- Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen - https://llh.hessen.de -

Welche Kuh geht zuerst?

In die Antwort spielen viele Faktoren hinein: die Gesundheit und die Milchleistung der Kuh und aktuell auch Verfügbarkeit und Kosten des Futters vor dem Hintergrund gestiegener Kosten für die Futterbereitung und den Zukauf.

Auswertungen zeigen, dass das Futter den größten Kostenblock ausmacht. Die Ermittlung des IOFC („income over feedcost“ oder „Einkommen nach Futterkosten“) pro Einzeltier und Tag bietet hier einen einfachen Einstieg in die Kostenkontrolle (auf Netto-Basis). Es geht hier um ein „sich annähern“, nicht um die 2. Stelle hinter dem Komma. Die Kraftfuttermenge an der Station mag noch bekannt sein, aber am Futtertisch gibt es Variationen zwischen den Tieren.

Zunächst wird das Einkommen (= Milcherlös) ermittelt, mithilfe des Molkerei-Auszahlungsgrundpreises (Basis 4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß) und der Tagesmilchmenge (umgerechnet auf die gleiche Basis = ECM kg). Die aktuelle MLP kann Daten hierzu liefern.

Die täglichen Futterkosten setzen sich zusammen aus den Kosten pro Gewichtseinheit (stammend aus eigener Erhebung, mehrjähriger Auswertungen oder Marktpreisen) und den gefressenen Mengen. Bei Letzterem sind Rationskalkulationen und Wiegedaten hilfreich.

Beispiel 30 Liter-Kuh

Das IOFC ist der Erlösanteil am Milcherlös und ist betriebsindividuell. In der Literatur wird als Faustzahl ein IOFC von mind. 60 % empfohlen; in jeden Fall bietet es ein Ranging für die Herde. Vielversprechende Schlachterlöse dürfen nicht über die hohen Aufzuchtkosten einer Färse hinwegtäuschen. Interessierten kann ich Hilfestellung leisten.

 

Dieser Beitrag stammt aus der Beratungs-Info Öko-Fax des LLH.