Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Rinder

Wolf macht den Mutterkuhhaltern Sorgen – Jahrestreffen der hessischen Limousin-Züchter

Der seit über 200 Jahren im Familienbesitz befindliche Schreinesch Hof, den die Familie Bopper in Rodenhausen im Lahn-Dill-Bergland bewirtschaftet, war der Treffpunkt, der für die Züchterversammlung der hessischen Limousin-Züchter dieses Jahr ausgewählt wurde.

Limousin im Blickfeld

Die exzellente Qualität der in den letzten Jahren auf dem Betrieb der Familie Bopper in Rodenhausen aufgebauten Herde war bei der Besichtigung auf der Weide schnell zu erkennen.
Die exzellente Qualität der in den letzten Jahren auf dem Betrieb der Familie Bopper in Rodenhausen aufgebauten Herde war bei der Besichtigung auf der Weide schnell zu erkennen.

In dem züchterischen Jahresrückblick standen die aktuellen Daten aus der deutschen Limousin-Zucht und die Platzierung der hessischen Tiere in den einzelnen Listen zunächst im Mittelpunkt. Dabei zeigte sich ein weiteres Mal, dass in beiden Kategorien (Kühe und Bullen) Top-Tiere aus hessischen Zuchtbetrieben bestens platziert sind und der Limousin-Vererber Bolto im Besitz der Familien Dietrich und Dröser in Wehrheim weiterhin den nationalen Spitzenplatz einnimmt. Diese starke Präsenz in der nationalen Spitze ist wichtig für den Erfolg in der Zuchtviehvermarktung, denn neben dem erreichten Leistungsniveau ist auch die Qualität in den Rassemerkmalen von entscheidender Bedeutung. So gelang es auch dieses Jahr, mehrere Spitzentiere vom Fleischrindertag in Alsfeld in auswärtige Zuchtgebiete zu vermarkten und die seit Jahren erstklassigen Ergebnisse der hessischen Limousin-Rinder bei „Best Of“ haben in sehr positiver Weise zum Image von „Limousin Hessen“ im überregionalen Vergleich beigetragen.

Mit einem inzwischen deutlich gesteigerten Angebot an natürlich hornlosen Tieren, bei denen auch mehrfach absolute Spitzenexemplare vertreten waren, hat die Attraktivität des Auktionsangebotes deutlich zugenommen und die in zahlreichen Betrieben festzustellende Entwicklung wird diesen Trend deutlich unterstützen. Sicher wird Hessen mittelfristig zu den Regionen zählen, in denen neben erstklassigen Tieren mit natürlich Hornlosigkeit auch weiterhin Top-Genetik der klassischen Zuchtrichtung angeboten wird. Dass dieser Weg durchaus auch im überregionalen Vergleich sinnvoll ist, unterstreichen aktuelle Entwicklungen am Zuchtviehmarkt.

Weitere wichtige Entwicklungen aus dem Bereich der Datenverarbeitung wie der inzwischen weitestgehende abgeschlossene Aufbau eines Internetzuganges für Fleischrinderzüchter unter dem Titel „Netrind Fleischrinder“ oder die jetzt veröffentlichten offiziellen Zuchtwerte für deutsche Bullen in der französischen Datenbank unter dem Begriff „Interbeef“ sind als weitere wesentliche Punkte für die Limousin-Zucht in Hessen zu nennen. Wenn dann zahlreiche Bullen in der in Frankreich publizierten Liste mit gut abgesicherten, bestens konkurrenzfähigen Daten vertreten sind, wird dies sicherlich zu einer weiteren positiven Entwicklung für Limousin aus Hessen beitragen.

Top-Herde bei Familie Bopper

Nachdem Ulrike und Hans-Walter Bopper die Entscheidung getroffen hatten, ihre über Jahrzehnte hinweg sehr erfolgreiche Milchviehhaltung einzustellen und das Grünland über Fleischrinder nutzen zu wollen, stand die Festlegung der dafür geeigneten Rasse an. Eine aus heutiger Sicht sehr günstige Konstellation ergab sich, dass zu diesem Zeitpunkt auf dem bekannten Betrieb Beilstein, Welterod, eine verstärkte Bestandsreduzierung anstand und so konnte Familie Bopper dort aus einer bestens durchselektierten Herde Kühe mit herausragender Qualität erwerben. Dieses wurde auch bei der Besichtigung der Herde auf der Weide sehr gut deutlich und die gezeigten Kühe sowie der Herdenbulle Unesco, ein Ulys-Sohn, zeigten einen herausragenden Standard mit sehr viel Breite, Tiefe und besten Rassemerkmalen. Die größere Zahl des bisher angefallenen Zuchtviehs wurde ab Hof oder über Auktionen zur Zucht vermarktet und die hervorragende Qualität der vorhandenen weiblichen Nachzucht könnte manchem Besucher motiviert haben, in einigen Monaten nach der Verfügbarkeit zu Fragen.

Im Rahmen der Weidebesichtigung brachte Hans-Walter Bopper seine Sorge zum Ausdruck, dass sich die Mutterkuhhaltung in den hessischen Mittelgebirgslagen durch das zu erwartende Auftreten von Wölfen zunehmend erschweren wird und seine Herde in den letzten Monaten mehr als einmal Verhaltensweisen gezeigt hat, die im Zusammenhang mit dem Auftreten von großen Beutegreifern vorkommen können.


Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag

Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen