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Historische Gestütsanlage für zukünftige Generationen erhalten

LLH-Direktor Sandhäger dankte Wolfgang Schäfer von Wernerarchitekten für langjährige Unterstützung.

Zum Eintritt in den Ruhestand wurde Wolfgang Schäfer (rechts) von Wernerarchitekten für seine langjährige Arbeit am Landgestüt Dillenburg durch LLH-Direktor Andreas Sandhäger geehrt
Zum Eintritt in den Ruhestand wurde Wolfgang Schäfer (rechts) von Wernerarchitekten für seine langjährige Arbeit am Landgestüt Dillenburg durch LLH-Direktor Andreas Sandhäger geehrt

Dillenburg. Orangerie, Prinzenhaus, historische Reitanlage – die Gebäude des Landgestüt Dillenburg bieten nicht nur Raum für die zahlreichen Lehrgänge des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und unterstützen damit die Hessische Ausbildung im Pferdesport – sie sind auch von historischer Relevanz und stadtbildprägend. Damit einher geht aber auch die Pflicht zur fachgerechten Instandhaltung der überwiegend denkmalgeschützten Gebäude. Hier erfährt der LLH seit vielen Jahren professionelle Unterstützung des Architekturbüros Wernerarchitekten aus Dillenburg, allen voran des Mitarbeiters Wolfgang Schäfer. Für diese langjährige und tatkräftige Unterstützung bedankte sich LLH-Direktor Andreas Sandhäger am 21. Juli beim Architekten Wolfgang Schäfer anlässlich dessen Eintritts in den Ruhestand.

Bereits im Jahr 2006 bewarb sich das Architekturbüro Wernerarchitekten beim damaligen Hessischen Baumanagement (HBM) für die ersten Umbaumaßnahmen am Landgestüt Dillenburg. Gefordert waren u.a. umfangreiche Erfahrungen in der Sanierung von hochwertiger und denkmalgeschützter Bausubstanz, was Wernerarchitekten erfüllen konnten. Schäfer selbst wurde im Jahr 2007 mit den ersten Projekten betraut. Er leitete und bearbeitete die Baumaßnahmen zur Errichtung der neuen Internatszimmer im Obergeschoß des Stall III. Die Projektsteuerung dieser Maßnahme und aller weiteren Sanierungsmaßnahmen des LLH am Landgestüt Dillenburg wurden vom HBM, heute Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), genauer vom Projektmanager und Architekten Friedhelm Dorndorf mit großem Engagement betreut.

„Die Sanierung des Reithauses war mein herausforderndes Projekt,“ resümierte Schäfer. Besonders die außergewöhnliche Tragwerkskonstruktion der freitragenden überspannten Reitbahn, aber auch die Farbgestaltung forderten den Experten heraus. Die Sterne schienen zunächst ungünstig zu stehen: „Nach der Schließung des Reithauses wegen Baufälligkeit im Januar 2008 deuteten die ersten statischen Begutachtungen daraufhin, dass die Dachkonstruktion möglicherweise nicht zu ertüchtigen war“, erinnerte sich Schäfer. Nach einer umfangreichen Schadensaufnahme und Katalogisierung konnte mit der Unterstützung des Tragwerksspezialisten Ralf Gröninger aus Melsungen jedoch der Startschuss für die Sanierungsarbeiten im Juli 2011 gegeben werden.

Weitere Herausforderung: Die ursprüngliche Farbgebung des Mauerwerks. „Wegen der historischen Farbgestaltung sind wir jeder Spur nachgegangen,“ fuhr Schäfer fort. Den entscheiden Hinweis gab schließlich die Restauratorin Ulrike Höhfeld aus Marburg. Sie verwies auf die Verwendung von roten Sandsteinen aus dem Marburger Land und dem daraus abzuleitenden Farbton für die Ecksteine des historischen Gebäudes. Dieser rote Farbton wollte jedoch nicht zu den grünlichen Farbschichten passen, die als übergangsweise verwendeten Putz der großflächigen Seitenwände gefunden wurden. Daher schien der rote Farbton für das umrahmende Mauerwerk unwahrscheinlich. Weitere Untersuchungen an schwer zugänglichen Stellen brachten jedoch den vermuteten, roten Farbton zum Vorschein. Dieser Fund wurde dann auch Grundlage für die weitere Farbgestaltung der historischen Gestütsanlage.

In seiner Tätigkeit als Architekt und Sanierungsfachmann betreute Wolfang Schäfer neben fünf größeren Maßnahmen am Landgestüt auch eine Vielzahl von Kleinstmaßnahmen. Die bereits fertig sanierten Gebäude, das Reithaus, Prinzenhaus sowie Stall I, aber auch die sich aktuell in der Sanierung befindliche Orangerie und Stall II sind stadtbildprägend und sichern die historische Bausubstanz für aktuelle und zukünftige Generationen.