Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Rinder

Viel Engagement beim Jungzüchtertag in Alsfeld

Auch dieses Jahr war die Alsfelder Hessenhalle inklusive der dazugehörigen Stallungen am traditionellen Wochenende für die Jungzüchter voll belegt und der Nachwuchs aus den Zuchtbetrieben in Hessen und Thüringen hatte sich bestens auf die Veranstaltung vorbereitet.

Die letzten Vorbereitungen, vor allen Dingen das Waschen und Scheren und richtige Aufstallen der Rinder fand in den Ställen statt und war das Hauptarbeitspensum für den am Freitag beginnenden Wettbewerb. Jetzt sollte sich zeigen, ob alle vorbereitenden Maßnahmen, die u. a. bei verschiedenen Schulungen gezeigt wurden, zum Erfolg führen sollten.

Als Lohn gab es auch dieses Jahr Rosetten und eine ganz erhebliche Anzahl an Ehrenpreisen für die erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Entsprechend der Abläufe in den Vorjahren waren die Vorführwettbewerbe auch dieses Jahr in die Bereiche Newcomer, jüngere Vorführer und ältere Vorführer aufgeteilt und die beiden Preisrichterinnen Johanna Ahrends, Wittmund, und Anne-Mette Evers, Leer, hatten insgesamt 13 Klassen zu richten. Mit sicherem Gespür fanden sie die erfolgreichsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer und achteten auch bei den älteren Vorführern deutlich auf die Einhaltung der bundesweit geltenden Kriterien für das Präsentieren von Rindern.

Die 1a-Plätze bei den Newcomern gingen dieses Jahr an Hannah Hauptführer, Ellershausen, Leonie Engler, Diemelstadt, und Kaoru Yamashita, derzeit Praktikant auf dem Brühlhof in Sulzbach. Die 1b-Platzierten aus den entsprechenden Klassen durften auch im Finale noch einmal mitantreten. Die Entscheidung um Sieg und Reservesieg fiel dann zwischen Leonie Engler und Hannah Hauptführer, weil sie ihre Rinder sehr ruhig und gekonnt zeigten und auch beim Aufstellen alle notwendigen Anforderungen erfolgreich umsetzen konnten. Mit einem kleinen Vorteil versehen ging die Siegerschleife an Leonie Engler und Hannah Hauptführer bekam die silberne Rosette der Reservesiegerin ans Halfter ihres Rindes gesteckt.

Anschließend waren dann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Alterskategorie bis max. 15 Jahren im Wettbewerb und stellten sich dem Urteil von Johanna Ahrends. Zunächst qualifizierten sich mit Marisa Hölz, Weinbach, Jule Dresselhaus, Diemelsee, Louisa Schwarz, Wetterburg, Joy Sophie Emde, Berndorf, und Franziska Hensche, Helsen, fünf junge Damen zur Siegerauswahl und erschienen dann mit den 1b-Platzierten ebenfalls im Endring. Jetzt kam es darauf an, der Preisrichterin noch einmal eine optimale Präsentation zu zeigen. Aus den zehn Mädels (eine Wiederholung vom Vorjahr) ließ Johanna Ahrends zunächst die vier anziehen, die in dieser Runde die höchsten Maßstäbe erfüllten und sich noch ein wenig aus der Gruppe absetzen konnten. Als dann per Mikrofon der Siegertitel für die in allen Details tadellose Vorstellung der Borneo-Tochter Lexi durch Jule Dresselhaus aus Diemelsee bekannt gegeben wurde, war der Jubel kombiniert mit kleinen Tränen der Freude groß und ihre bereits in der Klasse 1b-platzierte Kollegin Leni Breithecker, Ellar, schaffte es zum Reservesiegertitel. Damit konnten sich diese beiden Nachwuchsjungzüchterinnen erstmalig in die Siegerliste in Alsfeld eintragen.

