Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Ökologischer Landbau

Öko-Feldtage 2022: In die Zukunft mit dem Ökologischen Pflanzenbau

Damit der Ökologische Pflanzenbau Teil der Lösung im Kontext des Klimawandels und des Artenverlusts wird, gleichzeitig auch einen zunehmenden Beitrag zur Ernährung der wachsenden Erdbevölkerung leisten kann, müssen heute zukunftsweisende Konzepte erprobt und in die landwirtschaftliche Praxis umgesetzt werden. Hierfür braucht es eine verstärkte Zusammenarbeit aller Beteiligten von der Forschung über die Bildung und Beratung bis zur Praxis. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) stellt hier ein wichtiges Bindeglied dar.

Pflanzenbauliches Versuchswesen in Ober-Erlenbach. Vordergrund: Langzeitversuch Modellfruchtfolge für viehlose Öko-Betriebe; Hintergrund: Versuch zur Ertragssteigerung durch Gleichstandsaat (EIKSA­) in Kooperation mit der JLU

Neben höheren Temperaturen führt die Klimaerhitzung auch zur Zunahme von Wetterextremen wie Trockenphasen aber auch Starkniederschlagsereignissen. Durch eine gezielte Sortenwahl aber auch durch den Anbau von trockenheitstoleranteren Kulturen kann die Landwirtschaft auf höhere Temperaturen, Trockenheit, aber auch auf jährlich wechselnde Bedingungen reagieren. An den Öko-Feldtagen (ÖFT) werden erfahrene Beraterinnen und Berater durch die Öko-Landessortenversuche „Winterweizen“ und „Soja“ auf dem Gladbacherhof führen. Angepasste Artenmischungen im Grünland und das Sortiment des Kartoffel-Öko-Landessortenversuchs von Frankenhausen werden an Demoparzellen gezeigt und trockenheitstolerante Körnerleguminosen und (Pseudo-)Getreide in Foren besprochen werden.

Starkregenereignisse nach ausgeprägten Trockenphasen stellen eine große Herausforderung an die Landwirtschaft (Verlust fruchtbaren Bodens), den Gewässerschutz (Gewässer-Eutrophierung durch Bodenerosion und Nitratverlagerung ins Grundwasser) und den Klimaschutz (Ausgasung klimarelevanter Gase) dar. Vermeidung von Oberflächenabfluss sowie bessere Aufnahmen und Speicherung in Böden können die Folgen von Starkregenereignissen auf die Umwelt abmildern. Hierbei helfen Maßnahmen wie Zwischenbegrünungen, Untersaaten, Mulchabdeckungen und die Verbesserung der Bodenstruktur. Das EIP Projekt „Humuvation“ versucht durch gezielte Maßnahmen die Humusgehalte auf Praxisflächen zu erhöhen. Die Humuserhöhung durch Untersaaten, Mulchabdeckung, Kompost- und Pflanzenkohlegaben ist ein Ziel des Langzeitversuchs auf dem LLH Öko-Versuchsfeld Ober-Erlenbach. Der Einsatz von Kompost und Pflanzenkohle wird in mehreren Foren der ÖFT beleuchtet sowie der Einfluss von Mulchgemüse zur Senkung klimarelevanter Gase vorgestellt.

Der Ökolandbau erzielt im Vergleich zum konventionellen Landbau nach wie vor deutlich geringere Erträge. Die Züchtung für den Ökolandbau nimmt diesen Aspekt auf. Mit dem Projekt EIKSA (Innovative Ansätze zur Steigerung der Produktivität von Öko-Weizen- und Sojasorten im Einzelkornsaat-Anbausystem) untersucht die Justus-Liebig-Universität Gießen gemeinsam mit dem LLH, ob eine Ertragssteigerung durch die Optimierung des Standraums gelingen kann.

Weiter hervorzuheben ist die Vorstellung des vom LLH initiierten Projektes „100 nachhaltige Bauernhöfe“, welches zum Ziel hat, neben der sozialen und ökonomischen auch die ökologische Nachhaltigkeit von Landwirtschaftsbetrieben zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen ÖFT sind Agroforstsysteme.

Die ÖFT 2022 werden somit auf die wichtigsten Fragen der Zukunft eingehen und Lösungsansätze anbieten.


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