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Züchtertreffen auf dem Betrieb Brühl in Battenberg

Die rassebezogene Züchterversammlung im Sommer ist jedes Jahr eine hervorragende Gelegenheit, den Züchtern interessante Betriebe vorzustellen oder Herden mit sehr guter Entwicklung in den Blickpunkt zu rücken. Entsprechend groß war die Besucherzahl, die sich auf dem Betrieb von Sebastian Brühl in Battenberg eingefunden hatte, um die Herde zu sehen, aus der in den letzten Jahren mehrfach erstklassige Tiere u. a. beim Fleischrindertag in Alsfeld vorgestellt werden konnten.

Hervorragende Charolais-Herde aufgebaut

Charolais-Kühe mit NachzuchtAuch eine Reihe von Züchtern aus dem westfälischen Nachbargebiet informierte sich über die Entwicklung der Herde. Beim Jahresbericht über die züchterische Entwicklung der hessischen Charolais-Herden wurde deutlich, dass weiterhin die besten Bullen aus den hessischen Zuchtbetrieben auch national in der Spitze platziert sind und eine beachtliche Zahl an Kühen in der deutschlandweiten Top-Liste vertreten ist. Bei der Weiterentwicklung ist zu beachten, dass die Tageszunahmen bei den Jungbullen auf dem aktuell vorliegenden, guten Niveau von 1.430 g stabilisiert werden sollten und in erster Linie die leistungsschwächeren Bullen konsequent auszuselektieren sind. Dieses gilt auch für die mittelfristige Planung bei der Beschickung beim Fleischrindertag in Alsfeld, denn nur die besten Bullen aus dem Jahrgang haben am Markt eine Chance.

Sehr erfolgreich waren die hessischen Charolais-Züchter auch dieses Jahr beim nationalen Färsen-Championat „Best Of“, bei dem auch dieses Jahr der Siegertitel von dem hessischen Zuchtbetrieb Gries, Laubach, errungen wurde. Diese Veranstaltung ist eine wichtige Werbeplattform für die hessischen Fleischrinderzüchter und es wird auch in Zukunft in der Planung eine wichtige Rolle spielen. Weitere wichtige Themen der züchterischen Diskussion waren die Weiterentwicklung der züchterischen Arbeit bei der genetischen Hornlosigkeit, das inzwischen vorliegende Angebot für den Datenzugang der Züchter beim VIT in Verden und die jetzt vorliegenden Ergebnisse deutscher Bullen in der internationalen Zuchtwertschätzung. Dieser Bereich ist deswegen besonders wichtig, weil nur über diese Beteiligung mittelfristig Zugang zu ausländischen Märkten zu erwarten ist.

Wenn dann in der inzwischen veröffentlichten Liste im Mutterland Frankreich zahlreiche hessische Bullen platziert sind und deren Ergebnisse auch ein tadelloses Niveau erreichen, unterstreicht das die Wichtigkeit der in Deutschland vorgenommenen Selektionsentscheidungen. Ein weiterer wichtiger Punkt, der mittelfristig umzusetzen sein wird, ist der Aufbau einer Zuchtwertschätzung für die Abkalbemerkmale auf der männlichen und weiblichen Seite. Die gesamten Maßnahmen werden dazu beitragen, den Marktanteil der Rasse Charolais aus Deutschland am internationalen Markt weiter auszubauen und die Konkurrenzfähigkeit in positiver Richtung weiter zu entwickeln.

Charolais als Betriebsschwerpunkt

Auf dem von Sebastian Brühl und seiner Familie im Nebenerwerb bewirtschafteten Betrieb, dem die Grünlandverwertung eine wichtige Rolle spielt, steht seit einigen Jahren eine hervorragend selektierte Charolais-Herde. Beim Aufbau der Herde war Sebastian Brühl offensichtlich sehr erfolgreich, denn das Niveau der Kühe auf der Weide hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Enorm breite, tiefrumpfige Charolais-Typen, die die Leistungsfähigkeit der Rasse deutlich unterstreichen. Mehrere Züchter konnten die Mütter der von ihnen auf der Auktion in Alsfeld erworbenen Bullen in Augenschein nehmen und im Blickpunkt des Interesses stand zweifellos der aktuelle Herdenbulle Japhet Ps, den Sebastian Brühl in Frankreich erworben hat. Dieser Bulle stellt eine sehr gelungene Kombination des Charolais-Typs mit der nachgefragten natürlichen Hornlosigkeit dar und er ist als absoluter Hoffnungsträger nicht nur für seine jetzige Heimatadresse anzusehen.

Darüber hinaus wurden mehrere Kälber aus erfolgreich gezielten Besamungen vorgestellt, die im nächsten Jahr bei Schauen im Wettbewerb präsentiert werden. Die Konsequenz beim Herdenaufbau und der Erfolg mit den bislang eingesetzten Herdenbullen hat schnell dazu geführt, dass der Betrieb Brühl beim Fleischrindertag in Alsfeld in den letzten Jahren sehr erfolgreich war und die Voraussetzungen sind in hervorragender Weise gegeben, dass dieser Weg auch in Zukunft konsequent weiter beschritten werden wird.