Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Schafe & Ziegen

Schäfer des MuD-Netzwerks wieder international unterwegs

Schäfer on Tour – Schafhalter des Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz erkundeten im September Frankreichs Schafhaltung und Zucht. Ziel des MuD-Vorhabens ist das Aufzeigen von praktischen Möglichkeiten zur Haltung unkupierter Schafe bei gleichzeitiger Steigerung des Tierwohls.

Gesunde Schafe dank funktionaler Fütterung

Der erste Stopp war das CIIPRO Versuchsgut Ferme du Mourier in Saint du Mourier. Die Versuchsstation wurde 2013 von Berufsschäfern gegründet. Derzeit werden dort 740 Schafe versorgt. Die Versuchsstation hat zwei bedeutende Ziele. Zum einen den Standard in der Schafhaltung zu erhöhen und zum anderen das Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis zu sein. Die BetriebsleiterInnen konnten nicht nur das Versuchsgut kennenlernen, sondern erfuhren auch mehr über aktuelle Themen, wie den Anbau und die Beweidung von Hornklee und Spitzwegerich. Auch die Verfütterung von Esparsettenpellets und die Beweidung von Obst- und Weinplantagen wurden erörtert. Denn, die funktionale Fütterung spielt eine wichtige Rolle bei der Minimierung des Endoparasitendrucks. Da bei den MuD-Betrieben das Halten von langschwänzigen Tieren im Vordergrund steht, ist die Bekämpfung von Endoparasiten und die dadurch entstehenden Durchfälle eines der Hauptziele der Schäfer.

Zucht auf kurze Schwänzigkeit

Danach ging es weiter zur Schafbesamungsstation ISEM OVIN nach Verneuil-Sur-Vienne. Dort werden zurzeit nur Fleischschafböcke der Rassen Suffolk, Ile de France, Charollaise, Texel und Romanov gehalten, da der Schwerpunkt der künstlichen Besamung in Frankreich auf Fleischschafrassen liegt.

Jedoch ist die Schafhaltung in Frankreich ebenso wie in Deutschland rückläufig. Wurden 1999 noch 170.000 Portionen Sperma in der Station veräußert, sind es heute nur noch 40.000 Portionen. Dennoch könnte die künstliche Besamung wieder eine wichtige Rolle in der Schafzucht spielen, da sie viele Vorteile für die Zucht auf Kurzschwänzigkeit mit sich bringt.

Messegelände mit Zelten
Fachmesse „TechOvin“ in Bellac
Auf der Fachmesse „TechOvin“ in Bellac informierten sich die Besucher aus Deutschland über verschiedene Neuerungen und Innovationen in der Schafhaltung. Die Schäfer konnten neue Ideen sammeln und Kontakte knüpfen, denn schließlich ist Frankreich eines der führenden Länder in der Haltung von Schafen in Europa.

Das letzte Etappenziel war Frankreichs einziger Finnschafzüchter in Sarnois. Der Betrieb hält 200 Mutterschafe und erzeugt hauptsächlich Lammfleisch. Das Einkreuzen von Finnschafen führt zu einer sehr hohen Fruchtbarkeit und Wurfgröße. Die Finnschafe werden mit IIe de France Böcken belegt. Diese Anpaarung führt zu Lämmern mit kürzeren Schwänzen, die nicht kupiert werden müssen und gute Mastleistungen aufzeigen.

Hintergrund

Das Ziel der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz ist der effektive Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis zur Verbesserung des Tierschutzes in der Nutztierhaltung. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist für die fachliche und administrative Betreuung der aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten MuD Tierschutz zuständig. Die Fachberatung wird umgesetzt durch das Tierschutz-Kompetenzzentrum bestehend aus dem Landesbetrieb Landwirtschaft und der FiBL Projekte GmbH.

Die Projektlaufzeit beträgt etwa zwei Jahre. Ziel dieses Vorhabens ist das Aufzeigen von praktischen Möglichkeiten zur Haltung unkupierter Schafe bei gleichzeitiger Steigerung des Tierwohls.


Dieser Artikel ist im Rahmen der Arbeit im Projekt MuD Tierschutz entstanden.


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