Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Rinder

Angus im Fokus

Das jährliche Züchtertreffen für die Herdbuchbetriebe der Rasse Angus fand kürzlich auf dem Hof der Familie Sippel im Korbacher Ortsteil Helmscheid statt, wo die Vorgaben der Corona-Verordnung bestens umgesetzt werden konnten. Neben dem Gedankenaustausch unter den Mitgliedern, stand hier besonders die Besichtigung eines aktiven Zuchtprogrammes im Blickpunkt des Interesses.

Der konstanten Entwicklung in den zurückliegenden Jahren folgend, hat die Rasse Angus die führende Position mit den meisten eingetragenen Kühen in Hessen eingenommen: Über 1.300 Kühe sind im Herdbuch eingetragen. Dazu haben sicherlich nicht nur die tadellosen Gebrauchseigenschaften der Kühe, die häufig unter Bio-Bedingungen nachgewiesen wurden, beigetragen, sondern auch die zuletzt konstant gute Nachfrage nach Angus-Rindern aus diversen Nachbarländern hat diese Tendenz verstärkt. Der erstklassige Standard, den die hessischen Zuchtbetriebe geschaffen haben, ist bei vielen Gelegenheiten gezeigt worden und alljährlich ist der Fleischrindertag in Alsfeld ein besonderes Aushängeschild für die züchterische Arbeit. In der nationalen Top-Liste stehen herausragende Vererber aus hessischen Zuchtbetrieben wie Orpheus, Precision oder der erfolgreich ausgestellte Joker mit besten Zuchtwerten in der Leistungserfassung und ein vergleichbares Bild findet man in der Top-Liste für die Kühe. Wichtige Themen beim Gedankenaustausch bei der Versammlung waren die aktuellen Ergebnisse aus der im letzten Jahr eingeführten Kombi-Untersuchung mit einer wesentlichen Erweiterung des Spektrums der verfügbaren Merkmale bei der Rasse Angus und die darauf aufbauende internationale Datenverknüpfung. Nachdem in den letzten Jahren der Zuchtwertexport eine sehr wichtige Rolle gespielt hat, ist die Entwicklung aktuell aufgrund der Corona-Pandemie noch etwas zurückhaltend, obwohl einiges an Nachfrage angekündigt war. Weitere wichtige Punkte in der Diskussion waren die Möglichkeiten zur Durchführung von Veranstaltungen im Winterhalbjahr, wobei der Fleischrindertag eine zentrale Rolle einnimmt.

Engagierter Zuchtbetrieb

Trotz der ausgeprägten Trockenheit auf den Weideflächen zeigten sich die Absetzer auf den Weiden des Betriebes Sippel in sehr guter Verfassung
Trotz der ausgeprägten Trockenheit auf den Weideflächen zeigten sich die Absetzer auf den Weiden des Betriebes Sippel in sehr guter Verfassung

Auf den Weiden bekamen die Züchter verschiedene Herden des Zuchtbetriebes Sippel zu sehen und auch dieses Jahr waren die Folgen des dritten Trockenjahres hintereinander auf den Schieferverwitterungsstandorten in Helmscheid unübersehbar. Trotzdem zeigten sich die Kühe und Absetzer in einer tadellosen Kondition und die Leistungsveranlagung des Nachwuchses war klar erkennbar. Zur Absicherung der Futterversorgung plant die Familie Sippel in den kommenden Jahren verstärkt den Anbau von Klee- und Luzernegras auf ihren zur Trockenheit neigenden Standorten. Von besonderem Interesse war der Kälberjahrgang, der mit den Müttern bei Fuß gezeigt wurde, sie sind Nachkommen der Herdenbullen Roosvelt und Sensation und einige Absetzer stammen von dem Besamungsbullen Saten Red ab. Die Nutzung erstklassiger Vererber aus dem internationalen Angus-Spektrum mit dem Herdbuchstatus 42 ist für die Familie Sippel ein wichtiges Element der züchterischen Weiterentwicklung, da der Zuchtviehverkauf in den zurückliegenden Jahren immer eine wichtige Rolle im Betrieb eingenommen hat. Die besten Bullen sind jedes Jahr beim Fleischrindertag auf sehr viel Interesse gestoßen und in vielen Herden stehen heute Vererber aus dieser Herde, speziell die Nachkommen des züchterisch hochinteressanten Vererbers Roosvelt, der drei Jahre auf dem Hof zum Deckeinsatz war, waren für die anwesenden Züchter von besonderer Bedeutung, da dieser Bulle eine neue Genetik aus Nordamerika mit überlegener Leistungsveranlagung und besten Rassemerkmalen mitbringt. Auch bei der Vermarktung der nicht für die Zucht geeigneten Bullen hat sich der Betrieb weiterentwickelt und zwei Vermarktungsschienen für Schlachtbullen – einmal regional und einmal über Edeka Südwest – aufgebaut. Die nicht zu übersehende Aktivität der gesamten Familie lässt erwarten, dass auch in der kommenden Zeit bei den verschiedensten Gelegenheiten Spitzengenetik der Rasse Angus vom Zuchtbetrieb Sippel aus Helmscheid präsent sein wird.


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