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„Hemm komme an Woihnachde“

Weihnachtsmenü regional – was Hessen zu bieten hat

Die Geschenke sind verpackt, die Plätzchen gebacken, die Lieben im Auto verstaut. Aus dem Autoradio erklingt „Driving Home for Christmas“ – frei ins Hessische übersetzt: „Hemm komme an Woihnachde“. Der Name ist für viele Programm für die Feiertage. Schließlich soll das Fest der Liebe auch mit den „Lieben“ verbracht werden und die wohnen eben manchmal weiter weg. Aber auch wenn die Gäste im Nachbarort wohnen: Für das Weihnachtsfest muss meist der ein oder andere Kilometer zurückgelegt werden. Sind es nicht die Gäste, dann wurden Geschenke gekauft, vielleicht in der nächst größeren Stadt oder praktischer Weise per Lieferdienst bis zur Haustür gebracht. Ein tolles Weihnachtsmenü dagegen kommt auch mit kurzen Wegen aus: Denn unsere hessischen Erzeugerbetriebe haben eine Vielfalt an regionalen Zutaten für ein leckeres Weihnachtsessen zu bieten.

Regionale Kartoffeln für den Weihnachtsklassiker

Gänse zum Weihnachtsessen sind bei Vielen Tradition. Vielleicht finden Sie einen regionalen Anbieter in der Nähe? Zum Beispiel über den regionalen Einkaufsführer.
Gänse zum Weihnachtsessen sind bei Vielen Tradition. Vielleicht finden Sie einen regionalen Anbieter in der Nähe? Zum Beispiel über den regionalen Einkaufsführer.

Denn auch wenn Hessen keine klassische Kartoffelanbau-Region ist und die Anbaufläche weniger als 1 Prozent des hessischen Ackerlands ausmacht: In 2020 wurden in Hessen auf 3.800 ha 147.900 t Kartoffeln produziert, vor allem im Raum Darmstadt, Groß-Gerau und Wiesbaden sowie an der Bergstraße (Quelle: BLE). Bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 57,4 kg pro Jahr deckt der hessische Anbau den regionalen Verbrauch zu ca. 41 Prozent (eigene Berechnung nach BLE). Ein Teil davon wird auch regional vermarktet. So bieten einige Supermärkte inzwischen Produkte regionaler Landwirtschaftsbetriebe an. Oder Sie kaufen direkt beim Erzeugerbetrieb: Der LLH bietet mit der Übersichtskarte „Regionaler Einkaufsführer in Hessen“ einen Überblick, wo in Hessen regional eingekauft werden kann: Ob regionale Märkte, Hofläden, Produktautomaten oder auch Catering.

Für Fisch braucht es nicht die See

Wer es beim Weihnachtsmenü ausgefallener mag, wird in der nahen Umgebung meist ebenfalls fündig: So kann regionales Forellen-Carpaccio eine nachhaltigere Alternative zum atlantischen Lachstatar sein. Der Verband Hessischer Fischer e.V. zählt 79 Mitgliedsbetriebe, die im Haupt- oder Nebenerwerb Fischzucht betreiben. Darüber hinaus gibt es weitere Fischzuchtbetriebe oder -vereine in Hessen. Auf der Website des Verbands Hessischer Fischer können Sie über das Mitgliedsverzeichnis je nach Landkreis Mitgliedsbetriebe finden. Wie wäre es, bei einem regionalen Fischereibetrieb noch schnell eine geräucherte Forelle für den Heiligen Abend zu bestellen?

Auch die klassische Weihnachtsgans darf auf vielen Festtagsmenüs nicht fehlen. Über den regionalen Einkaufsführer des LLH können Sie für Ihren Landkreis regionale Anbieterbetriebe finden. Einige Geflügelbetriebe ermöglichen über ihre Website sogar Online-Bestellungen – schauen Sie mal nach! Und falls es spontan noch Eier für das Dessert oder die letzten Plätzchen braucht: Über die LLH-Karte „Mobile Hühnerställe“  finden Sie Geflügelbetriebe in Ihrer Nähe, die Eier aus artgerechter Haltung anbieten.

