Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Direktzahlungen & Greening

ÖVF-Brachen und Zwischenfrüchte ab 1. Juli 2022 freigegeben

Am 8. April hat sich der Bundesrat mit den Regelungen zur möglichen Freigabe der Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) beschäftigt. Zuvor hatte die Europäische Kommission, aufgrund der weltpolitischen Lage, am 23. März den Mitgliedsstaaten freigestellt, ihre jeweiligen ÖVF für die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln freizugeben.

Im Bundesratsplenum wurde beschlossen die §§ 25 (ÖVF-Brachen) und 31 (ÖVF-Zwischenfrüchte) der DirektZahlDurchfV so anzupassen, dass eine Nutzung für Futterzwecke ab dem 1. Juli 2022 erlaubt wird. Der Aufwuchs der entsprechenden Flächen kann somit nun in diesem Jahr zur Beweidung, Schnittnutzung und für Futterzwecke genutzt werden. Die Nutzung hat keinen Einfluss auf die Gewährung der Greening-Prämie. Die Anforderungen an die Mischungsverhältnisse der ÖVF-Zwischenfrüchte werden durch diese Ausnahmegenehmigung nicht berührt und bleiben unverändert bestehen.

Diese Regelung gilt bundesweit, da laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium alle Bundesländer gleichermaßen von den kriegerischen Handlungen in Europa betroffen sind.

Bitte beachten:

Für die Nutzung der ÖVF-Brachen und –Zwischenfrüchte muss kein Antrag gestellt werden.

Sollten ÖVF-Brachen (NCs 590, 591, 849) vom 01.07.2022 bis einschließlich 15.07.2022 genutzt werden, muss allerdings eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Bewilligungsstelle erfolgen. Mitgeteilt werden muss hier der PI, die Schlagnummer nach FNN und die Nutzungsrichtung (Beweidung oder Schnittnutzung).

Hintergrund ist die Überschneidung mit den Vorgaben der Anbaudiversifizierung bis zum 15. Juli.

Werden ÖVF-Brachen vor dem 16.07.2022 genutzt, werden die Flächen bei der Anbaudiversifizierung als „Gras oder andere Grünfutterpflanze“ und nicht mehr als Brache gezählt.

Betriebe, die bei der Anbaudiversifizierung auf eine Brache als Kultur angewiesen sind, sollten diese Regelung bei der Nutzung ihrer ÖVF-Brachen berücksichtigen.

Weitere Informationen zur Anbaudiversifizierung finden sich im aktuellen Merkblatt zum Gemeinsamen Antrag.

 


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