Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Biorohstoffnutzung

Saatpaket Nachwachsende Rohstoffe im Praxistest

Der erste Teil der Dokumentationsreihe zeigt Erfahrungen mit dem Anbau der Kulturen des Saatpakets Nachwachsende Rohstoffe.

Saatpaket Nachwachsende Rohstoffe mit den Kulturen Lein, Raps, Zuckermais, Wilde Malve, Färberkamille, Durchwachsene Silphie
Saatpaket Nachwachsende Rohstoffe mit den Kulturen Lein, Raps, Zuckermais, Wilde Malve, Färberkamille, Durchwachsene Silphie

Mitte April war der Startschuss für die Aussaat von Lein, Wilde Malve, Zuckermais und Färberkamille in zwei Hochbeete des Rohstoffgartens vom LLH-Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) in Witzenhausen. Maße der Hochbeete: je 2,70 m x 1,0 m (pro Hochbeet 3 Kulturen)

Die Hochbeete wurden zuunterst befüllt mit Grünschnitt, darauf eine Schicht Komposterde aufbauend und zuoberst eine Schicht Pflanzerde.

Im stets feucht gehaltenen Boden der Hochbeete ging die Saat gut auf und entwickelte sich nach 18 Tagen zu ansehnlichen kleinen Pflanzen, die vor Vögeln mit Netzen geschützt werden mussten.

Die Kulturen 18 Tage nach der Aussaat

Die Aussaat der Durchwachsenen Silphie erfolgte einige Tage nach den anderen Kulturen, da das Saatgut zunächst für 2-3 Tage im Gefrierfach gelagert wurde: die Silphiesamen benötigen zur Keimung einen Kältereiz. Alternativ hätte man die Samen auch für 3-4 Wochen in den Kühlschrank legen können.

Die Kulturen 32 Tage nach der Aussaat

Von oben geschützt durch die Netze hielt es nicht die ein oder andere Maus ab, sich von unten den Weg ins Beet zu bahnen und sich über die Keimblätter der Malve herzumachen.
Tipp: Ein an der Unterseite des Hochbeetes angebrachter Kaninchendraht hält Eindringlinge ab.

Knapp sechs Wochen nach Aussaat war es dringend geboten, die üppig gewachsene Färberkamille zu vereinzeln bzw. den Bestand kräftig auszulichten, Jungpflanzen herauszunehmen und ggf. an andere Stelle umzusetzen. Auch die Wilde Malve wurde ausgelichtet.

Nicht nötig war dies beim Lein, da die einstieligen Pflanzen dicht beieinander wachsen können und sollen. Der Mais und die Silphie wurden von vorneherein auf Abstand gesät.

Die Kulturen 39 Tage nach der Aussaat

Die Durchwachsene Silphie hatte im Vergleich zu den anderen Kulturen erwartungsgemäß eine geringere Keimrate von etwa 60 %.

­Aufgrund mangelnden Niederschlags wurde regelmäßig gewässert und der Boden gelockert, sodass nach rund sieben Wochen alle Kulturen zu kräftigen Pflanzen herangewachsen waren. Auf Düngung wurde verzichtet.

Die Kulturen 52 Tage nach der Aussaat

Nach ungefähr 10 Wochen stand der Lein in Blüte.

Die Kulturen 82 Tage nach der Aussaat

Die Blüte der Wilden Malve und der Färberkamille begann etwa 12 Wochen nach Aussaat, so dass mit der ersten Ernte der Blüten begonnen werden konnte.

Die Kulturen 110 Tage nach der Aussaat

Anfang September wurde schließlich auch der Raps ausgesät.

Wie im Film „Insekten im Rohstoffgarten“ zu sehen ist, leisten die Kulturen des Saatpakets einen Beitrag zum Nahrungsangebot für viele Insekten im Schulgarten.

Fazit

Das Saatpaket hat den Praxistest in Sachen Anbau im Hochbeet bestanden. Die Kulturen haben sich gut entwickelt.

Der zweite Teil der Dokumentation wird die Ernte sowie die Weiterverarbeitung und -nutzung der gewonnenen Rohstoffe darstellen.


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