Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Agrarpolitik & Förderung

HALM: Neuverpflichtungen mehrjähriger Öko-Blühflächen widerrufen

Mit Inkrafttreten der neuen EU-Öko-VO 2018/848 ergeben sich für ökologisch wirtschaftende Betriebe zahlreiche Änderungen, die auch die Anlage der ein- und mehrjährigen HALM-Blühflächen beeinflussen.

Über die bisherige Regelung in den HALM-Richtlinien, dass der Aufwuchs der Blühflächen nicht genutzt werden darf (vgl. HALM-Richtlinien C.3.2.3d ) sowie über einen Erlass der Regierungspräsidiums Gießen in 2017, konnten ökologisch wirtschaftende Betriebe bis 2022 ebenfalls konventionelles Saatgut für Ihre Blühflächen verwenden.

In der neuen und nun gültigen EU-Öko-VO findet sich im Artikel 2 ein erweiterter Geltungsbereich:

„Diese Verordnung gilt für die folgenden in Anhang I AEUV aufgeführten Erzeugnisse der Landwirtschaft, einschließlich der Aquakultur und der Imkerei, und von ihnen stammende Erzeugnisse, sofern sie produziert, aufbereitet, gekennzeichnet, vertrieben, in Verkehr gebracht oder in die Union eingeführt bzw. aus der Union ausgeführt werden oder dazu bestimmt sind:

  1. a) lebende oder unverarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse einschließlich Saatgut und anderes Pflanzenvermehrungsmaterial…“

Hiervon betroffen sind auch der Anbau ein- sowie mehrjähriger Blühflächen, die vorherigen Regelungen werden außer Kraft gesetzt. Dadurch müssen nun alle Ökobetriebe ab 2022 zertifiziertes Öko-Saatgut auf ihren HALM-Blühflächen verwenden.

Nach aktuellem Kenntnisstand, ist kein Ökosaatgut für mehrjährige Blühflächen auf dem Markt erhältlich, das gleichzeitig die Anforderungen mehrjähriger HALM-Blühflächen (HALM C.3.2) erfüllt. Um Landwirtinnen und Landwirte, die in diesem Jahr neu in die Maßnahme HALM C.3.2 eingestiegen sind, vor möglichen Sanktionen oder Rechtsverstößen zu bewahren, hat sich das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) dazu entschieden, die eingegangenen Verpflichtungen mit Wirkung ab dem 01.01.2022 zu widerrufen.

Hiervon betroffen sind nur die Neuverpflichtungen ab Anfang diesen Jahres.

Betroffenen Antragstellenden wird aber die Möglichkeit gegeben, noch bis zum 01.März 2022 in die Maßnahme „einjährige Blühflächen“ (HALM C.3.1) einzusteigen, um dem Wegfall der Fördergelder entgegenzuwirken und den potentiellen Mehrwert der Blühflächen nicht zu gefährden.

Die Teilnahme an dieser Maßnahme betrifft nur das aktuelle Jahr und läuft zum 31.12.2022 aus.

Für weitere Informationen und für den eventuellen Umstieg auf die Maßnahme HALM C.3.1, stehen Ihnen die zuständigen Bewilligungsstellen der Landkreise gerne zur Verfügung.


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