- Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen - https://llh.hessen.de -

Wetterrückblick 2021

Das Jahr 2021 hob sich, was das Wetter anging, von den drei vorangegangenen zu trockenen Jahren ab. Erfreulicherweise fielen im Jahresdurchschnitt in Hessen 710 mm Niederschlag, was annähernd dem langjährigen Mittelwert der gültigen Referenzperiode von 1961 – 1990 mit 793 mm entsprach.

Damit konnten die defizitären Wasserreserven weiter aufgefüllt werden. Dies ist wichtig, um zukünftige Trockenperioden besser überstehen zu können. Der Großteil der Jahresniederschläge fiel in den meisten Regionen in den Sommermonaten Mai bis August mit teilweise über 100 mm pro Monat. Oftmals auch in Form von Starkniederschlägen mit großen Regenmengen in kurzer Zeit. Für die Landwirtschaft war das ein zweischneidiges Schwert. Wenngleich die Niederschläge nach den Trockenjahren 2018 bis 2020 sehr wichtig waren, sorgten sie in der Ernteperiode für schwierige Bedingungen. Während der Sommer durch reichhaltige Niederschläge gekennzeichnet war, waren das Frühjahr und der Herbst in der Tendenz eher wieder zu trocken.

Hinsichtlich der Temperaturen ging es im vergangenen Jahr recht abwechslungsreich zu. In Erinnerung geblieben ist zum Beispiel die harte Frostphase Anfang Februar. Über mehrere Tage hinweg hatte der Winter viele Regionen Hessens fest im Griff. An der Wetterstation im nordosthessischen Sontra wurde am 10.02.2021 mit -25,6 ⁰C ein neuer Stationsrekord gemeldet. Erfreulicherweise gingen den tiefen Temperaturen üppige Schneefälle mit Schneehöhen von 30 cm und mehr voran, sodass die Pflanzenbestände weitestgehend von Auswinterungsschäden verschont blieben. Zudem wurden im Februar 2021 auch bei den Temperaturdifferenzen neue Rekorde verzeichnet. So stieg die gemessene Höchsttemperatur in der zweiten Monatshälfte auf über +20 ⁰C, was einem Temperaturunterschied von über 40 ⁰C innerhalb weniger Tage entspricht. Insgesamt war das Frühjahr recht kühl, der April war sogar der kälteste seit 40 Jahren. Das zeigte sich auch in den schwierigen Auflaufbedingungen für die Sommerkulturen. Neben einer Hitzewelle mit Temperaturen über +35 ⁰C Ende Juni waren die Temperaturen im Sommer eher moderat. Trotz allem lag die Jahresdurchschnittstemperatur mit 9,1 ⁰C knapp ein Grad über dem langjährigen Mittelwert. Auch wenn es vielen Menschen vielleicht anders in Erinnerung geblieben ist, ist das Jahr 2021 damit insgesamt das elfte zu warme Jahr in Folge.

Auch wenn die Sonne gefühlt vor allem im Sommer zu wenig zu sehen war, so schien sie in 2021 in Hessen im Durchschnitt insgesamt 1.585 Stunden und so 126 Stunden mehr als im langjährigen Mittel.

Der Beginn des Jahres 2022 zeigte sich verhältnismäßig mild und feucht. Insbesondere die Sonne machte sich rar. So schien sie im Januar nur rund 30 Stunden. Hessen zählte damit neben Thüringen zu den trübsten Bundesländern im ersten Jahresmonat.

Dieser Beitrag stammt aus der Beratungs-Info (Öko-Fax) des LLH.