Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Geflügel

Geflügelpest: Erhöhte Gefahr durch mobilen Geflügelhandel

In Mittel und Osteuropa wurde um den Jahreswechsel 2019/2020 ein überregionales Ausbruchsgeschehen von HPAIV des Subtyps H5N8 in Geflügelbetrieben festgestellt und besteht weiterhin fort. Seit Ende Juli 2020 wurde aus Russland und Kasachstan eine ganze Serie von HPAI H5 Ausbrüchen bei Geflügel und Wildvögeln gemeldet.

Da die Region auf der Route von migrierenden Wasservögeln liegt, die im Herbst nach Europa ziehen stufte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesinstitut für Tiergesundheit schon im Herbst das Risiko des Auftretens der Vogelgrippe in Deutschland als sehr hoch ein.

Bisher wurden etwa 1000 Fälle bei Wildvögeln und 133 Ausbrüche bei Geflügel nachgewiesen. Derzeit wird das Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Geflügelhaltungen als hoch eingestuft.

https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00036488/FLI-Risikoeinschaetzung_HPAIV_H5N8_2021-03-25-bf.pdf

Situation in Hessen:

Im Vogelsbergkreis, im Landkreis und der Stadt Offenbach sowie im Kreis Groß-Gerau wurden seit Mitte März durch die Veterinärbehörden Stallpflicht für Geflügel angeordnet.

In weiteren Landkreisen und Städten, wurde Stallpflicht regional begrenzt angeordnet. Dazu gehören die Landkreise Kassel, Gießen, Bergstraße, Rheingau-Taunus, Wetterau, Main-Taunus, Darmstadt-Dieburg und Main-Kinzig sowie die Städte Frankfurt und Wiesbaden. Bei Fragen hierzu bitte mit Ihrem zuständigen Vetrerinäramt in Verbindung setzten.

Seit dieser Woche gilt als Vorsichtsmaßnahme für den Lahn-Dill-Kreis eine Stallpflicht in bestimmten Gebieten entlang der Lahn und Dill sowie am Aartalsee.“

Aktuelle Entwicklung nach Mitteilung durch die Pressestelle des Ministeriums (HMUKLV):

Geflügelhalterinnen und -halter werden aufgerufen, besonders aufmerksam zu sein.

„In den letzten Tagen wurden vermehrt Einträge des Erregers der Geflügelpest in vorwiegend kleinen Hausgeflügelbeständen in Deutschland gemeldet. Ursache für viele dieser Ausbrüche, sind mobile Geflügelhändler, die auf Märkten oder anderen vereinbarten Orten, wie z.B. Autobahnraststätten oder bei Futtermittelhändlern, direkt aus dem Lieferwagen heraus kleine Mengen an Zucht- und Nutzgeflügel zum Verkauf anbieten. Bei zwei solcher Händler wurde das Virus bereits im Bestand nachgewiesen. Die Herkunftsbetriebe liegen im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen und im Landkreis Weimarer Land in Thüringen. Durch den Verkauf von Geflügel in geringer Anzahl an viele einzelne Betriebe erhöht sich das Risiko für eine flächendeckende Ausbreitung der Geflügelpest in ganz Deutschland.

An wen und wohin die Händler ihr Tiere verkauft hatten, kann nicht vollständig nachvollzogen werden. Deshalb ruft die Hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz Geflügelhalter auf: „Wenn Sie seit Anfang März lebendes Geflügel von einem mobilen Händler erworben haben, melden Sie sich bitte bei dem zuständigen Veterinäramt. Die Bestände können dann auf das Virus getestet werden. Es ist von großer Bedeutung, dass wir einen Ausbruch in unseren hessischen Ställen verhindern. Bitte helfen Sie dabei mit!“

In Hessen wurde in diesem Winter die Geflügelpest bereits bei vielen Wildvögeln festgestellt. Nicht zuletzt dank der Umsicht der Geflügelhalter konnte in Hessen eine Ansteckung von Hausgeflügelhaltungen in größerem Umfang erfolgreich verhindert werden. Die konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen schützt die Geflügelbestände vor einem Eintrag des Virus. Derzeit sollten Bestände intensiv kontrolliert werden und Auffälligkeiten wie beispielweise eine erhöhte Sterblichkeit oder reduzierte Leistung umgehend an die jeweils zuständigen Veterinärbehörden gemeldet werden.“

Wichtig:

  • Wenn möglich kein Geflügelzukaufen
  • Wildvögel unbedingt von Futter- und Wassereinrichtungen von Rasse- und Wirtschaftsgeflügel fernhalten!
  • Alle indirekten Kontaktmöglichkeiten auch über Gegenstände ausschließen!
  • Rasse- und Wirtschaftsgefügel nicht aus Gewässern trinken lassen zudem auch Wildvögel Zugang haben
  • Strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen
  • Tiere aufmerksam kontrollieren und Auffälligkeiten wie beispielweise eine erhöhte Sterblichkeit oder reduzierte Leistung umgehend an die jeweils zuständige Veterinärbehörde zu melden

Tote Wildvögel sollten bei Verdacht auf Vogelgrippe dem Veterinäramt gemeldet werden. Alle Geflügelhalter, insbesondere Geflügelbetriebe sollten ihre Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen und ggf. optimieren. Dabei soll der Kontakt von Geflügel und Wildvögeln unbedingt verhindert werden.

Merkblatt des HMUKLV für Geflügelhalter

Wie Sie Ihre Tiere vorsorglich schützen können, hat das FLI in der Checkliste zur Vermeidung der Einschleppung der hochpathogenen aviären Influenza (Geflügelpest) zusammengestellt.

Zudem gibt es auf der Website des FLI weitere wissenswerte Informationen zu der Virusinfektion aviäre Influenza.

Für den Fall der Fälle geben wir Tipps im Merkblatt Aufstallungspflicht, was bei einer Stallpflicht zu tun wäre:


Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen