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Neue Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung – was ändert sich?

Die 5. Fassung der Pflanzenschutzanwendungsverordnung ist seit dem 08.09.2021 in Kraft. Dadurch ergeben sich in drei Bereichen Änderungen für die landwirtschaftliche Praxis.

Bereich 1 : Glyphosat

Mit der Gesetzesänderung soll der schrittweise Ausstieg aus der Glyphosatanwendung eingeleitet werden. Somit gibt es ab sofort starke Einschränkungen für die Anwendung von Produkten mit diesem Wirkstoff. Glyphosat darf generell nur noch dann und im Einzelfall eingesetzt werden, wenn alternative Verfahren zur Unkrautregulierung nicht geeignet oder unzumutbar sind. So muss vor jedem Einsatz geprüft werden, ob es andere integrierte Möglichkeiten zur Unkrautregulierung gibt, die erst auszuschöpfen sind.

Des Weiteren ist der Einsatz in Heilquellen- und Wasserschutzgebieten nicht mehr erlaubt.

Bereich 2: Naturschutz

In Naturschutzgebieten, Nationalparken, Naturdenkmälern und gesetzlich geschützten Biotopen dürfen
keine Herbizide mehr eingesetzt werden. Auch Insektizide, die als bienengefährlich (B1 bis B3) oder als bestäubergefährlich (NN410) eingestuft worden sind, dürfen nicht mehr eingesetzt werden.
Die Verbote gelten auch in Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB-Gebiete), auch bezeichnet als FFH-Gebiete.
Ausgenommen innerhalb der GGB-Gebiete sind Flächen zur Vermehrung von Pflanz- und Saatgut, Ackerflächen, die nicht als Naturschutzgebiet, Nationalpark oder als Naturdenkmal ausgewiesen sind, sowie Flächen zum Garten- und Obstbau.

Bereich 3: Gewässer

Laut Hessischem Wassergesetz (HWG vom 28.05.2018) gilt:

Beim Pflanzenschutzdienst Hessen finden Sie eine schematische Darstellung

Die kurzzeitlich gültigen Vorgaben mit 10-Meter-Abstand zur Böschungsoberkante bzw. 5-Meter-Abstand bei einer ganzjährig begrünten Pflanzendecke wurden inzwischen wieder wurden zurückgezogen (Stand: 23.03.2022).