Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Rinder

10 Jahre Deutsches Färsenchampionat „Best Of“

Zuchtrinder auf hohem Niveau vorgestellt

Vor neun Jahren starteten die deutschen Fleischrinderzüchter mit einem neuen Projekt, der Färsenauktion für Spitzenqualitäten unter dem Titel „Best Of“ und wählten das brandenburgische Groß Kreutz als Austragungsort. Dort werden Spitzenfärsen aller wichtigen Fleischrinderrassen angeboten und die Veranstaltung ist zu einer maßgeblichen Werbeplattform für die Fleischrinderzuchtbetriebe geworden. Nicht nur die sehr gute Verkehrsanbindung von Groß Kreutz, auch die erstklassige Organisation durch den brandenburgischen Zuchtverband gehören mit zum Erfolgskonzept. Zur 10. Auflage der Veranstaltung hatten sich die Rinderproduktion Berlin-Brandenburg einiges einfallen lassen, so wurden z. B. die treuesten Beschicker der Veranstaltung am Vortag mit einem Präsent belohnt. Ein längst unverzichtbarer Teil des hessischen Konzeptes: der Sammeltransport für die angebotenen Rinder und die Möglichkeit des Rücktransportes für heimische Käufer ist von enormer Wichtigkeit und trägt entscheidend zum Erfolg der Gesamtveranstaltung bei. Viele Züchter nehmen die Beratung des Zuchtverbandes per Mobilfunk in Anspruch und erwerben auf diese Art und Weise Spitzengenetik ohne viel Aufwand.

Färsenchampionat
Admiral-Tochter Emy von der Bischoff PTR
Einen starken Beginn hatten die hessischen Züchter bei der Rasse Angus: der Siegertitel bei dieser Rasse ging an die von der Bischoff PTR GmbH, Neukirchen, angebotene Admiral-Tochter Emy, eine bereits landesschauprämierte, sehr elegante Färse mit hochinteressantem Papier, die zum Aufbau einer neuen Zuchtstätte nach Osthessen ging. Auf viel Nachfrage stießen die von Rainer Henz, Moischt, angebotenen Töchter des bekannten Vererbers Ozzo: Die enorm leistungsstarke, mit einem sehr interessanten Pedigree versehene AZH Bellinda ging für 4.000 € nach Süddeutschland und ihre Halbschwester AZH Carmen, ein sehr schickes, schwarzes Rind erwarb ein Zuchtbetrieb aus dem südlichen Westfalen. Sehr gefragt war auch die von Marc u. Holger Born, Dodenau, angebotene Precision-Tochter Elena, die für 3.600 € zur gezielten Bestandsergänzung an einen Betrieb in Brandenburg ging. Bei sehr guter Nachfrage wurde die Angus-Kollektion komplett verkauft und erreichte mit 2.930 € den höchsten Durchschnittspreis aller angebotenen Rassen.

Eine sehr ausgeglichene Kollektion boten die Züchter der Rasse Fleckvieh-Simmental an und hier ging das Siegerrind der Kollektion, eine enorm entwickelte, aus bester Mutterlinie stammende Imperator-Tochter an einen aktiven nordhessischen Züchter. Aus der Zucht von Friedrich Wilke, Rhenegge, stammte die Carlos-Tochter Fanny PP, die durch ihr gewaltiges Erscheinungsbild viele Blicke auf sich zog und das schwerste Rind der gesamten Kollektion war; ein Zuchtbetrieb aus dem westlichen Thüringen sicherte sich diese Spitzenfärse und sehr gefragt waren auch die zwei Rinder aus dem Zuchtbetrieb Scheuermann und Schleich, Erbenhausen, die ebenfalls flott verkauft wurden. Wie auch in den Jahren zuvor, nutzten mehrere hessische Zuchtbetriebe die Gelegenheit und erwarben gezielt hervorragende Rinder zur weiteren Verbesserung ihrer Herden. Bei konstant guter Nachfrage wurde auch hier die Kollektion zu einem mittleren Preis von 2.606 € verkauft.

Färsenchampionat
Horion-Tochter Mimosa
Erwartungsgemäß relativ klein waren die Angebote bei den Rassen Blonde d´Aquitaine und Galloway. Das Siegerrind bei Blonde d´Aquitaine war die in Typ und Entwicklung bestechende Horion-Tochter Mimosa von der Kömpel GbR, Großenlüder, die sich ein nordhessischer Züchter nicht entgehen ließ und 3.200 € in dieses Zukunftsrind investierte und den gleichen Preis investierte ein bekannter hessischer Galloway-Züchter in das Siegerrind dieser Rasse, die Highland Laddie-Tochter Ypsilon von der Kraft GbR in Ottrau, die an der Spitze des komplett aus Hessen angebotenen, sehr überzeugenden Trios dieser Rasse stand.

Färsenchampionat
Chic-Tochter Ursel
Sehr spannend wurde es dann, als die Rasse Charolais an die Reihe kam, denn jetzt wurde der Grandchampion der Gesamtveranstaltung angeboten. Die von Volker und Sebastian Reinhard, Brechen, angebotene Chic-Tochter Ursel bestach durch ihren exzellenten Typ und das hochinteressante Pedigree – ein echtes Schmuckstück für Freunde und Liebhaber dieser Rasse. Ein niedersächsischer Züchter ließ sich dieses Ausnahmerind bei starker Gegenwehr aus mehreren Regionen nicht entgehen und investierte mit 4.000 € den mit Abstand höchsten Preis bei dieser Rasse in dieses tragende Rind. Eine weitere 1a-Färse wurde von der Gries GbR, Laubach, angeboten und die reinerbig hornlose Fritze-Tochter Resi PP, aufgewertet durch eine hochinteressante Belegung, wurde von einem bayerischen Züchter gezielt erworben. Die beiden Noval-Töchter von Lars Duclos, Dohrenbach, die durch ihre enorme Entwicklung auffielen, wurden von Zuchtbetrieben aus Niedersachsen erworben. Der Schwerpunkt der Nachfrage lag bei natürlich hornlosen Rindern und die Kollektion wurde zu einem mittleren Preis von 2.480 € veräußert.

Färsenchampionat
Max-Tochter Naomi P
Den Abschluss machte der stärkste Block im Angebot: die Rasse Limousin und hier stand mit der Max-Tochter Naomi P aus dem Betrieb von Stefan Kohlmann, Buchenau, ein absolutes Spitzenrind im Angebot, das zudem noch von einem sehr interessanten Nachwuchsbullen tragend ist. Ein Zuchtbetrieb aus dem Vogelsberg sicherte sich diese Top-Färse und investierte 3.600 € in das Siegerrind. Die weiteren Rinder aus dem Betrieb Kohlmann und die von Karsten Watz, Vollnkirchen, angebotene Färse fanden neue Besitzer. Der Schwerpunkt der Nachfrage bei der Rasse Limousin lag dieses Jahr eindeutig bei den trächtigen Rindern und die Rasse erreichte einen Durchschnittspreis von 2.578 €. Ein deutliches Zeichen für die von den hessischen Züchtern angebotene Qualität ist der Durchschnittspreis von 2.900 €, der damit 300 € über dem Mittel der Gesamtveranstaltung liegt. Insgesamt ist der Erfolg der heimischen Fleischrinderzüchter auf Bundesebene das Ergebnis einer über Jahre hinweg konsequenten züchterischen Arbeit und gleichzeitig aber auch ein Ansporn bei den kommenden Veranstaltungen wieder mit erstklassigen Tieren präsent zu sein.

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