Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Schafe & Ziegen

hr-Sendung: Wie viel Wolf verträgt Hessen?

Wölfe beschäftigen die Menschheit seit Jahrhunderten. Waren sie lange Zeit nur in Märchen und Mythen zuhause, hielten Ende der neunziger Jahre wieder erste Exemplare Einzug in den deutschen Naturraum.

Als Konkurrent des Menschen, vor allem im Hinblick auf die Weide- und Haustierhaltung, wurden die Wölfe im 19. Jahrhundert in Mitteleuropa weitgehend ausgerottet. Zuvor waren sie unter anderem in Deutschland weit verbreitet. Das erste Wolfspaar siedelte sich in 1998 wieder in Deutschland an, genauer in Sachsen. Seitdem steigt die Wolfsdichte in Deutschland kontinuierlich. Der Deutsche Jagdverband schätzt den Bestand inzwischen auf über 1.000 Individuen. Laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) existieren, Stand 2019/20, 128 bestätigte Rudel, 35 Paare und 10 Einzeltiere.

Rückkehr des Wolfs auch in Hessen

Bereits in 2008 wurde ein Wolf in Hessen, im Reinhardswald, gesichtet. Der einsame „Isegrim“ blieb allerdings partnerlos und verstarb dem NABU zufolge drei Jahre später ohne Nachkommen eines natürlichen Todes. Aktuell ist die Rede von zwei sesshaften Wolfstieren in Hessen: In Nordhessen sowie im Vogelsbergkreis, schreibt die FAZ.

hr-Filmteam beim Dreh, im Hintergrund eine eingezäunte Schafherde
hr-Filmteam beim Dreh

Mit der Wiederansiedlung des Wolfs in Hessen stieg auch die Nachfrage von Landwirtinnen und Landwirten nach Informationen zu Herdenschutzmaßnahmen. Einen bedeutenden Teil seiner Arbeitszeit verwendet Arnd Ritter, LLH-Berater im Beratungsteam Tierzucht-Schafe und Ziegen, seit 2008 auf die Beratung rund um das Thema Wolf: „Seitdem in Hessen im Jahr 2020 wieder zwei Wölfe sesshaft wurden, werden auch die Anfragen nach möglichen Präventionsmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe auf Weidetiere und nach staatlichen Fördermaßnahmen konkreter. Von größter Bedeutung als Herdenschutzmaßnahme sind elektrifizierte Weidezäune. Auch Herdenschutztiere, vor allem Herdenschutzhunde, kommen als Präventionsmaßnahme im Einzelfall in Frage. Nach erfolgten Rissereignissen werden Fragen nach staatlichen Meldeverfahren und möglichen Entschädigungsleistungen gestellt.“

Der Wolf ist schützenswert. Dies besagt das Bundesnaturschutzgesetz. Gleiches gilt jedoch auch für die Weidetierhaltung, die ökologisch wertvolle Naturräume erhält. Daher stellt sich die Frage: Schließt das eine das andere aus? Wie viel Wolf verträgt Hessen? Am 21. Januar ab 20:15 Uhr im hr-Fernsehen bei „alles wissen“ erfahren Sie mehr zu dem Thema. Unser LLH-Berater Arnd Ritter ist als Experte mit dabei: Wie viel Wolf in Hessen darf sein?


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