Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Rinder

Weidesaison jetzt starten

Vorweide mit Milchkühen

Kühe auf Weide, im Hintergrund kahle Vegetation
Bei der Vorweide dürfen die Sträucher Bäume noch unbelaubt sein
Wenn die Möglichkeit besteht, können die Kühe jetzt stundenweise auf Grünlandflächen weiden. Dabei werden auch Problemunkräuter wie der Stumpfblättrige Ampfer gefressen. Auf Schnittflächen kann nach dieser einmaligen Pflegemaßnahme die Gülle auch im direkten Anschluss aufgebracht werden. Die Vorweide dient weniger der Sättigung der Kühe, als vielmehr der Bestockung der Gräser sowie der Zurücksetzung frühblühender Kräuter (Vogelmiere, Scharbockskraut) und Gräser (Wiesenfuchsschwanz, Wolliges Honiggras). Die Kühe fressen in der Regel dieses frühe Gras zusätzlich zur Stallration. Um Pansenblähungen und dünnen Kot zu vermeiden, sollten die Kühe nur sattgefüttert aufgetrieben werden. Steigt der Harnstoffgehalt in der Tankmilch ist die Anpassung des Milchleistungsfutters sinnvoll.

Aktuell führen die Frostnächte und sonnenreichen Tage zu einem überdurchschnittlichen Zuckergehalt in den Gräsern. Umso wichtiger ist jetzt das Sattfüttern im Stall vor Weideauftrieb und die Anpassung der Kraftfutterkomponenten.

Pro und Contra: Beweidung mit Trockenstehern

Zwei Kühe auf einer Weide mit Wasserfass
Trockenstehende Kühe auf die Weide: ja oder nein?
Viele Betriebe wägen ab, ob die Beweidung mit trockenstehenden Kühen eine sinnvolle Maßnahme ist.

Pro:

  • Sauberkeit der Klauen, vorausgesetzt der Zugang ist befestigt
  • Sonne (UV-Strahlung) wirkt gegen Endoparasiten (Räudemilbe)
  • Förderung der Fitness
  • natürliches Vitamin D3 wird gebildet (UV-Strahlung auf der Haut)
  • uneingeschränkte Liegemöglichkeit
  • Frühjahrsaufwuchs ist reich an Mengen- und Spurenelementen und Vitaminen
  • Betriebe mit Vollweide können stallferne Flächen nutzen/ keine Pansenumstellung mit Weidefutter

Contra:

  • Pansenmikroben benötigen 2 bis 3 Wochen für die Anpassung an ein neues Futtermittel (Grassilage und Frischgras verhalten sich ähnlich im Pansen)
  • Nährstoffzusammensetzung im Frühjahrsaufwuchs (gute Grasnarben): 16 bis 19 % Rohprotein (XP); 12 bis 15 % Zucker, 15 bis 20 % Rohfaser; 6,6 bis 6,9 MJ NEL/kg
  • Nährstoffbedarf Frühtrockensteher: 12 bis 13 % XP; < 6 % Zucker; 22 % struktur-wirksamer Rohfaser; 5,6 bis 5,8 MJ NEL/ kg)
  • Nährstoffgehalte des ersten Aufwuchses und Nährstoffbedarf der Trockensteher sind nicht deckungsgleich
  • eventuell zu geringer Strukturanteil

Weide mit Mutterkühen

Mutterkühe auf der Weide
Mutterkühe auf der Weide
Ein früher Auftrieb mit der weiblichen Nachzucht ist in diesem Jahr besonders sinnvoll. Die hohen Tagestemperaturen der letzten Wochen führten zu einer raschen Trockenmassenzunahme auf dem Grünland. Energiearme und frühblühende Gräser werden bei frühem Auftrieb gut gefressen und das wertvolle Weidelgras zur Bestockung angeregt. Die Zufütterung kann sich auf anfänglich etwas Heu oder Stroh beschränken.

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