Auf ebenso fünf Gruppen verteilt traten die Vorführerinnen und Vorführer ab 16 Jahre an und stellten sich dem geschulten Auge der Preisrichterin Anne-Mette Evers. Die stärksten Vorstellungen in den einzelnen Gruppen zeigten Saskia Römer, Diemelsee, Marc Schlömer, Berndorf, Sarah Fackiner, Dainrode, Anne Schäfer, Laisa, und Steffen Henckel, Adorf, und qualifizierten sich sowie mit ihren 1b-platzierten Konkurrenten für das Finale. Die Erfahrung von mehreren großen Wettbewerben auch auf nationaler und internationaler Ebene war hier nicht zu übersehen und auch hier kam es auf alle Details einschließlich Vorführerwechsel an. Zunächst wählte Anne-Mette Evers ein Quartett heraus, das in der Schlussrunde durch sehr konstante Leistungen auf höchstem Niveau überzeugt hatte. Anschließend erklärte sie Saskia Römer zur Siegerin, da diese alle Vorführerregeln optimal umsetzte und für ihr erstklassiges Geschick beim Umgang mit der Färse Romi mit dem Siegertitel ausgezeichnet wurde. Der Reservesiegertitel ging an Steffen Henckel, der sich mit seiner Färse Annelie in diesem starken Finale durchsetzen konnte.

Der Wettbewerb beim Züchternachwuchs der Rasse Fleckvieh wurde dieses Jahr schwerpunktmäßig von Teilnehmern aus den Zuchtbetrieben GbR Handke, Leisenwald, und Heinrich Tobelander, Großseelheim, ausgetragen. Die Preisrichterin Eva Espert, Dottenheim, fand mit sicherem Auge und Beachtung aller notwendigen Details die Bestplatzierten heraus und vergab den Siegertitel an Johanna Handke, Leisenwald, die damit ein weiteres Mal eine sehr überzeugende Präsentation – dieses Mal mit der Miami-Tochter Nutella – zeigte und dieses Rind sehr gekonnt sowohl beim Führen als auch Aufstellen in Szene zu setzen wusste. Der Reservesieg ging an Theresa Hau, Grebenhain, die mit Lucia ebenfalls eine Miami-Tochter aus dem Betrieb Handke ausstellte.

Mit beachtlichen Altersunterschieden war der Wettbewerb beim Züchternachwuchs aus dem Bereich Fleischrinder versehen. Bei der in drei Altersgruppen aufgeteilten Konkurrenz hatte es die Preisrichterin Julia Dresemann, Tecklenburg, sowohl mit Nachwuchsteilnehmern, die erstmalig dabei waren, als auch mit routinierten Jungzüchtern zu tun. Bei diesem Wettbewerb muss beachtet werden, dass die Jungrinder aus der Mutterkuhhaltung während der Weidesaison in der Herde laufen und deswegen ein anderer Kontakt da ist, wie bei den Aufzuchtrindern aus den Milchviehbetrieben, die in dieser Altersphase häufig aufgestallt sind. Der erste 1a-Platz ging an Lina Kraft, Ober-Mockstadt, mit ihrer Caruso-Tochter Flora, die beim Vorführen ein sehr gleichmäßiges Bild abgab. Auch in der nächsten Runde ging der 1a-Platz an das Fleckviehlager, denn Emily Jost, Ellar, setzte hier mit ihrer Färse Josy die Maßstäbe. Diese sehr gleichmäßige Vorführung, bei der Emily jederzeit durch den ruhigen Umgang mit dem Tier zu überzeugen wusste, wurde mit dem Klassensieg belohnt und in der dritten Runde zeigte Jannik Döhne, Philippinenburg, seine bereits vorhandene Routine beim Vorführen und überzeugte mit der Galloway-Färse Holdi im Besitz der Kraft GbR die Preisrichterin. In der Schlussrunde traten die sechs Besten des Wettbewerbes gegeneinander an und auch in diesem Vergleich konnte sich Emily Jost aus Ellar noch einmal durchsetzen, da ihr Rind Josy jederzeit beim Vorführen und Aufstellen optimal zur Geltung bringen konnte. Jannik Döhne wurde zum Reservesieger erklärt, der auch im direkten Vergleich mit den weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Galloway-Färse Holdi besonders gleichmäßig zeigen konnte.