Weder Fisch, noch Fleisch: Gemüsevielfalt aus dem Hessenland

Egal ob Rotkohl, Sellerie oder Möhren: Der hessische Gemüseanbau hat auch in dieser Jahreszeit einiges zu bieten; Foto: Johanna Mühlbauer - stock.adobe.com
Egal ob Rotkohl, Sellerie oder Möhren: Der hessische Gemüseanbau hat auch in dieser Jahreszeit einiges zu bieten; Foto: Johanna Mühlbauer - stock.adobe.com

Doch auch für Gemüsefans oder Vegetarier gibt der regionale Anbau in Hessen einiges her: „Besonders Grünkohl, Rosenkohl, Möhren, Lauch oder Wintersalate wie Feldsalat, Endivien und verschiedene Asiasalate werden in den Wintermonaten in hessischen Gartenbaubetrieben frisch vom Feld geerntet. Knollensellerie, Kopfkohle, rote Bete, Zwiebeln und Kürbis werden aus eigenen Lagerbeständen verkauft,“ so Christian Fetzer, Gemüsebauberater beim LLH. Hessen zählte dem Statistischen Landesamt zufolge für das Jahr 2020 insgesamt 328 Betriebe mit Gemüseanbau. Freilandgemüseanbau fand im Jahr 2020 auf 7.208 ha statt. Im geschützten Anbau wurde Gemüse auf 25 ha produziert. Bekannt für Kohlanbau ist nicht nur Norddeutschland: Auch in Nordhessen spielt der Anbau der typischen Winterkultur eine große Rolle. Hier macht Kohlgemüse einen Anteil von etwa 70 Prozent am gesamten regionalen Gemüseanbau aus. Mehr zum hessischen Kohlanbau konnten Sie bereits hinter dem 15. Türchen erfahren. Der Einkauf von regionalem Gemüse ist oft einfacher als gedacht: „Viele Betriebe mit Gemüseanbau vermarkten einen Teil Ihrer Ernte direkt an die Verbraucherinnen und Verbraucher – über Hofläden, Verkaufs- und Wochenmarktstände,“ so Christian Fetzer. Auch der Großhandel, Einzelhandel, Vermarktungsgenossenschaften oder die Gastronomie nehmen die Frischware ab.

Wie wäre es dieses Weihnachten für die vegetarischen Gäste mit einem regionalen „Braten“ aus einer ganzen Sellerieknolle? Ernährungsexpertin und Diplom Ökotrophologin Dagmar von Cramm aus Freiburg hat hier eine besondere Rezeptidee.

Wie man zum ‚Glückspilz‘ wird

Eine gute Alternative – oder Ergänzung – zu Fleisch können Pilzgerichte sein. Pilze sind nämlich ein prima Eiweißlieferant. So liefern Champignons auf die Kalorienmenge bezogen ähnlich viel Eiweiß wie Hähnchenbrust. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland etwa 85.000 t Pilze produziert. Auch Hessen ist mit 14 Betrieben im Pilzanbau aktiv. Etwa 8.080 t Pilze wurden 2020 in Hessen angebaut, davon 7.500 t Champignons und 580 t Edelpilze wie Kräuterseitlinge oder Austernpilze (Quelle: Ulrich Groos, LLH und HLP). Im Jahr 2020 verspeisten die Bundesbürger etwa 2 kg Frischpilze pro Kopf (Quelle: Hessische Landesfachgruppe Pilzbau nach AMI, BDC). Auf die hessische Bevölkerung bezogen ergibt für das Jahr 2020 einen Gesamtverbrauch an Frischpilzen von 12.580 t. Dies entspricht einem Selbstversorgungsgrad von 64 Prozent (Quelle: HLP).

Egal wie Ihre Menüplanung ausfällt: Die hessische Produktauswahl ist vielfältig. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Rezeptauswahl, dem Einkauf, der Zubereitung – und vor allem beim festlichen Schmaus mit Ihren Lieben – wenn es heißt: Driving Home for Christmas! Oder eben: Hemm komme an Woihnachde.


Quellen:

https://www.ble.de/SharedDocs/Downloads/DE/BZL/Daten-Berichte/Kartoffeln/2021BerichtKartoffeln.pdf;jsessionid=AB4D78E2DD72AA678F4464135BE15758.2_cid335?__blob=publicationFile&v=3

https://statistik.hessen.de/sites/statistik.hessen.de/files/CI3_CII_j20.pdf

https://www.pilzbau.de/statistik.html

Dieser Beitrag ist ein „Türchen“ unseres LLH-Adventskalenders. Die anderen Türchen zum Öffnen und Nachlesen finden Sie hier .