Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Erwerbskombinationen

Exkursion an den Bodensee und in die Schweiz

Die Region um den Bodensee und die Ost-Schweiz waren Ziel der dreitägigen Exkursion im März dieses Jahres, die vom LLH-Beratungsteam Erwerbskombinationen organisiert wurde.

30 interessierte Anbieterinnen und Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof und anderen Einkommenskombinationen nahmen an der Lehrfahrt teil.

Los ging die Fahrt in Reichelsheim im Odenwald. Gegen Mittag erreichte die Gruppe den ersten Betrieb, den Sulzburghof in Lenningen. Familie Kuch betreibt hier einen breit aufgestellten Betrieb. Angefangen hat alles mit einer Milchkuhherde. Später wurde dazu ein Hoflädchen aufgebaut in dem zunächst vor allem Milch, später auch selbst gebackenes Brot verkauft wurde. Der erste Raum umfasste 15 m² und Frau Kuch hatte anfänglich Angst, wie der ganze Platz genutzt werden soll, da es nicht so viele Produkte gab. Schnell stellte sich heraus, dass 15 m² zu klein für eine anschauliche Präsentation des Angebotes sind. Ein Anbau und eine Vergrößerung des Ladens auf 45 m² hielt ebenfalls nicht lange und somit baute die Familie kurzerhand ein neues großes Gebäude.

Exkursion
Hofladen des Sulzburghofes mit angrenzendem Café
Der aktuelle Hofladen umfasst 90 m² und eine große Auswahl an regionalen Köstlichkeiten. Die Tochter des Hauses hat die Liebe zum Backen übernommen. Sie leitet heute die betriebseigene Bäckerei und Konditorei und führt zudem ein Hofcafé, das direkt an den Hofladen angrenzt. Es sollte kein abgeschlossenes Café sein, so die Chefin, denn ein offener Hofladen lädt auch gerne zum Verweilen und Stöbern ein. Auch anders herum geht die Rechnung auf, denn Kunden des Hofladens, die die leckeren Kuchen und Torten in der Auslage sehen, bleiben oft auch noch spontan zu Kaffee und Kuchen. Im „Hofstüble“, das neben dem Hofladen liegt, können Familienfeiern und Tagungen veranstaltet werden. Außerdem wird hier jeden Tag ein Mittagstisch serviert. Von dem einstigen, eher kleinen landwirtschaftlichen Betrieb ist heute nicht mehr viel zu sehen. Zwei der insgesamt vier Kinder der Betriebsfamilie sind direkt am Hof angestellt. Der Sohn betreibt die mittlerweile 140 ha große Landwirtschaft. Insgesamt hat der Betrieb nun ca. 80 Angestellte (= 35 Voll-AK).

Gut gestärkt mit Maultaschen und einem bunten Salat, ging es für die Gruppe nach einer kurzen Shoppingtour durch den schönen Hofladen weiter an den Bodensee, nach Ludwigshafen-Bodman. Dort wurde der Obsthof Schatz besichtigt.

Exkursion
Traumhafter Blick auf den Bodensee
Frau Schatz hat vier Ferienwohnungen, die mit direktem Blick zum Bodensee in zweiter Reihe an den See grenzen. Ihr Mann betreibt den Obsthof, der nicht an die Ferienwohnungen angrenzt. Die vier Wohnungen haben zwischen 90 und 120 m² und sind geschmackvoll hergerichtet.

Exkursion
Schlafen im Stroh auf dem Zelglihof
Nach der Besichtigung der Wohnungen ging es für die Gruppe weiter nach Überlingen- Lippertsreute, zum Landhotel Hofgut Schellenberg.
Im familiengeführten Hotel konnte die Gruppe bei einem 3-Gänge Menü den Tag Revue passieren und ausklingen lassen.

Früh am nächsten Morgen bestieg eine gut gelaunte und ausgeruhte Gruppe den Bus. Das Ziel: die schweizerische Grenze und die Betriebe dahinter.

Der erste Hof an diesem Tag war der Zelglihof der Familie Kreis in Ermatingen.
Familie Kreis hat eine große Ferienwohnung auf ihrem Betrieb und bietet in einem umgebauten Kuhstall das Schlafen im Stroh für Familien und Gruppen an. Auch für Feiern und Hochzeiten kann man die Räumlichkeiten des Hofes buchen. Der Betrieb liegt auf einem Hügel mit direktem Blick auf das umliegende Tal und den Bodensee. Wer gerne mit eigenem Campingwagen oder Zelt anreisen möchte, kann es sich auf der hauseigenen Campingwiese gut gehen lassen.

Exkursion
Mittagessen: Raclette mit Schweizer Käse
Nach einer kurzen Busfahrt erreichte die Gruppen den zweiten Betrieb an diesem Tag, den Feierlenhof der Familie Barth. Auch hier gibt es mehrere Ferienwohnungen, die laut den Gastgebern in den Sommermonaten fast komplett ausgebucht sind. Weiterhin hat die Familie einen kleinen Hofladen und einen Verköstigungsraum gebaut. Die Gruppe freute sich über ein typisches schweizerisches Raclette mit sehr gutem Käse.

Exkursion
„Sternengucker-Nester“ des Bolderhofes
Frisch gestärkt ging es mit dem Bus weiter nach Heimishofen, zum Bolderhof der Familie Morgenegg. Der Bolderhof ist ein Demeter-Betrieb, der Abo-Kisten mit frischem Obst und Gemüse, sowie Fertigwaren in die ganze Schweiz liefert. Auf dem Betrieb gibt es eine eigene Hofmolkerei und Käserei, in der die Milch der 25 Milchkühe und 140 Büffel verarbeitet wird. Auch ein Schlacht- und Zerlegeraum ist auf dem Hof vorhanden. Direkt über dem Stall, auf dem Dachboden, können Kindergruppen im Stroh schlafen. Es gibt auch eine Ferienwohnung. Weiterhin kann ein Eventraum für Gruppen gemietet werden. Vor allem Kindergruppen und Schulfreizeiten nehmen das Angebot gerne an und haben auf dem Betrieb auch die Möglichkeit die Milch- und Fleischverarbeitung kennenzulernen. Das neuste Projekt des findigen Landwirts sind seine beiden Futtersilos. Nachdem er dafür keine Verwendung mehr hatte baute er sie kurzerhand zu kleinen Häuschen mit je zwei Schlafplätzen um und nannte sie „Sterngucker-Nester“. Besonders Eheleute buchen diese außergewöhnliche Unterkunft für die Hochzeitsnacht, schmunzelte der Hausherr. Es gehe darum sich immer wieder neu zu erfinden und die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden zu erfassen. Dann stehe einem erfolgreichen Betriebskonzept nichts im Wege.

Exkursion
Altstadt mit Rathaus von Stein am Rhein
Tief beeindruckt kehrte die Gruppe in den Bus zurück. Bei einem 90-minütigen Aufenthalt in Stein am Rhein wurde bei Kaffee und Kuchen über das Erlebte des Tages diskutiert. Fest steht, dass die Schweizer Unterkünfte wesentlich einfacher und rustikaler gestaltet sind, als der deutsche Standard. Und trotzdem sind die Unterkünfte laut den Betreiberfamilien sehr gut gebucht.

Exkursion
Wegweiser auf dem großen Gelände des Betriebes Scherer
Der letzte Tag der Exkursion begann mit einer 2-stündigen Fahrt nach Deggenhausen – Unterhomberg.
Dort besichtigte die Gruppe den Betrieb Scherer. Inhaber Albert Scherer begrüßte die Gruppe und führte sie herum. Er hat sich schon früh auf die Bedürfnisse und Wünsche von Menschen mit Behinderungen eingestellt. Der ganze Betrieb ist auf Rollstuhlfahrer ausgelegt und wird sehr gerne von Jung und Alt besucht.
Mittlerweile umfasst der Betrieb ca. 100 Betten, die auf mehrere Einzelzimmer, bis hin zu 12er Wohnungen aufgeteilt sind. Es gibt weiterhin ein Schwimmbad und eine parkähnliche Anlage, auf der von der Kletterwand an der Hausecke bis hin zu einem Teich nichts fehlt. Das neuste Gebäude des Hofes beherbergt den großen Speiseraum, die Küche und ein kleines Bauernmuseum. Hier sind alle Selbstbedienungsbereiche so niedrig angebracht, dass auch Rollstuhlfahrer sich bequem etwas vom Buffet holen können.
Das Highlight des Hofes, vor allem für die großen und kleinen Kinder, ist die 1.000 m² umfassende Spielscheune.

Exkursion
Nur ein ganz kleiner Teil der Spielscheune

Es gibt im unteren Bereich Räume für kleine Kinder, inklusive einem Bälle-Bad, im oberen Bereich gibt es alles was das Kinder- (und Erwachsenen-) Herz höherschlagen lässt. Rutschen, die über mehrere Stockwerke gehen, Trampoline, Minigolf, …
Die Gruppe kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und viel zu schnell war diese interessante Führung vorbei.

Der letzte Betrieb der Exkursion steht in Wendlingen.
Familie Kotte betreibt hier inmitten ihrer Obstplantage eine Swingolfanlage. Auf 7 ha verteilen sich 12 Bahnen, die bespielt werden wollen. Vor allem an den Wochenenden ist der Platz oft ausgebucht. Spielen kann jeder, der Lust hat – Nach einer kurzen Einweisung ist jeder fähig diese weichen Bälle zu schlagen. Ca. 50 Leute können gleichzeitig auf dem Platz spielen. Wer seine Runde beendet hat oder vorher Zielwasser benötigt, kann in der angrenzenden, umgebauten Scheune etwas Essen und Trinken.

Exkursion
Gruppenfoto auf dem Swingolfplatz

Nach einem leckeren Mittagessen mit Flammkuchen ging es für die Gruppe auf den langen Heimweg. Im Bus wurde über die besichtigten Betriebe diskutiert und Umsetzungen neuer Ideen durchgespielt. Fest steht, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine 3-tägige Lehrfahrt geben soll.


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