Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Agrarmärkte Hessen aktuell

Analyse KW 51: Kartoffeln, Getreide und Ölsaaten, Düngemittel, Eiermarkt, Qualitätsferkel, Kälber, Futtermittel

Kartoffeln

Wie bereits erwartet, kann sich die Nachfrage kurz vor den Feiertagen spürbar beleben. Packbetriebe berichten von einer sehr hohen Auslastung, teilweise über 50 % im Vergleich zu einer Normalwoche. Die Qualitäten sind überwiegend akzeptabel, zumal jetzt Lagerware zum Zuge kommt. Die Preise für Standardware bleiben auf dem Niveau der Vorwochen eingefroren. Voraussichtlich ab Mitte Januar dürfte mit Preisbefestigungen zu rechnen sein. Mängelfreie Partien werden teilweise zurückgehalten, um von einer Preiserholung zu profitieren.

Kartoffelpreise, Marktregion Hessen, in EUR/dt netto, frei Erfasser

Waschfähig, vor Abzug Sortierkosten
Min.Max.Ø
Erzeugerpreis, festkochende Sorte374441,50
Erzeugerpreis, vorwiegend festkochende Sorte354239,50
Erzeugerpreis, mehligkochende Sorte

 

Getreide und Ölsaaten

Die Vermarktung der Ernte verläuft in ruhigen Bahnen. Wie gewohnt, dürfte mit einer Belebung kaum vor Mitte Januar zu rechnen sein. Käufer und Verkäufer sind bestenfalls sporadisch am Markt. Zur Vorwoche ergeben sich lediglich geringfügige Preiskorrekturen nach unten. Insgesamt stehen die Erzeugerpreise weiter unter Druck. Eine Marktentlastung durch verbesserte Exportmöglichkeiten ist nicht in Sicht aufgrund des festen Euros. Spekulationen auf eine kurzfristige Preiserholung in den nächsten Wochen dürften mit Risiken verbunden bleiben. Zumal sich nach Schätzungen noch einige Mengen unverkaufter Ware in Erzeugerhand befinden. Die Rapspreise geben zur Vorwoche nach. Die Nachfrage nach hiesiger Ware bleibt überschaubar.

Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen215230217,78214230225,25
Brotweizen190220198,86199210206,25
Brotroggen170185179,70180195187,22
Qualitätshafer200240215,00210250228,33
Raps395410400,91405420411,00

 

Düngemittel

Der Preisdruck bei Düngemitteln setzt sich fort. Nach dem Preisrutsch von Harnstoff (< 320 EUR/t) am Weltmarkt stabilisierten sich die Notierungen zuletzt wieder. Am hiesigen Düngermarkt gaben insbesondere N-Dünger weiter nach. Die günstigeren Angebote führten zur Absicherung weiterer Teilmengen. Unterdessen wartet ein Teil der Käufer in der Hoffnung auf erneute Preisrückgänge ab. Mit weiter abbröckelnden Kursen an der Börse wird gerechnet. Eine Belebung am hiesigen Düngermarkt wird jedoch nicht vor Mitte Januar erwartet.

Düngerpreise, Marktregion Hessen, in EUR/t ab Handelslager

ab Landlagerfrei Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
KAS345379365320365350
Harnstoff490530503450495481
AHL325325325315330324
DAP680700689638675657
40er Kornkali345375356333345337

 

Eiermarkt

Die Nachfrage nach Eiern wird auf Ladenstufe als rege bezeichnet. Dementsprechend bleiben die Bestellmengen des LEH unverändert hoch. Das Angebot wird hingegen als anhaltend knapp eingestuft. Nach Einschätzung der Marktbeteiligten ordert die Produktenindustrie eher zurückhaltend. Bis zum Jahreswechsel werden noch gewisse Preisaufschläge erwartet.

Preise für Eier in Cent/Stück

Gewichtsklasse MErzeugerpackstelleDirektvermarktung
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Bodenhaltung15,8026,0020,6816,2035,0025,72
Freilandhaltung21,0034,0025,8728,0037,0032,38
Bioware21,0037,0030,4332,0040,0037,40

 

Qualitätsferkel

Im Vorfeld der Weihnachtsfeiertage steigt die Nachfrage nach Fleischprodukten. Dem Vernehmen nach sind die Verarbeiter am Rande ihrer Kapazitäten ausgelastet. Der Durchschnittspreis an der Internet Schweinebörse liegt weiterhin 11 Cent über dem aktuellen Notierungsniveau von 2,10 EUR/kg. Der nachgelagerte Ferkelmarkt profitiert von diesen Entwicklungen. Ferkel deutscher Herkunft sind knapp und gesucht. Zuletzt war das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wieder weitgehend ausgeglichen. In der laufenden Berichtswoche bleibt die Leitnotierung daher unverändert auf dem erreichten Niveau.

Preise für Ferkel in EUR/Tier

Anzahl6.620
Preisbasis28 kg
Min.Max.Ø
Preisspanne75,9087,0081,16
Zuschlag 28 – 30 kg1,001,50
Zuschlag > 30 kg0,501,00

 

Kälber

Die Preise für Holsteinkälber konnten sich zur Vorwoche behaupten. Insgesamt sind die Preise für die Erzeuger aber unbefriedigend und spiegeln den wahren Wert der Tiere nicht wieder. Hingegen konnten typbetonte Kälber mit einer guten physischen Konstitution zuletzt Aufgelder erzielen. Für die laufende Berichtswoche wird mit unveränderten Preisen gerechnet.

Preise für Kälber in EUR/Tier

BullenkälberKuhkälber
Über 28 Tage ab 65 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Holstein10,0090,0068,58
Mastkreuzungen105,00220,00191,58
Über 28 Tage ab 85 – 120 kgMin.Max.ØMin.Max.Ø
Fleckvieh160,00300,00239,62

 

Futtermittel

Der Markt für Mischfutterkomponenten tendiert uneinheitlich. Durch die steigenden Preise für Ölschrote wird die Eiweißkomponente in den Mischungen teurer. Eine größere Mühle in Mainz steht wohl aufgrund von Störungen in der Produktion weiterhin still, was Auswirkungen auf die Transportkosten und Verarbeitungskapazitäten hat. Mischungen mit höheren Getreideanteil werden durch die fallenden Preise für Futtergetreide hingegen günstiger. Gegenüber dem Vormonat wurden die Preise für Ergänzungsfutter für Mastschweine angehoben. Auch Geflügelfutter wird höher bewertet. Ebenfalls deutlich sind die Preise für Rapsschrot in Hessen gestiegen.

Futtermittelpreise, Sackware oder lose volle Fahrgastzelle, frei Hof, in EUR je 1000 kg ohne MWSt.

Min.Max.Ø
Milchleistungsfutter 18% RP 6,7 MJ NEL Energiestufe 3293,00326,50310,93
Alleinfutter II für Mastschweine >50 kg LG, gepreßt311,00329,00320,90
Alleinfutter für säugende Sauen

(13 MJME/kg)

367,50402,50382,25
Sojaschrot (P 43-44%)550,00660,00612,00
Sojaschrot (P 48%) GVO frei750,00750,00750,00
Rapsschrot402,00450,00429,14
Alleinfutter für Legehennen

11,4-11,6 MJ ME/kg

371,00418,50388,33

 Quelle: LLH, Stand 21.12.2023


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