Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Biorohstoffnutzung

4. Witzenhäuser Hanftagung: wieder ein voller Erfolg

„Die Anzahl der teilnehmenden Personen war begrenzt, doch die Netzwerkarbeit und der Austausch in den Pausen unbegrenzt.“ So lässt sich die 4. Witzenhäuser Hanftagung, die am 08.09.2021 als Präsenzveranstaltung stattfand, zusammenfassen. Wie bereits in den Vorjahren informierten sich Hanfanbauer, Hanfspezialisten, Wissenschaftler und interessierte Bürger im Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) in Witzenhausen über aktuelle Entwicklungen und knüpften neue Kontakte: Das optimale Sommerwetter machte einen Austausch in Kleingruppen im Freien möglich.

Teilnehmer der vierten Witzenhäuser Hanftagung
Teilnehmer auf der 4. Witzenhäuser Hanftagung

In seiner Begrüßung stellte Andreas Sandhäger, Direktor des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, fest, dass der Hanfanbau insbesondere im Werra-Meißner-Kreis seit Jahren an Bedeutung gewinnt. Doch dem Anbau müssten auch entsprechende Verarbeitungskapazitäten und zuletzt auch Märkte gegenüberstehen. Wichtig sei es, die pflanzenbaulichen Vorteile der Kultur (geringer Einsatz von Düngemitteln, Verzicht auf Pflanzenschutzmaßnahmen, wenige Feldarbeitsgänge) mit einer möglichst kompletten Nutzung der Hanfpflanze zu kombinieren. So könnten optimale und regionale Wertschöpfungsketten von der Verarbeitung bis hin zur Nutzung realisiert werden. Hierzu stelle das EIP-Agri-Projekt der Hanfanbauer Werra-Meißner einen sehr interessanten Ansatz dar.

Anschließend wurde im Rahmen verschiedener Fachvorträge diskutiert zu:

  • Anbau und Verwertung der Hanfpflanze aus Sicht verschiedener Praktiker
  • Märkte für spezielle Hanf-Produkte
  • Handel und Vermarktung von Hanfprodukten
  • Hanfanbau und Wertschöpfungspotentiale in Thüringen
  • Backen und Kochen mit Hanf
  • Netzwerkbildung
  • Nutzung als Bauprodukt

Bereits im Frühjahr hatte Landwirt Karl-Friedrich Theune für die 4. Witzenhäuser Hanftagung in Ellingerode, einem Ortsteil von Witzenhausen, eine etwa drei Hektar große Demonstrationsfläche angelegt, an der sich am Nachmittag die Teilnehmenden versammelten. Theune hatte die Hanfsorte USO 31 mit unterschiedlichen Aussaatstärken gesät. In Abhängigkeit von der gewählten Saatstärke war nun eine unterschiedliche Dicke der Pflanzen feststellbar – ein Aspekt, der mit Blick auf die angestrebte Nutzungsform wichtig ist. Dieser und weitere Punkte zur Ernte und Weiterverarbeitung wurden vor Ort diskutiert.

Der enge fachliche Austausch zeigte, dass noch viel Potential gegeben ist, um auch die 5. Witzenhäuser Hanftagung im nächsten Jahr mit spannenden Inhalten zu füllen.


Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag