbaudaten

Versuchsort Grebenstein-Frankenhausen
Kreis Kassel
Höhenlage über NN 200 m
Mittlere Jahrestemperatur 8,5°C
Jahresniederschlag 650 mm
Bodenart Lehm mit Lössauflage uL
Bodenpunkte 70
Bodenuntersuchung
Nmin kg/ha 0-60cm 173
pH-Wert 6,2
P2O5 6
K2O 7
MgO 9
Vorfrucht Winterweizen mit Zwischenfrucht Ölrettich
Bodenbearbeitung 17.03.2018 Pflug; 19. April Kreiselegge
Pflanzdatum 24.4.18
Aufgang 10.05.-18.05.
Anhäufeln 1 X Sternradhacke
Behandlung Neem Azal: 05.06. und 11.06.

Erträge und Qualitäten

Abb: Ertrag und Sortierung der geprüften Sorten
Abb: Ertrag und Sortierung der geprüften Sorten
Trotz der widrigen Witterungsbedingungen wurde mit einem Bruttoertrag von 316 dt/ha im Sortenmittel noch ein sehr gutes Ertragsniveau erzielt. Die Spanne reicht dabei von 249 dt/ha bei der langjährig geprüften Sorte Goldmarie bis 361 dt/ha bei der erstmals geprüften, sehr frühen Sorte Corinna. Zieht man vom Bruttoertrag die Unter- und Übergrößen ab, erhält man den Speisewarenertrag. Hier liegen die Sorten Queen Anne und Corinna an der Spitze. Es fällt auf, dass der Anteil an Untergrößen bei allen Sorten sehr klein ausfällt. Der Anteil an Übergrößen ist bei den Sorten Wega (14%), Otolia (18,9%) und besonders Bernina (22,3%) sehr hoch. Der insgesamt hohe Anteil an Übergrößen ist auf den geringen Knollenansatz zurückzuführen. Dieser liegt im Versuchsmittel bei nur knapp 10 Knollen/Staude.

Betrachtet man die letzten doch sehr unterschiedlichen Anbaujahre, zeigen die Sorten Almonda, Allians und Queen Anne die konstantesten Ertragsergebnisse.

Die Stärkegehalte sind wegen der trocken-heißen Witterungsbedingungen erwartungsgemäß zu hoch. Einzig die Sorten Wega (14,4%) und Bernina (14,7%) erreichen annähernd Werte, die zu ihrer Kocheigenschaft passen. Die Stärkegehalte der anderen festkochenden Sorten liegen alle bei 17% oder darüber. Besonders Almonda hat in den vergangenen drei Prüfjahren am Standort Frankenhausen mit Werten immer über 17% deutlich zu hohe Stärkegehalte für eine als festkochend eingestufte Kartoffel erzielt.

Rhizoctonia solani entwickelt sich neben Drahtwurmbefall zu einem echten Problem im ökologischen Kartoffelanbau. Auch am Versuchsstandort Frankenhausen treten z.T. erhebliche Qualitätsabzüge durch R. solani auf. Der Pilz kann in Form von schwarzen Pusteln, 2-5mm tiefen Löchern (Dry Core) oder auch durch schwere Verformungen zu hohen wirtschaftlichen Verlusten führen.

Schaden durch Rhizoctonia Dry Core
Schaden durch Rhizoctonia Dry Core
Das Merkmal „Rhizoctonia Dry-Core %“ gibt den prozentualen Anteil an Knollen wieder, die mindestens ein oder mehrere Löcher aufwiesen. Hier sind Otolia und Bernina mit jeweils 10 % befallener Knollen besonders stark betroffen. Die Rhizoctonia-Sklerotien Befallsstärke in % gibt den durchschnittlichen Sklerotienbefall auf der Knollenoberfläche wieder. Ein Wert von 4,0% bedeutet z.B., das im Mittel jede Knolle auf 4,0% der Oberfläche mit Sklerotien bedeckt ist. Eine Partie mit einem solchen Befall ist nicht als Speiseware zu vermarkten. Wendy erwies sich in diesem Jahr in allen drei Rhizoctonia-Merkmalen als besonders empfindlich.

Lagerung

Aufgrund der hohen Hitzeeinwirkung während der Vegetationsphase waren die Kartoffeln physiologisch stark gealtert und fingen schon z.T. im zeitigen Herbst im Lager an zu keimen. Besonders auffällig war die eigentlich als keimruhig eingestufte Sorte Allians. Diese bildete schon Mitte Oktober zentimeterlange Keime. Ebenfalls sehr unruhig zeigte sich die Sorte Almonda, die sonst ebenfalls zu den keimruhigeren Sorten zählt. Sehr keimruhig zeigten sich bis Mitte Dezember die Sorten Wendy, Wega, Nixe, Solo und der Stamm vom Dottenfelder Hof.

