Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Erwerbskombinationen

Hof-Eis – Ein interessantes Standbein für milcherzeugende Betriebe

Einen Teil der hofeigenen Milch zu Speiseeis zu verarbeiten und zu verkaufen, kann ein stabiles Standbein für landwirtschaftliche Betriebe sein.

Eisbecher
Lecker: Eis direkt vom Bauernhof; Foto: binamg auf Pixabay

Speiseeis wird inzwischen ganzjährig verkauft. Hochkonjunktur haben die Betriebe natürlich im Sommer. Vanille, Schoko, Erdbeere gehen immer. Kreative Sorten mit z.B. weihnachtlichen Gewürzen sind in der kalten Jahreszeit sehr beliebt.

Die Eisherstellung mit hofeigener Milch lässt sich über verschiedene Wege realisieren:

  1. Eigene Produktion unabhängig von einer Anbieterfirma; d.h. der Betrieb arbeitet nach eigenen Plänen, kauft Maschinen und Zutaten usw. auf dem freien Markt.
  2. Eigene Produktion als Franchisenehmer; d.h. Schulung, Planung, Rezepturen, Geräte und Zutaten (bis auf die Milch) kommen aus einer Hand. Das so hergestellte Eis wird unter dem Begriff „Bauernhofeis“ vermarktet. Dieser Begriff ist als Wort-Bildmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt hinterlegt und damit geschützt. Er ist Franchisenehmern einer holländischen Firma vorbehalten.
  3. Einschaltung von Dienstleistern; d.h. Kooperation mit einer Eisdiele in der Umgebung.

Den Aufwand richtig einschätzen

Eine erfolgreiche Umsetzung setzt eine Vielzahl theoretischer und praktischer Kenntnisse voraus.

Die Investitionskosten für den Einstieg in die Eisherstellung sind nicht zu unterschätzen. Sie hängen von den individuellen Voraussetzungen im Betrieb, den Umsatzerwartungen und dem gewählten Vermarktungsweg ab.

Der Arbeitszeitbedarf variiert stark. Er ist von mehreren Faktoren abhängig. Zunächst muss das Eis produziert werden, dann schließt sich die Vermarktung an. Die Zeiten für das reine „Verkaufen“, den Einkauf der Zutaten und die umfangreichen Dokumentationsarbeiten werden oft unterschätzt.

Die Eisherstellung ist ein kreativer Prozess. Der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt, wenn die Grundregeln beherzigt werden. Nicht nur hofeigene Milch, auch eigenes Obst oder andere regionale Zutaten können verwendet werden.

Vermarktungsmöglichkeiten ausloten

Für die Eisvermarktung sind viele Vertriebswege denkbar: Ob direkt ab Hof über Bällchen, Becher mit Einzelportionen oder Familienpackungen oder auf Bestellung (z.B. Abgabe individueller Eistorten). Ein Automatenverkauf bietet sich an verkehrsgünstigen, stark frequentierten Standorten an. Aber auch eine eigene Eisdiele, stationär oder mobil (d.h. Vertrieb über einen eigenen Eiswagen), ist eine Möglichkeit.

Eine zweite Vermarktungsschiene ist der Vertrieb an Wiederverkäufer z.B. an andere Direktvermarkter, den Lebensmitteleinzelhandel oder die Gastronomie.

Einsteiger sollten sich im Vorfeld gut informieren

Informationen liefern Eisfachschulen, sowie die Hersteller von Eismaschinen.

Das LLH-Beratungsteam „Erwerbskombinationen“ steht ebenfalls beratend zur Seite.

Wir helfen Ihnen bei der Angebotsgestaltung, stellen Wirtschaftlichkeitsberechnungen an und zeigen die Erfordernisse sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Vermarktungswege auf.

Wir haben derzeit Kontakt zu 15 hessischen Betrieben, die bereits erfolgreich in das „Eisgeschäft“ eingestiegen sind. Dabei wird nicht nur Kuhmilch, sondern auch Ziegenmilch zu Eis verarbeitet.

 

Sprechen Sie uns an!

 


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