Seit Beginn der Jungzüchtertage in Alsfeld steht der Vorführwettbewerb für Gruppen jeweils im Mittelpunkt und er hat bis heute nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Dazu kommt, dass alle Rassen im Wettbewerb präsentiert werden können und damit der Vergleich über Holsteins und Fleckvieh bis hin zu den Fleischrindern möglich ist. In den Vorjahren hatten sich die einzelnen Gruppen zum Teil mehrfach sehr interessante Themen ausgesucht und damit wurde auch die Optik wieder zu einem absoluten Hingucker für die Zuschauer, die sich rund um den Vorführring versammelt hatten. Bereits im ersten Ring waren die beiden Preisrichterinnen Anne-Mette Evers und Eva Espert durchaus gefordert, doch es gelang ihnen treffsicher das stärkste Trio aus den vier Gruppen herauszufinden und sie stellten die Gruppe „Renaissance 1480 – 1610“ (Lisa Marie Henkel, Markus Käferle, Sophie Wünsche) mit ihren hervorragenden Holstein-Rindern an die Spitze. Auch in der zweiten Konkurrenz wurde es sehr spannend und das Richterinnen-Duo erkannte sowohl die erstklassige Vorführleistung als auch das tadellose Vorbereiten der Gruppe „Minnie Mäuse erobern Alsfeld“ (Lisa Ohme, Vanessa Friedel, Marie Strube). Die dritte Gruppe war ebenfalls sehr gut besetzt und das Team „Mario & Co. in Alsfeld“ (Jule Dresselhaus, Leonie Engler, Melina Will) setzte sich gegen die Konkurrenz durch und war damit ebenfalls im Finale. Hier wiederholten die „Minnie Mäuse“ ihre erstklassige Vorstellung und wurden zum Siegerteam erklärt. Ein herausragender Erfolg für die Jungzüchterinnen Lisa Ohme, Vanessa Friedel und Marie Strube, denn mit drei Jungrindern aus dem Bereich Fleischrinder hatten sie einen enorm starken Auftritt im Vergleich zur Konkurrenz, die im Wesentlichen aus dem Holstein-Lager kam. Der Reservesiegertitel ging an die Gruppe „Mario & Co.“ und damit gehörte diese Gruppe insgesamt zu den erfolgreichsten der gesamten Veranstaltung.

Neu im Wettbewerb war der Vorführwettbewerb unter dem Motto „Family and Friends“ bei dem auch Vorführer, die nicht im direkten Bezug zur Familie des Teams gehörten, mit von der Partie sein konnten. Hier hatten Julia Dresemann und Johanna Ahrends zwei Runden zu rangieren und der Siegertitel ging hier an die sehr gute Vorführleistung des Teams „Schneewittchen und die 6 Zwerge“ (Lara und Anna Weigel, Chantal Kornelius), die sich zweimal bestens in Szene setzen konnten. Der enorm starke Auftritt der jungen Fleckvieh-Züchterinnen war auch in diesem Wettbewerb unterstrichen, denn unter dem Titel „Friedel & Friends – crazy Simmental aus Thüringen“ holten sich Lisa Ohme mit Vanessa und Antje Friedel den Reservesieg und gaben damit eine hervorragende Visitenkarte für die Arbeit im Bereich der Jungzüchter bei Fleckvieh-Simmental ab.

Eine enorm starke Resonanz hatte dieses Jahr der offene Typwettbewerb bei den Holsteins, bei dem auch weitere Milchrassen startberechtigt waren. Sogar vier Altersgruppen stellten sich dem Urteil von Anne-Mette Evers, Leer. Aufgrund der Qualitätsdichte des Wettbewerbes konnte manches vielversprechende Jungrind nicht im Finale teilnehmen, weil nur drei Rinder pro Ring dafür nominiert werden konnten. Beim Vergleich der 12 Finalistinnen betonte Anne-Mette Evers, dass neben hervorragenden Typmerkmalen auch das passende Verhältnis von Körperbreite, Korrektheit der Bewegung und Beckenlage für sie wichtige Kriterien waren. Ihre Favoritin war die von der Familie Seipel, Stumpertenrod, ausgestellte Army-Tochter SEI Kate, ein in allen Belangen absolut herausragendes, junges Red-Holstein-Rind. Auch die Reservesiegerin kam aus dem Red-Holstein-Lager, denn die Jordy-Tochter BT Toffifee kommt aus dem Zuchtbetrieb der Familie Hauck, Schiffelbach.

Der offene Typwettbewerb beim Fleckvieh zeigte ebenfalls ein sehr gut besetztes Feld und der Siegerpreis wurde von Eva Espert an die Madness-Tochter Peru im Besitz von Heinrich Tobelander, Großseelheim, vergeben, ein mit hervorragender Länge, Körpertiefe und tadellosem Skelett ausgestattetes Rind. Die Miami-Tochter Nutella im Besitz der Handke GbR, Leisenwald, wurde Reservesiegerin. Wie häufig war auch beim Typwettbewerb der Fleischrinder ein Spektrum von mehreren Rassen im Wettbewerb vertreten. Die Beste in diesem Gesamtpaket von Rassetyp, Entwicklung und Korrektheit war die Totilas-Tochter Dora, ausgestellt von der Familie Strube aus Großenritte. Über den Titel Reservesieger freute sich der Zuchtbetrieb Kraft GbR, Ottrau, mit der noch sehr jungen aber absolut vielversprechenden Leo-Tochter Keeli.