Beschreibung der geprüften Sorten

  • Almonda: Mittelfrühe, festkochende Sorte mit gelber Fleischfarbe und ovaler Knollenform. Optisch ansprechende Knollen mit etwas ungleichmäßiger Sortierung. Die Sorte hat eine hohe Krautfäuleresistenz, weshalb sie sich besonders für den Ökolandbau eignet. Auch die Anfälligkeit für Schorf, Eisenfleckigkeit und Schwarzfleckigkeit sind gering. Mittlere bis gute Ertragserwartung. Sehr schnelle Knollenentwicklung. Bis auf mittleren Silberschorfbefall zeigten sich die Knollen ausgesprochen gesund und optisch ansprechend. Die Sorte sollte nicht auf Standorten angebaut werden, die hohe Stärkegehalte begünstigen. Eine Kontrolle der Stärkegehalte während der Vegetation ist bei dieser Sorte eine qualitätsabsichernde Maßnahme.
  • Allians: Mittelfrühe, langovale, festkochende Salatkartoffel mit hohem Speisewert. Sehr hohes Ertragspotential, neigt aber bei größeren Knollen zu Verformungen. Hohe Anfälligkeit für Y-Virus, sehr gesundes Kraut, geringe Krautfäuleanfälligkeit. Die Knollenbonituren zeigten in den Vorjahren eine erhöhte Anfälligkeit für Rhizoctonia Sklerotien, Dry Core und Kartoffelschorf, in 2018 nur wenig Rhizoctonia. Im Geschmack wird Allians meist sehr gut bewertet und ist damit auch für die Direktvermarktung gut geeignet.
  • Wega: Frühe, vorwiegend festkochende Sorte mit ovaler Knollenform und tiefgelber Fleischfarbe. Mittelschnelle Ertragsbildung. Erzielte in vier Jahren in Frankenhausen durchschnittliche Speisewareerträge. Die Sortierung ist etwas ungleichmäßig mit Neigung zu Übergrößen. Setzt nur wenig Knollen an. Mittlere Anfälligkeit für R. solani. Zählte in 2017 zu den Sorten mit den geringsten optischen Knollenmängeln. Geschmacklich eher im Mittelfeld.
  • Julinka: Frühe, vorwiegend festkochende Sorte mit rundovalen Knollen. Stand in 2018 im 1. Versuchsjahr. Proberodungen lassen eine sehr zügige Knollenentwicklung erwarten. Durchschnittlicher Speisewarenertrag mit gleichmäßiger Sortierung. Hohe Anfälligkeit für Krautfäule. Im 1. Versuchsjahr wenig Probleme mit Rhizoctonia aber etwas Schorfbefall. Sonst optisch schöne Knollen. Weitere Versuchsjahre müssen abgewartet werden.
  • Goldmarie: Frühe, festkochende und glattschalige Speisekartoffel mit langovaler Knollenform und tiefgelber Fleischfarbe. Optisch sehr ansprechende Knollen, wenn diese nicht in die Übergrößen wachsen. Daher sollte der Pflanzabstand in der Reihe reduziert werden und eine N-Düngung nur sehr verhalten erfolgen. Die Jugendentwicklung der Pflanze und die Knollenentwicklung sind eher verhalten. Goldmarie ist eine keimruhige Sorte und sollte daher vor dem Pflanzen in Keimstimmung gebracht oder vorgekeimt werden. Geringe Anfälligkeit für Y-Virus. Standortabhängig kann Schorfbefall auftreten. Mittlere Anfälligkeit für R.solani (Dry Core und Sklerotienbesatz). In Frankenhausen vierjährig geprüft, mit meist unterdurchschnittlichen Erträgen.
  • Otolia: Mittelfrühe, vorwiegend festkochende Speisesorte mit ovaler Knollenform und gelber Fleischfarbe. Stand in 2018 im 2. Prüfjahr und erreichte in beiden Jahren einen hohen Bruttoertrag. Groß fallende Sortierung mit Neigung zu Übergrößen. In 2018 fast 20% Übergrößenanteil. Otolia zeigte in 2017 während der gesamten Vegetation keinen Befall mit Krautfäule, allerdings mittlere Anfälligkeit für Alternaria. Die Knollen zeigten eine sehr geringe Schorfanfälligkeit, der Besatz mit Rhizoctonia Sklerotien und Dry Core-Löchern war allerdings in beiden Jahren überdurchschnittlich hoch. Die Knollen sind leicht genetzt bis rauschalig.
  • Wendy: Mittelfrühe, vorwiegend festkochende Sorte mit rundovalen, genetzten Knollen. Stand im 2. Versuchsjahr. Wendy zeigte in 2017 deutliche Schwächen bei Krautfäule- und Nassfäulebefall. Sehr hoher Knollenansatz, was auch in beiden Versuchsjahren zu einem höheren Anteil an Untergrößen beitrug. Im Speisewarenertrag 2017 weit, und in 2018 knapp unter Durchschnitt. Sowohl bei Dry Core, Sklerotienbesatz und Deformationen zeigte Wendy 2018 die höchste Anfälligkeit. Auch die Schorfanfälligkeit war in beiden Versuchsjahren überdurchschnittlich hoch. Wendy verfügt über eine ausgeprägte Keimruhe und ist daher als Lagersorte gut geeignet.
