Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Erwerbskombinationen

Rückblick: Exkursion an die Mosel

Die Mosel – Deutschlands älteste Weinregion

Die Mosel, Deutschlands älteste Weinregion, war in diesem Jahr das Ziel einer zweitägigen Exkursion für hessische Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof und Bäuerlicher Gastronomie.
An der vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen organisierten Fahrt nahmen 37 Personen teil. Auf dem Weg in die Region Mosel erfolgte die erste Besichtigung: Der „Gretenhof“ der Familie Wüllenweber in Sohren.

In dem Haupterwerbsbetrieb mit dem Schwerpunkt Ackerbau und Schweinemast werden 8 Ferienwohnungen, ein Feierraum mit 80 Sitzplätzen für angemeldete Gruppen, sowie ein Partyservice angeboten. Eigene Schweine werden in der Gastronomie, dem Partyservice und für die Wurstwaren, die den Feriengästen im Selbstbedienungssystem zur Verfügung stehen, verarbeitet. Die Mahlzeitenzubereitung für die Feiern und den Partyservice weckt das Interesse der Feriengäste an Beköstigung auf dem Hof. Da dies arbeitswirtschaftlich nicht möglich ist, plant Frau Wüllenweber, selbst hergestellte Fertiggerichte zur Selbstbedienung anzubieten.

Wein und Gäste – das passt gut zueinander berichtete Herr Görgen von dem gleichnamigen Weingut in Platten. Über viele Jahre lieferte er selbst den Wein an Kunden im gesamten Bundesgebiet aus. Lange Fahrtstrecken und dadurch viel Zeit auf der Straße verbringend motivierten ihn ein Angebot zu schaffen, welches die Gäste in seinen Betrieb holt. 30 Gästebetten, eine moderne, geschmackvoll eingerichtete Vinothek und ein Winzerhofcafe bilden ein attraktives Angebot für einen Urlaub, verbunden mit einem Weineinkauf. Nach seiner Aussage ist dieses Konzept erfolgreich und ermöglicht den Weinabsatz direkt ab Hof.

Der erste Exkursionstag endete im Weingut Burg in Longuich-Kirsch. Die Familie bezeichnet sich selbst als die „Weinverrückten von der Mosel“. Ihre Liebe zum Wein war in der abendlichen Weinprobe und dem Kellerrundgang erlebbar. Familie Burg konnte vor einigen Jahren eine gegenüberliegende Hofreite erwerben und hat diese zu einem Gästehaus mit einer Weinstube umgebaut. Hier stehen Betten zur Verfügung, Feste und Feiern werden ausgerichtet, Weinproben auch für die Hausgäste durchgeführt und ein sehr abwechslungsreiches Frühstück angeboten.

Viel Raum für Genuss, Wein und Kultur lautet die Philosophie des Weingutes Longen-Schlöder, ebenfalls in Longguich-Kirsch. Die Gäste können in außergewöhnlichen Winzerhäuschen übernachten und in der Vinothek Wein und eine kreative Küche genießen. Die 20 Winzerhäuschen wurden von dem italienischen Architekten Matteo Thun entworfen und unter Verwendung von einheimischem Schiefer und Holz errichtet. Jedes hat eine Größe von ca. 20 qm und besteht aus einem Schlafzimmer und einem Sanitärbereich. Einige besitzen Verbindungstüren und werden als Familienhäuschen angeboten. Die Inneneinrichtung ist klar, fast schlicht aber sehr hochwertig und aus heimischer Eiche angefertigt. Zu jedem Häuschen gehört ein kleiner, individuell gestalteter Garten.

Neben der Vinothek gibt es einen weiteren großzügigen Raum mit Blick direkt in die Weinberge. Dieser steht für Tagungen,Seminare oder individuelle Feiern zur Verfügung und dient außerdem als Frühstücksraum. Viel Wert wird u.a. auf Ausstattungsdetails gelegt, die einen Bezug zu dem Wein herstellen, wie z.B. Türgriffe aus Rebenwurzeln oder als kleine Allee rechts und links des Weges zu den Häuschen gepflanzte Reben, gebunden in Herzform.

Der Johannishof der Familie Ries in Mesenich bietet in einem neu errichteten Gästehaus 18 Doppelzimmer und 2 Appartements an. Die Zimmer sind individuell gestaltet, nach Rebsorten benannt und mit Vollholzmöbeln sehr geschmackvoll eingerichtet. Sieben Zimmer wurden für die Bedürfnisse von schwerhörigen und gehörlosen Menschen ausgestattet. Dazu gehören z.B optische Blinksignale für die Türklingel, den Feuermelder, denWecker, der zusätzlich mit einem Vibrationskissen verbunden ist, individuelle Hörverstärkung für TV, blendfreie Beleuchtung, auch im Restaurant, barrierefreie Erreichbarkeit und vor allem gebärdensprachenkompetente Gästebetreuung.

Die gehörlose Schwester der Betriebsleiterin hat das Angebot angeregt und die Betreuung der Gäste übernommen. Ein erfolgreiches Konzept, wie Frau Ries mitteilte.
In dem sachlich schlicht aber dennoch gemütlich eingerichtetem Winzerrestaurant konnte die Gruppe bodenständige Moselgerichte genießen und erhielt von Frau Ries weitere Informationen über das Weingut und den touristischen Betrieb.

Eine Stadtführung in Trier stellte das vorletzte Ziel der Exkursion dar. Trier wurde vor mehr als 2000 Jahren unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet und beansprucht den Titel der ältesten Stadt Deutschlands. Die römischen Baudenkmäler Amphitheater, Barbara – und Kaisertherme , Porta Nigra, Römerbrücke, der Dom und die Liebfrauenkirche wurden 1986 zum UNESCO Weltkulturerbe erhoben. Die Besichtigung des Hunolsteiner Hofes in Morbach bildete den Abschluß der Exkursion. Die Familie Binz bewirtschaftet den 30 ha umfassenden Grünlandbetrieb im Nebenerwerb. Es werden ca.15 Ammenkühe der Rasse Jersey gehalten. Den betrieblichen Schwerpunkt stellt ein Hofcafe dar, in dem neben Kaffee und Kuchen auch warme Gerichte angeboten werden.

In dem sehr gemütlichen Innenbereich befinden sich 75 Sitzplätze und die gleiche Anzahl ist im Außenbereich vorhanden. Die ehemalige Scheune mit dem offenen Dachgebälk bietet nochmals Platz für ca. 100 Gäste und wird für Feiern festangemeldeter Gruppen benutzt. Das gesamte Angebot hat die Teilnehmer beeindruckt und wurde von Frau Binz sen. engagiert und mit „Herz“ vorgestellt.

Es war festzustellen, daß keiner der besichtigten Betriebe seinen Erfolg dem Zufall überlassen hat. Klare Konzepte mit der Ausrichtung auf das Thema Wein und Berücksichtigung bzw. Erfüllung der Wünsche von Weinliebhabern stehen im Mittelpunkt. Die Professionalität der Angebotsgestaltung und der herzliche Empfang in allen Betrieben hat überzeugt und vermittelten zahlreiche Anregungen an die Exkursionsteilnehmer.


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