Zu Beginn der Veranstaltung traten die Jungzüchterinnen und Jungzüchter mit ihren Rindern zum Clippingwettbewerb an, bei dem Johanna Ahrends mit absoluter Genauigkeit das exakte Scheren der Rinder unter Zeitvorgabe zu bewerten hatte. In der jüngeren Altersgruppe stellte sie das Duo Deborah Zey und Leni Breithecker, Ellar, an die Spitze und Emily Meier, Wetterburg, kam auf den 2. Platz. In der älteren Altersgruppe waren durchweg Jungzüchter vertreten, die bereits bei anderen Veranstaltungen ihr Können gezeigt hatten und hier wurde Steffen Henckel, Adorf, für das perfekte Herausbringen seiner Färse mit dem Siegertitel belohnt. Saskia Römer, Diemelsee, folgte mit knappem Abstand als Reservesiegerin.

Hochmotivierte Kinder

Auch wenn die Auflagen, die mit den Blauzungenrestriktionsgebieten verbunden sind, manche Erschwernis für die Beteiligung beim Kälbervorführwettbewerb mit sich brachte, waren auch dieses Jahr alle drei Altersgruppen gut besetzt. Die beiden ehemaligen Jungzüchterinnen Ann-Kathrin Wolff, Korbach, und Sarah Knaust, Gudensberg, nahmen die Beurteilung der Präsentation der Kälber nach den gesetzten Vorgaben vor, zu denen, neben dem Vorführen, auch das optimale Aufstellen eines Kalbes zählt. Im Rahmen der Siegerehrung nahmen in der Gruppe bis 6 Jahre Thorben Schmutzler, Rauschenberg, Zoey Sophie Hartwig, Landau, und Jannis Klarmann, Altenstadt, die Urkunden und Pokale entgegen. In der nächsten Alterskategorie folgten Anna Weigel, Schwabenrod, Jonathan Hauck, Wetterburg, sowie Paul Schmidt, Kassel. Bei den neun- bis zehnjährigen Kindern gingen die Spitzenplatzierungen an Lennard Hauck, Wetterburg, Kerstin Hohmann, Leisenwald, und Marlene Caspar, Heimertshausen.

Ebenfalls im Rahmen der Siegerehrung wurden dann die Ergebnisse des Landesentscheides in der Tierbeurteilung bekannt gegeben, der nach den seit Jahren bekannten Anforderungen abgehalten wird. Die Kinder und Jugendlichen im Bereich Holsteins nutzten dabei die von Raimar Peppler, LLH, entwickelte App zur Tierbeurteilung, so dass sie unmittelbar nach Abschluss des Wettbewerbes bereits auf ihren Smartphone die Ergebnisse der Linearen Beschreibung im Vergleich zur Vorbewertung einsehen konnten. In der Gruppe von 6 bis 16 Jahre erreichten Fenja Eckart, Immenhausen, Hannah Hauptführer, Dainrode, und Thorben Schmutzler, Rauschenberg, die geringsten Abweichungen. Im Altersbereich 17 bis 25 Jahre waren die erfolgreichsten Teilnehmerinnen Margarethe Fieseler, Ottlar, Anna-Lisa Cramer, Geismar, und Sarah Fackiner, Dainrode. Die höchste Punktzahl im Bereich Fleckvieh erreichte Lena Bellut, Airlenbach, vor Julian Höhn, Wächtersbach, und Ilka Meisinger, Hippelsbach. Bei der Kategorie Fleischrinder, bei der es um die Beurteilung von Galloway-Färsen im Einzelwettbewerb und Rangierung einer Klasse Fleckvieh-Rinder ging, setzte sich Michael Wicke, Felsberg, mit seiner bei mehreren Wettbewerben erworbene Routine durch und danach gehörten Jannik Döhne, Philippinenburg, und Vanessa Friedel, Zöllnitz, zu den weiteren erfolgreichen Teilnehmern.

Das enorme Engagement, das bei allen Wettbewerben zu sehen war, und die Ergebnisliste mit bekannten aber auch durchaus neuen Namen zeigte, dass die Jungzüchterarbeit in Hessen und Thüringen Früchte trägt und deswegen der Tag der Züchterjugend 2020 bei vielen bereits im Kalender steht – frei nach dem bekannten Motto „nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung“.


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