  • Queen Anne: Frühe, vorwiegend festkochende Sorte mit langovalen Knollen. Stand in Frankenhausen im dritten Versuchsjahr und zeigte sich in dieser Zeit sehr ertragsstabil. Queen Anne verfügt über eine gleichmäßige Sortierung mit wenig Unter- und Übergrößen und einem sehr hohen Speisewarenanteil. Die Stärkegehalte liegen für den Kochtyp eher im unteren Bereich. Die Knollen sind sehr glattschalig und weisen keine gravierenden Mängel auf.
  • Theresa: Neue, mittelfrühe, mehlige Sorte mit rundovalen Knollen und hellgelber Fleischfarbe. In 2017 erreichte Theresa einen leicht überdurchschnittlichen Ertrag mit einer etwas ungleichmäßigen Sortierung aber optisch sehr ansprechenden Knollen. Auch in 2018 optisch sehr schöne Knollen mit sehr wenig Schorf und Rhizoctonia. Im Bestand zeigte Theresa 2017 eine hohe Anfälligkeit für Alternaria. Der Stärkegehalt im Sortenvergleich 2017 eher gering für die mehlige Kocheigenschaft. Sehr geringe Schorfanfälligkeit. Im Geschmack aber deutliche Mängel.
  • Bernina: Mittelfrühe festkochende Sorte mit tiefgelber Fleischfarbe und langovaler Knollenform. Stand in Frankenhausen in 2018 im dritten Versuchsjahr und zeigte in den Jahren 2016 und 2017 eine hohe Anfälligkeit für Krautfäule, was sich auch im Ertrag deutlich bemerkbar machte. In 2018 erzielte Bernina einen sehr hohen Marktwarenertrag, der allerdings auch einem sehr hohen Anteil an Übergrößen geschuldet war. Die Knollen zeigten einen stärkeren Befall mit Rhizoctonia-Sklerotien und Dry Core Löchern. Negativ fiel in 2017 der hohe Anteil an nassfaulen Knollen auf.
  • Nixe: Mittelfrühe, mehlig kochende Sorte mit rundovalen Knollen. Die Sorte wurde 2018 neu ins Sortiment aufgenommen. Roh- und Speisewarenertrag leicht überdurchschnittlich. Übergrößenanteil mit knapp 9% etwas höher als das Versuchsmittel. Die Knollen zeigten im ersten Versuchsjahr einen hohen Besatz mit Rhizoctonia Sklerotien und Dry Core Löchern. Auch der Schorfbefall war stärker als bei den anderen Sorten.
  • Corinna: Sehr frühe, vorwiegend festkochende Sorte mit ovalen Knollen und hellgelber bis gelber Fleischfarbe. Sehr schnelle Knollenentwicklung. Nach Züchterangaben eine Sorte mit geringer bis mittlerer Neigung zu Keimung, zeigte sich im Herbst 2018 aber eher keimfreudig. Die Knollen zeigen nur wenig Mängel. Corinna ist als Anschlusssorte an das Frühkartoffelsortiment zu sehen. Die Sorte hat ein sehr hohes Ertragspotential (höchster Roh- und Speisewarenertrag in 2018).
  • Paroli: Sehr frühe, vorwiegend festkochende Sorte ovalen Knollen und gelber Fleischfarbe. Paroli ist als Vorkeimsorte geeignet und bringt früh vermarktungsfähige, schalenfeste Ware. Glatte bis leicht genetzte optisch sehr schöne Knollen. Die Knollenbonituren ergaben einen geringen Sklerotienbesatz allerdings bei mittlerem Dry Core Befall. Die Sorte hat ein hohes Ertragspotential, zu hohe Stickstoffgaben können aber zu Wachstumsrissen führen.
  • HS PN-08 (Novira): Mittelfrüher, vorwiegend festkochender Stamm aus der biologisch-dynamischen Pflanzenzucht von Hartmut Spieß vom Dottenfelder Hof. Der Stamm zeigte sich ausgesprochen resistent gegen Krautfäule. Allerdings wurde auch hier ein mittlerer Alternariabefall in 2017 bonitiert. In der Abreife deutlich später als alle anderen Sorten dieser Reifegruppe. Knollenentwicklung beginnt erst relativ spät. Die ovalen, z.T. stark genetzten bis rauschaligen Knollen erreichten in beiden Versuchsjahren einen durchschnittlichen Speisewarenertrag.
  • Solo: Frühe, festkochende Sorte mit langovalen Knollen. Stand 2018 erstmalig im Prüfsortiment. Erreichte nur einen geringen Rohertrag, allerdings mit wenig Unter- und Übergrößen. Die Knollenbonituren ergaben eine geringe Anfälligkeit gegen Rhizoctonia, aber etwas mehr Schorfbefall. Sonst optisch ansprechende Knollen. Solo zeigte im ersten Versuchsjahr nur eine geringe Neigung zu Keimung.

Tabelle 2: Versuchsergebnisse der Jahre 2016-2018

Rohertrag 2018 Anteil Untergrößen 2018 Anteil Speiseware 2018 Anteil Übergrößen 2018 Speisewarenerträge 2016-2018
Sorte dt/ha rel. VRS % % % 2018 rel. VRS 2017 rel. VRS 2016 rel. VRS
Almonda VRS 319,4 101 1,5 91,7 6,8 103 96 104
Allians VRS 315,0 99 2,5 94,5 2,9 105 107 128
Wega VRS 315,8 100 3,0 83,1 14,0 92 97 68
Julinka 309,7 98 2,9 94,2 3,0 103
Goldmarie 249,8 79 3,2 95,0 1,8 83 99 69
Otolia 348,0 110 2,0 79,2 18,9 97 106
Wendy 324,8 103 5,6 83,4 11,1 95 69
Queen Anne 342,5 108 1,9 96,9 1,3 117 108 92
Theresa 288,4 91 3,4 92,9 3,7 94 102
Bernina 351,6 111 1,4 76,3 22,3 94 58 56
Nixe 330,1 104 2,5 88,9 8,7 103
Corinna 361,2 114 2,6 92,1 5,4 117
Paroli 316,8 100 2,2 95,7 2,1 107 99
HS Pn-08 Novira 305,3 96 3,3 91,8 4,9 99 100
Solo 266,7 84 2,5 94,8 2,7 89
VRS 316,7 100 3 90 7 285 313 330

VRS: Almonda, Allians, Wega
Untergrößen: <30/35 mm; Speiseware: 30/35 mm – 60/65 mm; Übergrößen: >60/65 mm

 

Tabelle 3: Stärkegehalt und Knollenbonitur

Sorte Stärkegehalt % Rhizoctonia Dry-core % Rhizoctonia Sklerotien Befallsstärke% Anteil Rhizoct. deformierte Knollen % Kartoffelschorf Befallsstärke%
Almonda VRS 18,5 0 0,1 0 2,62
Allians VRS 18,0 3 0,0 0 3,61
Wega VRS 14,4 5 1,1 2 2,07
Julinka 17,5 1 0,0 0 3,25
Goldmarie 17,0 5 2,3 0 2,95
Otolia 17,0 10 2,4 1 0,32
Wendy 16,4 9 4,0 9 3,20
Queen Anne 16,4 1 0,1 0 2,80
Theresa 18,5 2 0,9 1 0,07
Bernina 14,7 10 1,0 1 1,45
Nixe 19,0 7 4,3 0 4,06
Corinna 16,4 2 0,2 0 3,07
Paroli 17,5 5 0,7 0 0,25
HS Pn-08 (Novira) 18,0 3 1,6 1 0,38
Solo 17,5 2 0,2 0 2,39
Versuchsmittel 17,1 4,3 1,3 1,0 2,2

 

Tabelle 4: Sortenbeschreibung

Sorte Zulassung Züchter RG Kochtyp Knollenform Fleischfarbe
Almonda VRS 2013 Solana III f oval gelb
Allians VRS 2003 Europlant III f langoval tiefgelb
Wega VRS 2010 Norika II vf oval tiefgelb
Julinka 2012 Europlant II vf rundoval gelb
Goldmarie 2013 Norika II f langoval gelb
Otolia 2014 Europlant III vf oval gelb
Wendy 2011 Norika III vf oval gelb
Queen Anne 2012 Solana II vf langoval gelb
Theresa 2016 Europlant III m oval hellgelb
Bernina 2012 Europlant III f langoval tiefgelb
Nixe 2012 Norika III m rundoval gelb
Corinna 2015 Europlant I vf oval gelb
Paroli 2015 Norika I vf oval gelb
Novira LBDH III vf oval gelb
Solo 2012 Bavaria II f langoval gelb

RG = Reifegruppe: I = sehr früh; II = früh; III = mittelfrüh
Kochtyp: f = festkochend; vf = vorwiegend festkochend; m = mehlig kochend


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